Schliessung der Pflegeschule Toggenburg

Damals

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Vor 100 Jahren

24. Februar: Mogelsberg. Dem im Patriarchenalter von 97 Jahren dahingeschiedenen alt Gemeindeammann und Berichtsgerichtsschreiber Früh werden in der kantonalen Presse warme Gedenkworte gewidmet. Der Verstorbene gehörte jahrzehntelang zu den populärsten politischen Persönlichkeiten seiner toggenburgischen Heimat. Seine öffentliche Wirksamkeit reichte zurück bis in die erregten politischen Zeiten vor Ausbruch des Sonderbundkrieges, den er auch als Wehrmann mitgemacht hatte. Ein volles Menschenalter lang, von 1841 bis 1901, bekleidete er die Stelle eines Bezirksgerichtsschreibers von Unter- toggenburg. Während mehrerer Dezennien stand er seiner Heimatgemeinde Mogelsberg als Gemeindeammann vor und vertrat sie im Grossen Rat. So blieb er als letzter Vertreter einer längst ins Grab gesunkenen Generation bis zum Ausbruch des neuen Jahrhunderts in seinen Ämtern, und ihm erst noch ein selten langer Lebensabend in voller geistiger Rüstigkeit beschieden war, den er dazu benützte, seine reichen Lebenserinnerungen in mehreren Schriften niederzu- legen.

Vor 50 Jahren

27. Februar: Toggenburg. Internationale Verständigung als Lehrziel auf der Volkshochschule. Eine assoziierte Schule macht sich zur Aufgabe, das Verständnis des Kindes für fremde Völker und Kulturen zu fördern. Verschiedene Arbeitsgruppen beschäftigen sich mit den einzelnen Fragenkomplexen. Welche Stoffe eignen sich für die Volkshochschule? Hier ist zu bedenken, dass Selbstverständnis und Fremdverständnis in fruchtbarer Wechselwirkung stehen, dass beispielsweise unser Essen, die Kleidung, das Wohnen erst Gegenstand unseres Denkens werden, wenn wir sie mit fremdem Essen, fremder Kleidung, fremdem Wohnen vergleichen. Hieraus ergibt sich eine reiche Fülle von geeigneten Stoffen. Welche Mittel und Methoden lassen sich auf der Volksschule anwenden? Der Austausch von Briefen, Bildern, Büchern, Tonbändern, aber auch die Gestaltung von passenden Singspielen, Ausstellungen, Konzerten wird empfohlen.

Vor 20 Jahren

Wattwil/Wil: 28. Februar. Die Schule für Gesundheits- und Krankenpflege Toggenburg-Fürstenland schliesst definitiv. Sowohl der Abschluss wie die Weiterführung der laufenden Ausbildungen sind sichergestellt. Die Schulstandorte Wil und Wattwil werden aufgehoben. Zusätzliche Ausbildungsplätze werden in St. Gallen angeboten. Gemäss Aussagen des Präsidenten entstehen für das Personal keine Härtefälle. Von den Lehrern, die bleiben wollen (3,6 Stellen), könnten alle weiter beschäftigt werden. Einige hätten selbst gekündigt. Für das Reinigungsteam und eine Teilzeitstelle im Sekretariat müssten noch Lösungen gefunden werden. Von der Massnahme sind rund 35 Absolventen betroffen. Nachdem an einer Sitzung von Gesundheitsdepartement, Schulleitung und Kommission nach eingehenden Strukturanalysen der Beschluss gefasst worden war, die Schule in Wattwil per Ende 1997 zu schliessen, wurden die angehenden Pflegerinnen und Pfleger orientiert.

Vor 10 Jahren

23. Februar: Wattwil. Therapiekonzept der Alkoholstation PSA am Spital Wattwil bringt Erfolg. Die Psychosomatische Abteilung PSA der Spitalregion Fürstenland Toggenburg (SRFT) bietet im Spital Wattwil eine Kurzzeittherapie für Menschen mit Alkoholproblemen. Die Auswertung der Nachuntersuchung zeigt, dass die Belegungsquote einmal mehr über 100 Prozent betrug und die Resultate sich sehen lassen können – eine Bestätigung für den Ausbau in diesem Jahr. Die Auswertung der Befragung ehemaliger Patientinnen und Patienten zeigt, dass drei Monate nach Therapie-Ende 90 Prozent der 86 Ehemaligen eine Verbesserung bezüglich Trinkverhalten erzielen konnten, 60 Prozent schafften sogar eine Totalabstinenz. Alle Befragten gaben an, von der Therapie im Wattwiler Spital profitiert zu haben und verzeichnen in allen Lebensbereichen (Partnerschaft, Arbeit, Freizeit, körperliches und seelisches Wohlbefinden) eine wesentliche Verbesserung.