SC Herisau gewinnt «Länderspiel» gegen Team China

Für die Erstligisten des SC Herisau war es ein spezielles Eishockeyspiel. Statt zu trainieren, empfingen sie am Mittwoch das Team China, das vom ehemaligen U20-Nationaltrainer Köbi Kölliker trainiert wird. Herisau wurde der Favoritenrolle gerecht und gewann 7:2.

Mea McGhee
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Die Herisauer beschäftigten die Defensive des Team China. Torhüter Wu Jiankun hielt wehrte mehrmals mit starken Reflexen. (Bilder: Mea Mc Ghee)

Die Herisauer beschäftigten die Defensive des Team China. Torhüter Wu Jiankun hielt wehrte mehrmals mit starken Reflexen. (Bilder: Mea Mc Ghee)

Für Kevin Homberger & Co. war die Affiche aussergewöhnlich. «Vor dem Anpfiff die Hymnen zu hören, war schön», so Herisaus Verteidiger, der gegen das Team China erstmals ein «Länderspiel» bestritt und als Bester des Siegerteams geehrt wurde. 7:2 gewann der SCH gegen das Team China. Seit September weilen die jungen Eishockeyspieler für ein Förderprojekt im Hinblick auf die Olympischen Winterspiele 2022 in China in der Schweiz. Trainer ist Köbi Kölliker.

Musikverein Herisau ist spontan

Die Noten für die Hymne der Gäste hatte Andreas Koller, Dirigent des MV Herisau, erst am Spieltag erhalten. Er arrangierte das Stück für eine Gruppe Blechbläser. Vor Spielbeginn drückte Herisaus Gemeindepräsident Renzo Andreani seine Freude über den Besuch aus China aus. Als Übersetzerin wirkte Belinda Koster Bao aus Weissbad. Sie besuchte erst zum zweiten Mal ein Eishockeyspiel. Mit ihrem Speakerkollegen Jakob Sonderegger war sie dafür verantwortlich, dass alle der 235 Zuschauerinnen und Zuschauer die Durchsagen nach Toren und Strafen verstanden.

Die Zeitnehmer-Crew: Jakob Sonderegger, Belinda Koster Bao, Aldo und Nino Vegliante.

Die Zeitnehmer-Crew: Jakob Sonderegger, Belinda Koster Bao, Aldo und Nino Vegliante.

Starker Torhüter

Köbi Kölliker, Trainer von Team China.

Köbi Kölliker, Trainer von Team China.

Die Herisauer nahmen die Sache ernst. Nach dem Startdrittel führten sie nach Toren von Marco Koller und James Bommeli 2:0. Nicht zu hoch verlieren, war das Ziel der Gäste. «Spass haben», nannten sowohl Kölliker, als auch Herisaus Sportchef Matthias Popp ein weiteres Ziel. Eine wichtige Rolle spielte dabei Torhüter Wu Jiankun, der reflexstark zahlreiche Schüsse abwehrte. Aufgrund von Verletzungen ist das Team China zurzeit stark dezimiert. Es wurde daher verstärkt durch vier «Blauhelme», Spieler des Drittligisten EHC Wilen-Neunforn. Philipp Bucher war denn auch einer der Torschützen für die Gäste. Er sorgte dafür, dass Herisaus zweiter Torhüter Sandro Mischler keinen Mini-Shutout feiern konnte. Dieser hatte Stammkeeper Marc Klingler bei Spielhälfte und dem Spielstand von 4:1 ersetzt.

Alt Bundesrat unter den Zuschauern

Alt Bundesrat Hans-Rudolf Merz beim Interview für TVO.

Alt Bundesrat Hans-Rudolf Merz beim Interview für TVO.

Guo Lifeng, Center der ersten Linie der Chinesen, hatte zu Beginn des Mitteldrittels unter den Augen von Alt Bundesrat Hans-Rudolf Merz bereits das 1:2 für Team China erzielt. Im Mittelabschnitt trafen für die Gastgeber Hofstetter, Homberger und Pace. Im Hinblick auf das wichtige Meisterschaftsspiel gegen den EC Wil den Rhythmus hoch halten, hatten sich die Herisauer vorgenommen. Nicht alles gelang nach Wunsch, und so hoch wie in der Meisterschaft sei das Tempo nicht gewesen, so Verteidiger Homberger. Seine Teamkollegen Pascal Rotzinger und Philipp Aerni erhöhten im Schlussdrittel noch auf 7:2. Im Anschluss gab es in der Garderobe für beide Mannschaften eine Stärkung. Statt der üblichen Pasta wurde auf Wunsch der Gäste ein Reisgericht serviert.