Schlossherrin will ins Rathaus

TROGEN. Ein überparteiliches Komitee schlägt Dorothea Altherr als neue Gemeindepräsidentin und Gemeinderätin von Trogen vor. Die 58-Jährige kehrt aus Frankreich in die Heimat zurück. Hier will sie an ihre früheren politischen Tätigkeiten anknüpfen.

Urs Merz
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Dorothea Altherr kehrt nach Trogen zurück. (Bild: pd)

Dorothea Altherr kehrt nach Trogen zurück. (Bild: pd)

Dorothea Altherr war bereits von 1997 bis 2002 im Gemeinderat aktiv. Als Schulpräsidentin führte sie zusammen mit der Schulkommission das Ressort Schule – damals noch ohne Schulleitung. Drei Jahre lang unterstützte sie ausserdem den Gemeindepräsidenten als Vizepräsidentin. «Ich habe in dieser Zeit viele Erfahrungen gesammelt und die Gemeinde in allen Facetten kennengelernt», sagt sie. «Es war mir immer wichtig, alle Beteiligten anzuhören, ihre Bedürfnisse und Ideen in den Entscheidungsprozess einfliessen zu lassen.»

Entwickeln und bewahren

Im Gemeindepräsidium sieht Dorothea Altherr einen Führungsauftrag, den sie in optimaler Zusammenarbeit mit den Gemeinderätinnen und Gemeinderäten, der kompetenten Verwaltung und den Einwohnerinnen und Einwohnern unter Einbezug der unterschiedlichen Meinungen und Ideen erfüllen will. Sie sagt: «Wenn mir die Trognerinnen und Trogner das Vertrauen aussprechen, werde ich mich aufmachen, mich bis ins Detail informieren, mit den Menschen sprechen und zuhören, sie und ihre Anliegen kennenlernen, um dann zielgerichtet und sinnbringend die Gemeinde weiterzuführen.» Die schnelllebige Zeit, die verschiedenen Krisen, die sich auch in Trogen auswirken können, die neuen Medien und das immer globalere Funktionieren der Wirtschaft und Gesellschaft verlangten neue Ideen und Antworten, meint Dorothea Altherr und betont: «Diese sollen der Gemeinde Trogen angepasst gesucht werden. Trogen muss mit der Entwicklung gehen, aber dabei Wurzeln und Identität nicht vergessen.»

Überparteilich, für alle da

Dorothea Altherr lebt zurzeit noch in Frankreich, wo sie mit ihrem Partner Pascal Belot in einem kleinen Landschloss ein Gästehaus führt. Daneben ist sie als Inhaberin eines Übersetzungsbüros tätig und engagiert sich auch in der Dorfgemeinschaft der Gemeinde Tronget im Département Auvergne. Regelmässig besuchte sie die Familie ihrer Tochter in Trogen und verspürte in den letzten Jahren mehr und mehr den Wunsch, in die Heimat zurückzukehren. Aufgewachsen in Rehetobel, hatte sie nach der Heirat 26 Jahre in Trogen gewohnt und drei Kinder grossgezogen. «Im vergangenen Jahr haben mein Partner und ich entschieden, uns für den Umzug ins Appenzellerland vorzubereiten – was ich dann auch bei Gelegenheit Bekannten aus Trogen kommunizierte», erinnert sich Dorothea Altherr. Dabei sei sie von verschiedenen Trognerinnen und Trognern angefragt worden, ob sie sich als Gemeindepräsidentin und Gemeinderätin zur Verfügung stellen möchte. Nach einer Bedenkzeit und intensiven Gesprächen war sie dazu bereit. «Ich kandidiere überparteilich, ich bin für alle da. Entscheidet das Stimmvolk, mir das Vertrauen zu geben, so freue ich mich sehr auf diese neue Aufgabe», sagt Dorothea Altherr. «Ich bin dazu fähig und will meine vielfältigen Erfahrungen aus Frankreich und Trogen der ganzen Bevölkerung zugute kommen lassen.»

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