Schaulaufen in Ebnat-Kappel

Halma ist die Schönste auf dem Schauplatz Gill in Ebnat-Kappel. Sie darf sich für ein Jahr Miss Ebnat-Kappel nennen und kommt aus dem Stall des Bauern Ueli Brunner. Halma ist eine der 419 Kühe, die am Samstag an der Viehschau in Ebnat-Kappel aufgefahren sind.

Christiana Sutter
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Bild: Christiana Sutter

Bild: Christiana Sutter

Halma ist die Schönste auf dem Schauplatz Gill in Ebnat-Kappel. Sie darf sich für ein Jahr Miss Ebnat-Kappel nennen und kommt aus dem Stall des Bauern Ueli Brunner. Halma ist eine der 419 Kühe, die am Samstag an der Viehschau in Ebnat-Kappel aufgefahren sind.

Über Ebnat-Kappel ziehen Nebelschwaden. Sie dämpften etwas die Stimmung an diesem Samstagmorgen. Denn das Wetter will nicht so recht mitmachen, an diesem Festtag für die Bauern und ihre Tiere. Es regnet immer wieder. Ausgerüstet mit Gummistiefeln oder hohen Schuhen und einem Regenschirm säumen trotzdem etliche Schaulustige die Strasse hin zum Schauplatz auf der Gill-Wiese.

Flies und Stroh gegen Dreck

Die Kühe, Rinder, Galtlinge, Kälbchen, Stiere, Ziegen und selbstverständlich die Bauern, putzten sich für diesen Tag so richtig heraus. Die Frauen in ihren Toggenburger «Werchtigstrachtä», die Männer im roten Brusttuch und mit den gelben Hosen. Aber auch einige Mädchen und Knaben tragen ihr «Trächtli» und laufen mit den Tieren auf den Schauplatz auf. Die Leitkühe dürfen an diesem Tag wieder einmal die grossen Schellen tragen. Hocherhobenen Hauptes laufen sie auf die Gill-Wiese ein.

Oben hui und unten pfui. Denn der Eingang zum Schauplatz ist mit herbstlichen Blumen geschmückt. Der Boden unterhalb des Eingangs ist mit Stroh und einem Flies abgedeckt, kann aber trotzdem nicht verhindern, dass Mensch und Tier durch den Dreck gehen müssen.

Eine Gruppe Bauern, die unter den Zuschauern steht, unterhält sich, ob der Sommer jetzt gut war oder nicht. «Auf jeden Fall sind wir nicht zu spät <z'Alp gfahrä>», sagt einer, der es wohl wissen muss. «In den letzten Jahren fuhr man eher etwas zu früh auf die Alpen.» Eine andere Gruppe Bauern, die ihre Tiere bereits den Umbindern auf dem Platz überlassen hat, beobachtet die ankommenden Tiere. Ganz genau schauen sie hin. Beurteilen die Euter, das Gestell und weitere Punkte, die für die Prämierung wichtig sind. Ob da bereits die Miss dabei ist? Wieder eine andere Gruppe amüsiert sich, vermutlich über einen guten Witz.

Die Experten schauen genau hin

Dann pünktlich um zehn Uhr sind alle Tiere auf dem Schauplatz eingetroffen. Noch nicht alle wurden an ihren Platz geführt. Die eine oder andere Kuh steht noch etwas verloren da und hofft, bald angebunden zu werden. In der Festwirtschaft, gleich daneben, sind die guten Plätze schnell weg, denn es regnet wieder etwas intensiver. «Än Kafi Chrüter-Luz», hört man aus dem Innern des Stalls. Die Helferinnen und Helfer der Trachtengruppe haben alle Hände voll zu tun, allen Wünschen gerecht zu werden. Auf dem Schauplatz können Experten in ihren grünen Jacken beobachtet werden, wie sie die Kühe, Rinder, Galtlinge und Kälber in den Abteilungen bewerten. «Stell dieses Rind vier Tiere weiter nach vorne», ruft einer der Experten einem Umbinder zu. Etwas weiter oben führen drei Helfer die Kühe dem Experten vor. Ganz kritisch beobachtet er den Gang der Tiere an. Kommt eines dieser Tiere später in den Ring, um möglicherweise in ihrer Abteilung den ersten Preis zu holen?

Die Schönsten und die Besten

Dann endlich ist es so weit. Die Siegerinnen werden prämiert. Die ältere Kuh mit dem schönsten Euter ist Klara und steht im Stall von Hanspeter Naef. Zella ist Siegerin im Wettbewerb Schöneuter jüngere und gehört Alfred Giezendanner. Petra und Stefan Koster können stolz auf ihre beiden fitten Kühe sein. Dies sind Otaria und Flavia. Zusammen belegen sie den ersten Rang. Auch Orella, die Kuh mit der höchsten Lebensleistung, kommt aus dem Stall der Familie Koster. Malve heisst die schönste Zweitmelkkuh und gehört der Familie Scherrer. Jakob Frei ist im Besitzt von Anabel, der schönsten «Jöhrling»-Kuh. Nebst all diesen Kühen hat sich auch Pia in die Reihe der Gewinnerinnen gestellt. Sie darf sich Miss Rind nennen und gehört Bauer Andreas Giezendanner.

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