Schlitten fahren einmal anders

Am Samstag findet das 25. und letzte Hornschlittenrennen in Alt St. Johann statt. Mit dabei ist auch Nesslauer Oberstufenlehrer Lukas Heim, der gemeinsam mit Schülern einen Schlitten baut und an diesem Anlass mit ihnen teilnimmt.

Stefan Feuerstein
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Die Vorbereitungen sind im Endspurt. Oberstufenlehrer Lukas Heim wird morgen mit einigen Schülern am Hornschlittenrennen in Alt St. Johann teilnehmen. (Bild: Stefan Feuerstein)

Die Vorbereitungen sind im Endspurt. Oberstufenlehrer Lukas Heim wird morgen mit einigen Schülern am Hornschlittenrennen in Alt St. Johann teilnehmen. (Bild: Stefan Feuerstein)

NESSLAU. «Vor 16 Jahren kamen Schüler mit der Idee auf mich zu, mit einem eigenen Schlitten am Hornschlittenrennen in Alt St. Johann zu starten», erinnert sich Lukas Heim an seine erste Teilnahme an diesem Anlass zurück. «Seither hat sich dies eingebürgert – die folgende Klasse wollte auch immer ein eigenes Gefährt bauen und nun sind wir schon zum 17. Mal dabei.»

Kreativität gefordert

Entsprechend präsentiert sich auch sein Schulzimmer. Überall findet man Requisiten von vergangenen Rennen mit ganz unterschiedlichen Mottos. Der Kreativität wurde dabei sichtlich freien Lauf gelassen. «In jedem Jahr sammle ich gemeinsam mit den Schülern Ideen für die Gestaltung. Oft gibt es zahlreiche gute, es ist also nicht ganz einfach sich zu einigen. Daneben muss das ganze natürlich auch noch umsetzbar sein», erklärt Lukas Heim die Vorbereitungsarbeiten. Die in diesem Jahr rund 30 beteiligten Schülerinnen und Schüler starteten anschliessend mit den Bauarbeiten, wobei der eigentliche Hornschlitten jeweils wieder verwendet, der Aufbau darüber aber umgestaltet wird. Vom Hämmern über das Bohren bis hin zum Malen und anderen Gestaltungsarbeiten führen Schüler und Lehrer alle Arbeiten zusammen aus, bevor dann zwölf von ihnen am Samstag starten werden. Dazu haben sie sich in diesem Jahr gar eine Choreographie überlegt. «Seit wir hier zur Schule gehen, machen wir bei diesem Projekt mit», erzählen zwei Schüler und fügen begeistert hinzu, «uns macht das grossen Spass – es ist immer wieder lustig.»

Technische Herausforderungen

Auch wenn das Gewinnen weder für Lehrer noch für Schüler im Vordergrund steht, konnten die Klassen von Lukas Heim schon einige Erfolge feiern. In den vergangenen zwei Jahren wurden ihre Gefährte in der Kategorie originell ausgezeichnet. Wie oft sie schon gewonnen haben, weiss der Lehrer aber nicht: «Den Schülern und mir geht es ums Mitmachen – Hauptsache wir haben Spass und kommen sicher am Ziel an.» Daneben sei es auch immer wieder schön anzuschauen, welche Ideen andere Teams realisiert hätten. «Deswegen verraten wir auch noch nicht, welches Motto wir in diesem Jahr gewählt haben – es soll eine Überraschung sein.» Rückblickend fallen Lukas Heim einige besonders kreative, aber auch technisch herausfordernde Hornschlitten ein – ein grosses Highlight sei unter dem Leitspruch «Madagaskar 2» entstanden. Dabei installierten sie auf dem Schlitten ein Flugzeug, dessen Flügel sogar ausgeklappt werden konnten. «Die Steuerung stellte uns vor eine gewisse Herausforderung – leider wurden die Flügel dann auch noch zum falschen Zeitpunkt ausgeklappt, was das Steuern endgültig unmöglich machte», berichtet Lukas Heim. «Meist halten unsere Konstruktionen aber sehr gut und wir kamen bisher immer in einem Stück runter.»

Ideen gehen nicht ganz aus

Mit dem letzten Hornschlittenrennen in Alt St. Johann endet auch die Tradition vom Schlittenbau im Oberstufenzentrum Büelen. Lukas Heim betrachtet dies mit einem lachenden und einem weinenden Auge: «Es war schön daran teilzunehmen, mit dem Ende des Rennens kommt aber auch die Möglichkeit, neue Projekte zu starten oder Traditionen zu schaffen», sagt der Lehrer. «Langsam gehen einem bei der Gestaltung von Schlitten auch schon fast die Ideen aus.» Dass er dies nicht ganz ernst meint, wird aber schnell klar – nach dem Rennen soll das Gefährt nämlich wie immer demontiert und der Hornschlitten anschliessend aufbewahrt werden. «Man weiss ja nie, ob es wieder einmal ein Rennen geben wird.»