Saumchörli tritt mit einem Zäuerli am Jodlerfest an

Erstmals nimmt kommendes Wochenende das Saumchörli Herisau an einem Jodlerfest teil – und zwar am Nordostschweizerischen Jodlerfest in Schaffhausen und Neuhausen am Rheinfall. Das Saumchörli wird dabei vor einer Jury ein Zäuerli zum besten geben.

Roger Fuchs
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Das Saumchörli Herisau hat sich während der letzten Proben intensiv auf das Jodlerfest vorbereitet – dort wird man in der Tracht auftreten. (Bild: Roger Fuchs)

Das Saumchörli Herisau hat sich während der letzten Proben intensiv auf das Jodlerfest vorbereitet – dort wird man in der Tracht auftreten. (Bild: Roger Fuchs)

herisau. Die Teilnahme an einem Jodlerfest und die dafür vorausgesetzte Mitgliedschaft bei einem Verband wurden während der letzten Jahre im Saumchörli Herisau zwar immer wieder einmal thematisiert, doch die Mehrheit sei stets dagegen gewesen, weiss das amtsälteste Chormitglied Peter Knellwolf. Man habe keinen Nutzen darin gesehen. Zwischenzeitlich hat innerhalb des Chores offensichtlich ein Prozess stattgefunden und es gab auch einige Wechsel: Ältere Mitglieder sind gegangen, jüngere zum Chor dazu gestossen.

Erstmals seit der Gründung 1945 lässt sich nun die Formation am nächsten Wochenende im Rahmen des 27. Nordostschweizerischen Jodlerfestes bewerten.

Auch Dirigent hat motiviert

Dass man sich im Saumchörli Herisau für den Beitritt zum Nordostschweizerischen Jodlerverband und zur Teilnahme am Jodlerfest entschieden hat, ist allerdings nicht nur auf einen Generationenwechsel zurückzuführen; motivierend gewirkt hat Ueli Koller, seit Mai 2009 Dirigent. Er erachtet es als wertvoll, von einer Jury bewertet zu werden.

«Der Chor weiss dadurch, wo er steht», sagt Koller. Noch am Festwochenende sollen die Jodlergruppen eine Note zwischen 1 (sehr gut) und 4 (ungenügend) erhalten, zwei Monate später würde ein ausführlicher Jurybericht folgen. Mit der Note 1 oder 2 wäre der Chor berechtigt, auch auf eidgenössischer Ebene an einem Jodlerfest anzutreten.

Ein Alder-Zäuerli

Wie Ueli Koller weiter ausführt, tritt das Saumchörli am Nordostschweizerischen Verbandsjodlerfest in der Appenzeller Tracht auf. Gesungen wird ein Zäuerli – das «Widebach-Zäuerli» von Arthur Alder. Das Stück dauert rund vier Minuten und besteht aus drei Teilen, die sich wiederholen. Die erste Stimme («Vorzaure») übernimmt Nicole Hefti, die zweite Stimme («Gradheebä») Karin Koller.

16 Chormitglieder

Das vor 65 Jahren gegründete Saumchörli Herisau setzt sich heute aus sieben Frauen und neun Männern zusammen. Die Mitglieder stammen mehrheitlich aus dem Appenzeller Hinterland und sind zwischen 17 und 48 Jahren alt. Laut dem Präsidenten Hanspeter Bösch geht aus alten Chroniken hervor, dass im Saum, dem östlichen Landbezirk von Herisau, bereits vor 1579 gemeinsam gesungen wurde, also lange vor der Gründung des Appenzellischen Sängervereins (1824).

Das Archiv berichte unter anderem über die Singgesellschaft Saum, den Männerchor Saum, den Töchterchor Saum, den Jugendchor Saum, das Quartett Saum und das Doppelquartett Saum.

In seinem Repertoire konzentriert sich das Saumchörli vorab auf Lieder und Zäuerli, die durch ihre Einfachheit und Klarheit bestechen. Häufig sind gemäss Bösch auch gar keine Noten oder Komponisten bekannt, sondern es handle sich um Lieder, die über Generationen hinweg durch das Gehör weiterlebten.

Auch das Gesellschaftliche zählt

Reist das Saumchörli nun zum Jodlerfest, so erhofft man sich zwar eine gute Bewertung, aber nicht nur. Auch das Gesellschaftliche ist den Mitgliedern wichtig. Oder wie es Karin Koller ausdrückt: Nicht nur das Singen, auch was «daneben» passiere, motiviere sie stets, im Chörli mitzumachen.

www.jodlerfest-schaffhausen.ch