SCHLATT-HASLEN: Bunkerkauf verzögert sich

Im Frühjahr hat die Bezirksgemeinde den Kredit zum Erwerb eines Bunkers gutgeheissen. Doch der Kauf ist noch nicht abgewickelt, wie an einem Infoabend zu erfahren ist. Auch die Bezirkszukunft ist Thema.

Roger Fuchs
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Bezirkshauptmann Sepp Neff kann am Infoabend auf eine stattliche Zuhörerschaft zählen. (Bild: Roger Fuchs)

Bezirkshauptmann Sepp Neff kann am Infoabend auf eine stattliche Zuhörerschaft zählen. (Bild: Roger Fuchs)

Roger Fuchs

roger.fuchs@appenzellerzeitung.ch

Nebst lokalen Strassen- und Leitungsprojekten gab es an der öffentlichen Versammlung vom Dienstagabend Ausführungen zu zwei Themen, die über Schlatt-Haslen hinaus interessant sind. Zuerst zum Bunkerkauf: Im Frühjahr hiessen die Bezirksbürger einen Kredit von 40 000 Franken gut zum Erwerb der Armeeanlage Kästlis aus den 1960er Jahren. Entstehen soll daraus ein Museum. «Leider ist es nach der Abstimmung nicht so schnell weitergegangen, wie wir gehofft haben», sagte Bezirksrat Guido Brülisauer. Inzwischen habe sich herausgestellt, dass auch die Standeskommission ihre Zustimmung geben müsse, bis ein solcher Kauf abgewickelt werden könne. Und bevor die Standeskommission ja sage, brauche sie zahlreiche Informationen. Folglich ist man gemäss Brülisauer jetzt dabei, ein Nutzungskonzept, ein Verkehrs- und Parkplatzkonzept sowie ein Sicherheitskonzept zu schreiben. Ist das dann einmal über die Bühne, gilt es ein Baugesuch, ein Rhodungsgesuch und einen Antrag auf Zonenplanänderung einzureichen. «Wir hoffen, den Bunker im nächsten Jahr ins Eigentum zu übernehmen und den ersten Bunkertag durchführen zu können», so der Bezirksrat. Fakt ist: Gekauft wird erst, wenn alle Abklärungen getätigt sind und die entsprechenden Zustimmungen vorliegen.

Eine Bunkergruppe Haslen gründen

Der Kaufpreis konnte, wie Guido Brülisauer zu informieren wusste, zwischenzeitlich im Gespräch mit Armasuisse, dem Bundesamt für Rüstung, von 40 000 auf 30 000 Franken heruntergehandelt werden. Der Bezirk müsse gleichzeitig aber eine Gewinnbeteiligung einräumen, so dieser den Bunker in den nächsten 25 Jahren gewinnbringend verkaufen würde. «50 Prozent des Gewinns müssten wir dann nach Bern schicken», hielt der Bezirksrat fest. «Ich denke, dieses Risiko gehen wir ein.» Eine Aussage, die für Erheiterung bei den rund 80 anwesenden Bürgern sorgte.

Für den künftigen Betrieb und Unterhalt der Anlage soll eine Bunkergruppe Haslen gegründet werden. Am 4. Dezember treffen sich Interessierte zusammen mit Leuten des Vereins Festungsmuseum Heldsberg aus St. Margrethen. Diesen Verein hat man als Partner an der Seite und kann so auf viele Fachkenntnisse zählen.

Bürger wollen selbstständigen Bezirk

Ausführungen zur Umfrage betreffend der Bezirkszukunft machten Bezirkshauptmann Sepp Neff und Bezirksrätin Regula Wild. Demnach lag der Rücklauf bei gut einem Drittel der verschickten Umfragebögen. Fazit daraus: Ein Grossteil will, dass Schlatt-Haslen als selbstständiger Bezirk weiter bestehen bleibt. Fünfzig Personen hätten auch die Bereitschaft signalisiert, sich künftig für das ein oder andere Amt zur Verfügung zu stellen. Eine Fusion mit einem anderen Bezirk wird folglich zur Zeit nicht weiterverfolgt.

Aus der Umfrage ebenfalls herausgekommen ist, dass sich viele für eine Kooperation mit den Schulgemeinden aussprachen. Gemäss Regula Wild wurde denn auch bereits Kontakt mit der Schule aufgenommen. Anfang nächsten Jahres sollen weitere Infos folgen. Was schon heute klar ist: Bevor eine Projektgruppe geschaffen werden kann, die konkrete Arbeiten in Angriff nimmt, müsste jede der betroffenen Körperschaften in einem Grundsatzentscheid ihre Zustimmung zur Ausarbeitung eines Zusammenschlussvertrags geben.

Bezirksrat Albert Sutter informierte des weiteren, dass für die Angehörigen der Feuerwehr im 2018 eine neue Brandschutzbekleidung nötig ist. Kostenpunkt: 49 000 Franken. Der Preis könne tief gehalten werden, weil andere Feuerwehren dieselbe Anschaffung tätigen würden. Neue Stiefel soll es ebenfalls geben und die Atemschutzgeräte werden revidiert.