«Einen Konkurs wird es nicht geben – das lässt meine Moral nicht zu»: Lässt sich das Ende des Schiesssportzentrums Teufen doch noch abwenden?

Nach dem Nein zur Teufner Schiesssportzentrumsinitiative droht der Konkurs. Die Genossenschaft gibt aber nicht auf.

Astrid Zysset
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Das Schiesssportzentrum wurde 2012 eingeweiht. Seitdem hat es Geldprobleme. Bild: APZ

Das Schiesssportzentrum wurde 2012 eingeweiht. Seitdem hat es Geldprobleme. Bild: APZ

Aus seiner Enttäuschung macht er keinen Hehl. Heinz Bolliger, Vizepräsident der Genossenschaft Schiesssportzentrum (SSZ) Teufen, sagt, dass er nach dem deutlichen Nein am Sonntag an der Urne «eine schlechte Nacht» gehabt habe. Die ganze Situation hätte ihn stark belastet.

Rückblick: 78 Prozent der Teufner Stimmbevölkerung lehnte die Initiative zur Rettung des SSZ ab. Diese hatte gefordert, dass die Gemeinde jährliche Unterstützungsbeiträge an die Genossenschaft leistet wie auch auf die Verzinsung des Darlehens verzichtet, das die Gemeinde dem SSZ einst gewährte. Doch diese Idee stiess im Rahmen der Abstimmung auf wenig Anklang. Der Genossenschaft droht nun der Konkurs.

Ans Aufgeben denkt Bolliger jedoch nicht:

«Einen Konkurs wird es nicht geben! Das lässt meine Moral nicht zu.»
Heinz Bolliger. (Bild: pd)

Heinz Bolliger. (Bild: pd)

Er fühle sich den 156 Genossenschaftern gegenüber genauso verpflichtet wie den Sportschülern, die im Schiesssportzentrum trainieren. «Die jungen Menschen haben Ziele. Und die Möglichkeit, diese zu erreichen, sollten wir ihnen geben.»

Erste Ideen zur Rettung stehen im Raum

Man wolle das Gespräch mit der Gemeinde suchen, sagt der Vizepräsident der Genossenschaft. «Ich möchte eine einvernehmliche Lösung anstreben.» Erste Ideen gibt es bereits: So sinniert Bolliger über den Rückkauf des 100-jährigen Baurechtvertrages. Eine zweite Abstimmung will er ebenfalls nicht ausschliessen. Zudem hofft er, dass die jährlichen Abschreibungen von 60'000 Franken gesenkt werden können. Das Geschäftsjahr 2018 endete fast mit einer schwarzen Null. Könnten die Ausgaben durch einen buchhalterischen Kniff gesenkt werden, könnte der Betrieb des SSZ gesichert werden, ist Bolliger überzeugt. Ob eine Verminderung der jährlichen Abschreibungen jedoch überhaupt zulässig wäre, ist rechtlich nicht geklärt. Eine Rechtsberatung hat die Genossenschaft noch nicht beigezogen.

Das Nein an der Urne bedeutet, dass die Gemeinde ihre Forderungen nun eintreiben will. Derzeit steht die Genossenschaft gegenüber der Gemeinde mit rund 150'000 Franken in der Schuld – das infolge des Darlehenszinses und der jährlichen Amortisation. Bolliger betont, dass das SSZ nicht in der Lage sei, das Geld zu überweisen, weil sich sonst Liquiditätssorgen ergeben. Würde die Genossenschaft betrieben, sähe sich das SSZ gezwungen, Rechtsvorschlag einzulegen, so der Vizepräsident weiter. «Wie gesagt: Aufgeben kommt für mich nicht in Frage.»

Gemeindepräsident Reto Altherr möchte sich aktuell nicht zu möglichen Alternativlösungen zur Rettung des Schiesssportzentrums äussern.