Saubere Lösung gegen Feinstaub

Eine Baumaschine stösst sehr viel Russ aus. Deshalb müssen Baumaschinen per Gesetz schon seit Jahren mit einem Diesel-Partikelfilter ausgestattet sein. Patrik Grütter hat Filtersysteme entwickelt, die sich rasch und einfach warten lassen.

Matthias Giger
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LICHTENSTEIG. Pro Woche stösst eine ältere Baumaschine ohne Partikelfilter bis zu 700 Gramm Feinstaub in Form von Russ aus. Diese Partikel können Krebs verursachen. Deshalb müssen neue Baumaschinen von Gesetzes wegen mit einem Partikelfilter ausgestattet sein. Damit diese Filter auch lange funktionstüchtig bleiben, sollten sie von Zeit zu Zeit gewartet werden.

Da die Wartung durch spezialisierte Unternehmen seine Zeit in Anspruch nimmt und bei geleasten Maschinen teure Stillstand-Zeiten verursachen, haben viele Baumaschinen einen Brenner montiert. Dabei werden die krebserregenden Russpartikel durch die Eigenhitze im Filter je nach Beschichtung ab 350 Grad Celsius vollständig oxidiert und damit unschädlich gemacht.

Einfacher für Maschinenführer

Und hier kommt der Lichtensteiger Patrik Grütter ins Spiel. Der Besitzer und Geschäftsführer der Physitron GmbH (siehe Kasten) Schweiz mit Sitz in Lichtensteig hat ein Diesel-Partikelfiltersystem mit Brenner (patentiert) entwickelt, welches den Wartungsaufwand minimiert und darüber hinaus selbständig arbeitet. «Viele Baumaschinenführer kümmern sich nicht weiter darum, wenn der Filter Alarm schlägt. Das kann dazu führen, dass der Filter verstopft und damit unbrauchbar wird. Die Kosten trägt die Baufirma und ein neuer Partikelfilter kostet für eine Baumaschine schnell einmal einige tausend Franken», sagt Patrik Grütter.

Das System, das der Lichtensteiger entwickelt hat, arbeitet selbständig. Der Maschinenführer müsse lediglich den Zündschlüssel drehen. Der Filter werde während des Betriebes automatisch ausgebrannt und müsse daher im jährlich empfohlenen Service nur noch mit Druckluft ausgeblasen werden. Dadurch nehme die Wartung nur wenige Stunden in Anspruch. Müsse der Filter hingegen in der Servicestelle ausgebrannt werden, so würde dies rund zwei Tage dauern.

Technik an sich ist nichts Neues

Die Testphase des neuen Filtersystems ist für den Bereich der Baumaschinen noch nicht abgeschlossen. Die Firma G-Technology GmbH (siehe Kasten) hat für einen Feldversuch eine Baumaschine der E. Weber AG mit ihrem Filtersystem ausgerüstet. «Der Vorteil ist, dass wir bei allfälligen Komplikationen schnell vor Ort sind. Dies ist bei unserem Prestige-Feldversuch, der Ausrüstung von Baumaschinen, die im Atom-Endlager Gorleben unter Tage zum Einsatz kommen, nicht der Fall. Wobei ich dazu sagen muss, dass das System im Allgemeinen sehr zuverlässig arbeitet», sagt Patrik Grütter. Diesel-Partikelfiltersysteme, bei denen ein Brenner zum Einsatz kommt, gibt es schon länger. «Die Innovation an unserem System ist vor allem dessen Leistungsspektrum von drei bis 300 Kilowatt. Das System ist in vier Grössen erhältlich. Zudem ist es im Vergleich zu anderen Systemen zuverlässiger und funktioniert ohne Additiv», sagt Patrik Grütter. Ein Additiv sei eine Substanz, die den Flammpunkt des Diesels senkt. Damit die krebserregenden Stoffe im Filter unschädlich gemacht werden, benötige es nämlich eine bestimmte Betriebstemperatur. Der Nachteil des Additivs sei aber, dass die Additiv-Asche nach spätestens 500 Betriebsstunden den Filter verstopft hat. Im Steuerelement des G-Technology-Filtersystems sitzt ein Schreiber (Datenlogger), der die Temperatur im Filter protokolliert und bei Überschreitung der Maximalwerte Alarm schlägt. Das patentierte System von Patrik Grütter arbeitet in einem kontrollierten Bereich. «Die Temperaturschwankungen sind gering, sie betragen rund 20 Grad Celsius. Bei einer Regenerations-Temperatur ab 440 Grad Celsius ist dies minim», verdeutlicht Patrik Grütter. Die Brenner der Konkurrenzsysteme würden mit dem Problem kämpfen, dass sie unkontrollierte Temperaturen erzeugen. Dadurch würden die Filter verbrannt, so Patrik Grütter.

Seinem System liegt das Prinzip der Dieselverdampfung zugrunde, ein Prinzip, das bei Benzinmotoren schon länger zur Anwendung komme und das er auf Diesel übertragen habe.

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