Schluss nach 120 Schuljahren

Mit der Lehrabschlussfeier der Kaufmännischen Abteilung des Berufs- und Weiterbildungszentrums Toggenburg endet eine Ära. Statt der angehenden Kaufleute werden nun künftige Fachleute Gesundheit in Lichtensteig ausgebildet.

Sabine Schmid
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Die angehenden Kaufleute aus dem Toggenburg und Abteilungsleiter Pascal Kopp (links) verabschieden sich vom Schulort Lichtensteig. (Bild: Sabine Schmid)

Die angehenden Kaufleute aus dem Toggenburg und Abteilungsleiter Pascal Kopp (links) verabschieden sich vom Schulort Lichtensteig. (Bild: Sabine Schmid)

LICHTENSTEIG. Als Standort von Schulen hat Lichtensteig eine grosse Tradition. 1891 wurde aus der Sonntagsschule eine «Gewerbliche Fortbildungsschule». Unter Förderung durch die Bank gliederte sich vier Jahre später eine «commerzielle Abteilung» an. Nach 120 Jahren, in welchen sich das KV Lichtensteig dem Wandel der Zeit angepasst hat, ist Schluss. Mit der Lehrabschlussfeier wird die Kaufmännische Abteilung des BWZ Toggenburg, was sie seit der Fusion per 1. Januar 2002 ist, geschlossen. Drei Jahre lang wurde dieser Schritt eingeleitet – die bisherigen Schüler konnten weiterhin in Lichtensteig die Berufsfachschule besuchen, es gab aber keine neuen Schüler mehr.

Kleine, aber feine Schule

Die Schliessung ist eine Folge der Neuordnung der Berufsbildung im Kanton St. Gallen. Ziel ist die Schaffung von Kompetenzzentren. Die Bildungsverordnung verlangt, dass jede Berufsschule alle drei KV-Profile E (Erweiterte Grundbildung), B (Basis-Grundwissen) und M (kaufmännische Ausbildung mit Berufsmatura) anbieten muss. Dafür ist das Toggenburg zu klein, hier wurde jeweils eine Klasse mit dem E-Profil und eine mit dem B-Profil geführt. Pascal Kopp, Leiter der Kaufmännischen Abteilung, bedauert die Schliessung. «Wir waren eine kleine, aber feine Schule, was sich durch gute Resultate bei den Lehrabschlüssen zeigte», sagt er. Gerade die Kleinräumigkeit der Region bringe mit sich, dass sich die Lehrer und die Lehrmeister kennen und eng zusammenarbeiten. Dies, so glaubt Pascal Kopp, sei bei einer grösseren Abteilung weniger der Fall, zumal die Wege länger werden. Die angehenden Kaufleute aus dem Toggenburg werden künftig die Berufsschule in Wil oder Rapperswil besuchen.

Neue Lehrpersonen

Die Schliessung der kaufmännischen Abteilung bringt auch mit sich, dass die Lehrpersonen ausgetauscht werden. Das Anforderungsprofil und das geforderte Fachwissen in der Kaufmännischen Abteilung unterscheidet sich stark von jenem in der Abteilung für Gesundheitsberufe. Die sechs Lehrpersonen der kaufmännischen Abteilung haben neue Stellen gefunden, vier von ihnen werden weiterhin an Berufsschulen tätig sein, zwei Lehrpersonen wechseln in die Privatwirtschaft.