SBW Herisau mit neuem Angebot

Mit der neuen Abteilung «Prosecundaria» ist die SBW Herisau am Montag ins 20. Schuljahr gestartet. 58 Jugendliche besuchen aktuell das Haus des Lernens. Für Schulleiter Luzi Parpan steht das «lebensnahe Lernen» im Zentrum.

Mea Mc Ghee
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Das alte Zweierpult ist einer der liebsten Arbeitsplätze von Luzi Parpan. Er ist seit drei Jahren Schulleiter der SBW Herisau. (Bild: mc)

Das alte Zweierpult ist einer der liebsten Arbeitsplätze von Luzi Parpan. Er ist seit drei Jahren Schulleiter der SBW Herisau. (Bild: mc)

HERISAU. Ein langer Zebrastreifen auf dem Fussboden verbindet die verschiedenen Arbeitsbereiche im SBW Haus des Lernens. 58 Jugendliche sind am Montag ins Schuljahr der SBW Herisau gestartet – es ist das zwanzigste seit das private Schulangebot 1996 auf Initiative von Eltern gegründet worden ist. Nebst den bisherigen Stufen Secundaria (7. und 8. Klasse) und Futura und dem Kunstjahr (9. und 10. Schuljahr) bietet die SBW Herisau neu die «Prosecundaria» (6. Schuljahr) an. «Wir sind auf massgeschneiderte Angebote und fliessende Übergänge spezialisiert», sagt Schulleiter Luzi Parpan. Daher könne der Übertritt in die Secundaria individuell und auch während des Schuljahres erfolgen. «Für die neue Stufe haben wir ein eigenes Förderprogramm entwickelt, das den einzelnen auch fordert», sagt Luzi Parpan.

«Bewegtes» Lernen

Die SBW unterscheidet sich in vielen Punkten von öffentlichen Schulen: Anstelle von Schulzimmern gibt es Lernlandschaften mit individuell gestalteten Arbeitsplätzen. Lehrer und Schüler arbeiten als Lernpartner zusammen, der Grundstoff wird in Inputlektionen vermittelt, «bewegtes» Lernen ist möglich, auch dank eines Steinpfades. Weiter gibt es Laufbänder vor Stehpulten oder Einräder, die zwischendurch genutzt werden können. «Die SBW Herisau ist seit ihrer Gründung in vielen Bereichen Impulsgeber für öffentliche Schulen», sagt Luzi Parpan. Etwa für die Lernlandschaften der Oberstufen Herisau und Schwellbrunn.

Persönlich, neugierig, lebensnah

Im SBW Haus des Lernens gibt es laut Schulleiter Parpan drei zentrale Leitbegriffe: «persönlich», «neugierig» und «lebensnah». Zu Beginn jedes Schuljahres steht die Kennenlernwoche mit Elementen wie Speeddating, Besuch eines Seilparks oder einem Foto-OL. «Jeder Jugendliche arbeitet zudem nach einem persönlichen Fahrplan und erreicht die Ziele auf individuellem Weg.» Die offenen Strukturen überforderten manche Schüler, umso wichtiger sei die Achtsamkeit der Lerncoaches und die Begleitung. Der zweite Leitbegriff komme zum Tragen, indem Raum für Projekte aller Art besteht. «Bei deren Realisierung sind die Lernbegleiter besonders gefordert.» Weiter sei, so der Schulleiter, Unterricht an der SBW Herisau lebensnah. Ein Beispiel: Je zwei Jugendliche und ein Lerncoach kochen für den Mittagstisch – das ist Kochunterricht.

Acht Lernbegleiter

Acht Lernbegleiter, darunter Luzi Parpan, eine Praktikantin und zwei «Direktorinnen des ersten Eindruckes» (Sekretariat) arbeiten für die SBW Herisau – mit Ausnahme des Schulleiters und der Praktikantin alle Teilzeit. Die Mitarbeitenden verstehen sich als Dienstleister für die Jugendlichen und deren Eltern. Luzi Parpans Gedanken kreisen auch in der Freizeit oft um die SBW Herisau. «Abschalten kann ich kaum, dafür gibt mir das Lebensumfeld, das ich mit entwickeln kann, Arbeitszufriedenheit.» Seit 1998 ist er bei der SBW Herisau, seit drei Jahren trägt er als Schulleiter die Hauptverantwortung. Ende 2016 erreicht er das Pensionsalter. Ziel sei es, bis dahin einen Nachfolger einzuarbeiten.