Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben jetzt den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Ihr Konto ist aktiviert. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Schätzung muss korrigiert werden: Mehr Sturmholz als angenommen

Der Sturm «Vaia» von Ende Oktober hat mehr Bäume geknickt, als bisher geschätzt.
Nun herrscht grosse Sorge, weil die Streuschäden Borkenkäfer anziehen könnten.
Roger Fuchs
Auf der Chuterenegg in Gonten wird Sturmholz abtransportiert.

Auf der Chuterenegg in Gonten wird Sturmholz abtransportiert.

Das Innerrhoder Oberforstamt geht nach Begehung der meisten Sturmflächen neu von mindestens 9000 Kubikmetern Sturmholz aus, das der Sturm «Vaia» zu tage förderte. Rund 190 Waldparzellen sind betroffen. Die bisherige Schätzung von 5000 Kubikmetern muss demnach nach oben korrigiert werden, wie der Kanton mitteilt. Das Ausmass der Sturmschäden war oftmals von aussen oder vom Gegenhang her nicht erkennbar, sondern erst beim effektiven Betreten der Wälder.

Gonten am meisten betroffen

Insgesamt wurden in den 190 Waldparzellen auf 210 Teilflächen Sturmschäden angetroffen. Am meisten betroffen ist der Bezirk Gonten (3700 Kubikmeter), gefolgt von Schlatt-Haslen (3500 Kubikmeter). Die restlichen 22 Prozent verteilen sich hauptsächlich auf Appenzell und Schwende. Rüte und Oberegg sind von «Vaia» kaum beziehungsweise überhaupt nicht heimgesucht worden.

Rund 56 Prozent der Sturmholzmenge liegen in Waldungen mit der Vorrang- oder Nebenfunktion Schutzwald. 84 Prozent der kleineren Sturmschäden (unter 75 Kubikmetern pro Fläche) ergeben die Hälfte der gesamten Sturmholzmenge. Es handelt sich also vorwiegend um Streuschäden und um nur wenige Flächenschäden. Von «Vaia» hauptsächlich geworfen oder gebrochen wurde die Fichte mit schätzungsweise 95 Prozent. Die Weisstanne schlägt mit rund zwei Prozent zu Buche, das Laubholz mit etwa 3 Prozent, wie den Zahlen des Kantons zu entnehmen ist.

Fichte zieht Borkenkäfer an

Sehr besorgt ist das Oberforstamt wegen der Fichte. Gerade Streuschäden mit vorwiegend Fichten seien Anziehungspunkte für die überwinternden Borkenkäfer und könnten ihm im nächsten Frühling optimale Lebensräume anbieten. Wie Oberförster Albert Elmiger erklärt, wird sich die neue Käfergeneration aus eigener Kraft kaum weiter als 500 Meter von den befallenen Standorten ausbreiten. Wenn nun um die von «Vaia» betroffenen Wälder ein Puffer von 500 Metern gezogen werde, dann seien praktisch alle Wälder westlich der Linie Bühler-Wasserauen gefährdet.

Das Oberforstamt will vor diesem Hintergrund einen Teil der Schutzwaldgelder zur Verhütung von Borkenkäferschäden einsetzen und zwar sowohl innerhalb als auch ausserhalb des Schutzwaldes. In Anbetracht der grossen Anzahl an betroffenen Waldeigentümern und Waldeigentümerinnen soll ein Pauschalbetrag von 15 Franken pro Kubikmeter aufgerüstetes Sturmholz vergütet werden, allerdings nur für Fichten-Sturmholz. «Weder von Weisstanne noch von anderen Nadel- oder Laubhölzern geht eine Käfergefahr aus» sagt Albert Elmiger. Das Gleiche gelte für Brenn- und Hackholz, für Stirzel oder Splitterholz. Dieses Fichtenholz könne im Wald belassen werden.
Bedingung für die Beiträge ist, dass das Fichtensturmholz bis spätestens Ende Mai 2019 aufgerüstet und abgeführt oder auf geeigneten Lagerplätzen gepoltert wird. Für Spezialfälle will das Oberforstamt spezielle Lösungen finden. Zusätzliche Unterstützung wird beispielsweise geprüft, wenn das Aufrüsten, Entrinden und Entfernen von Fichten nicht mit verantwortbaren Kosten möglich ist. Oder auch in Bachtobeln, wenn Sturmholz entfernt und zerkleinert werden muss, das sonst zu Rückstau oder Überschwemmungen im Siedlungsraum führen könnte.

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.