Schmatzer zum Hundertsten

Katharina Hess hat gestern ihren 100. Geburtstag feiern können. Zeit für den Kaminfeger Guido Alpiger, ein langjähriges Versprechen einzulösen.

Olivia Hug
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Wenn das kein Glück bringt: Katharina und Hans Hess empfingen gestern Kaminfeger Guido Alpiger und sein Team mit Bea Jochum, Susan Rutz und Amanda Kolp (von links). (Bild: Olivia Hug)

Wenn das kein Glück bringt: Katharina und Hans Hess empfingen gestern Kaminfeger Guido Alpiger und sein Team mit Bea Jochum, Susan Rutz und Amanda Kolp (von links). (Bild: Olivia Hug)

EBNAT-KAPPEL. Kaminfeger bringen bekanntlich Glück. Bei Katharina Hess stand dieses Glück gestern gleich in vierfacher Zahl vor ihrer Tür: Ihr langjähriger Kaminfeger Guido Alpiger stattete ihr mit seiner Mitarbeiterin Susan Rutz und den Lehrtöchtern Amanda Kolp und Bea Jochum einen Besuch ab. Grund für diesen Anlass war der 100. Geburtstag der noch vifen, gesunden Frau.

Glückwunsch der Gemeinde

Einen Schmatzer von ihm persönlich und einen Blumenstrauss zum Hundertsten versprach Alpiger ihr einst. Das sei bald zehn oder fünfzehn Jahre her, erzählte er. Damals kam er zum Kaminreinigen zu ihr in die Hintersteig oberhalb Brandholz. Er müsse sich die Mühe doch nicht mehr machen, sagte Katharina Hess, sie werde ohnehin nicht mehr lange auf Erden sein. «Ich sagte ihr, sie werde mindestens hundert Jahre alt. Und wenn dem so sei, werde ich sie persönlich an diesem Tag besuchen», sagte Alpiger. Gefreut hat's die Jubilarin riesig, die gestern so manchen Besuch in ihrem Heimetli empfangen durfte und auf deren Stubentisch sich Geschenke und Kärtli häuften. Später am Nachmittag konnte sie auch die besten Grüsse des Gemeindepräsidenten Christian Spoerlé entgegennehmen.

Wärmequelle Kachelofen

Seit 1948 lebt Katharina Hess in dem alten Toggenburgerhaus, auf dessen Kamin sich ein Tännli reckt. Aufgewachsen war sie auf einem anderen Hügel: im Nestenberg. Geheizt wird in ihrem Haus wie seit jeher mit dem Kachelofen. Wobei sich ihr einziger Sohn Hans um die Wärme im Haus kümmert. Seine Mutter, verriet er, schlafe nicht in der gemütlich warmen Stube, wie man es vermuten könnte. Sie nimmt immer noch die knarrigen Stufen in den oberen Stock unter die Füsse, wo es im Winter schon einmal ungemütlich kalt werden kann. «Das hat uns fit und gesund gehalten», sagte Hans Hess, der sich unter anderem darin die Gesundheit seiner Mutter in diesem hohen Alter erklärt. «Sie ist meine älteste Kundin, die immer noch zu Hause lebt», pflichtete der Kaminfeger ihm bei. Und er versprach dem Geburtstagskind, das genau doppelt so alt sei wie er, es auch beim nächsten runden Geburtstag zu besuchen.