SC Herisau bleibt gegen das Schlusslicht ohne Strafen und erzielt acht Tore

1. Liga: Luzern stellt zwar einen Dreifachschützen, unterliegt dem SC Herisau aber deutlich

Lukas Pfiffner
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Herisaus Marc Pace stochert den Puck ins Luzerner Tor.

Herisaus Marc Pace stochert den Puck ins Luzerner Tor.

(Bild: Mea McGhee)

Stefan Allenspach, Herisaus Torhütertrainer, unterhielt sich nach der Partie mit beiden Goalies. Beim SCH zeigte Sohn Flavio ein gutes 1.-Liga-Debüt, er bügelte einiges aus, was seine Vorderleute angesichts der frühen und deutlichen Führung zuliessen. Und der Gast aus der Zentralschweiz war mit Gregory Keller angereist, der in der Saison 2013/14 dem Kader des SC Herisau angehört hatte.

Keller konnte am Mittwoch Zuspruch brauchen. An das 3:0 am Sonntag auswärts gegen Prättigau schloss der Aufsteiger im Sportzentrum nicht an. Die Luzerner verloren nur wegen Herisauer Nachlässigkeiten und zwei Schüssen an die Torumrandung nicht zweistellig. Der Torhüter war mit Abprallern und einmal mit einem Fangfehler direkt an Gegentoren beteiligt, hatte aber in einer ziemlich überforderten Mannschaft eine ganz schwierige Aufgabe.

Die Startvariante einstudiert

Schon nach sechs Sekunden gerieten die Gäste in Rückstand: Jeitziner lancierte aus der Abwehr Gartmann, dieser bezwang Keller. «Kein Zufall, sondern eine einstudierte Variante», erklärte Captain Roman Popp. Vor zwei Wochen hatten die Ausserrhoder auf diese Art auch Wetzikon überrascht – Gartmann hatte damals einen Penalty bewirkt und diesen zur Führung nach zehn Sekunden verwertet. Das 2:0 war die Folge einer schönen Powerplay-Aktion Jeitziners, der einen Schuss antäuschte und auf Gartmann spielte. Das 3:0 gelang Olbrecht, der nicht in der Verteidigung, sondern auf der Flügelposition eingesetzt wurde. Die Tore vier bis sieben produzierte die Linie um den wirkungsvollen Center Pace mit Routinier Popp und dem keck aufspielenden Junior Inauen. Den Schlusspunkt setzte Speranzino.

«Das konnte es nicht sein»

Die Mittelzone gehörte zunächst eindeutig den Ausserrhodern, die sich immer wieder vielversprechend lösten. Ab dem zweiten Abschnitt (als wegen Nosers Verletzung nur noch fünf Verteidiger eingesetzt wurden) liessen es die Gastgeber allerdings weniger konzentriert und zielstrebig angehen – es fehlten zeitweise das Feuer und die Genauigkeit. Die Angriffsauslösung war nun fehlerhafter als im Startdrittel, und Mängel in der Zuordnung wurden durch das erste Gegentor bestraft. «Wir haben das zweite Drittel verloren, das konnte es nicht sein», meinte Popp. Immerhin gelang die Korrektur in Form von weiteren Toren gegen den Tabellenletzten. Den einzigen Dreifachtorschützen des Abends stellten allerdings die Zentralschweizer mit Captain Burkart.

In der Breite besser besetzt

«Es schlichen sich immer wieder Fehler ein. Leider passiert uns dies gegen schwächere Mannschaften nicht das erste Mal», fasste Popp zusammen. Dass die Ausserrhoder individuell und in der Breite besser besetzt waren, zeigte sich schnell. Echt gefährdet war der Herisauer Erfolg nicht, aber es gab Rückschläge in Form von unsicheren Händen und unkonzentrierten Momenten. Dafür war dem SCH punkto Disziplin ein seltenes Zeugnis auszustellen. Nein, er könne sich nicht daran erinnern, dass sein Team einmal eine Partie ohne Strafen hinter sich gebracht habe, meinte Popp nach dem höchsten Saisonsieg. Disziplin wird auch morgen Samstag gefragt sein, wenn der SCH in Bellinzona antritt. Die Tessiner sind die andere Mannschaft, gegen die er in dieser Saison acht Tore erzielt hat.