Sanierung der Mehrzweckanlage Sommertal in Schwellbrunn: Nun kommt die Bevölkerung zum Zug

Die Mehrzweckanlage Sommertal soll für rund 5.4 Millionen Franken saniert werden. Für die Ausarbeitung des Vorprojektes zählt die Gemeinde Schwellbrunn auf kreative Inputs aus der Bevölkerung.

Claudio Weder
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So könnte die neue Mehrzweckanlage aussehen: Links die neuen Garderoben, rechts der Eingangsbereich mit der neuen Foyer-Halle. (Bild: PD)

So könnte die neue Mehrzweckanlage aussehen: Links die neuen Garderoben, rechts der Eingangsbereich mit der neuen Foyer-Halle. (Bild: PD)

«170 Personen an der Orientierungsversammlung – Schwellbrunner hinter dem Mehrzweckgebäude», so titelte die «Appenzeller Zeitung» am 16. Juni 1979, kurz bevor das Stimmvolk dem Millionenkredit für den Bau der Mehrzweckanlage Sommertal zustimmte. Heute, 40 Jahre später, steht die Sanierung derselben zur Diskussion. Am vergangenen Mittwochabend informierte die Gemeinde im Restaurant Untere Mühle über den Fortschritt des Projekts. Mit rund 80 Anwesenden war das Schwellbrunner Volk zwar nicht mehr ganz so zahlreich vertreten wie noch vor 40 Jahren, dennoch zeugten das rege Erscheinen und die angeregten Tischgespräche von hohem Interesse an diesem Thema.

«Die Mehrzweckanlage Sommertal ist in die Jahre gekommen und entspricht nicht mehr den heutigen Bedürfnissen», sagte Gemeindepräsident Hansueli Reutegger in seiner Ansprache. Sie sei zu klein, häufig überbelegt und daher für zusätzliche Veranstaltungen kaum mehr nutzbar. Mit der geplanten Sanierung soll sich dies ändern. Wie der Gemeinderat kommunizierte, konnte das Planerwahlverfahren erfolgreich abgeschlossen werden. Als Nächstes gehe es darum, zusammen mit dem ausgewählten St. Galler Architekturbüro kimlim das Vorprojekt auszuarbeiten, das dann am 20. Oktober dem Stimmvolk zur Abstimmung vorgelegt werden soll. Die bereits vorliegende Konzeptstudie wurde am Mittwoch vorgestellt.

Vielseitig nutzbarer Mehrzweckraum

Die Mehrzweckanlage wird von der Schule, von Vereinen wie auch vom Militär und vom Zivilschutz genutzt. In erster Linie soll mit der Sanierung eine räumliche Trennung zwischen ziviler und militärischer Nutzung angestrebt werden. «So könnten bei Bedarf bis zu drei Veranstaltungen parallel durchgeführt werden – ohne dass sich die verschiedenen Nutzer, wie es heute der Fall ist, in die Quere kommen», sagte Markus Schmidli, Gemeinderat und Präsident der Baukommission. Dazu soll das bestehende Gebäude auf der östlichen wie auch der südlichen Seite mit Anbauten erweitert werden.

Vorgesehen ist ein 167 Quadratmeter grosser Mehrzweckraum im Osten, der vielseitig genutzt werden könnte – etwa als zusätzliche kleine Turnhalle, Speisesaal für das Militär oder zusätzlicher Veranstaltungsraum. Parallel dazu soll ein neuer Geräteraum gleich nebenan entstehen. Ebenso soll die südliche Aussenseite mit einer Foyer-Verbindungshalle erweitert werden, die den raschen Zugang vom Eingangsbereich in den neuen Mehrzweckraum im Osten gewährleistet. Neben der Erneuerung der sanitären Anlagen im Westen soll auch der Eingangsbereich neu gestaltet werden. Auf dem Dach ist eine Fotovoltaikanlage geplant.

Die Bevölkerung soll mitreden

Für die Finanzierung hat die Gemeinde ein Kostendach von rund 5.4 Millionen Franken im Budget vorgesehen – für eine finanzschwache Gemeinde wie Schwellbrunn ein «grosser Lupf». «Mit der Ausschöpfung dieser Summe gehen wir ans finanzielle Limit», sagte Reutegger. Weitere Investitionen müssten über einige Jahre hinweg ausbleiben, damit die Vorgaben des Finanzhaushaltsgesetzes eingehalten werden können.

Ebenso wichtig erachtet es der Gemeinderat, die Bevölkerung von Anfang an in die Gestaltung des Projektes miteinzubinden. So soll die Gemeinde nicht nur bei der Volksabstimmung das letzte Wort haben, sondern auch bei der Ausarbeitung des Vorprojektes mitwirken können. «Wichtig ist uns, dass diejenigen Personen, die die neue Anlage zukünftig nutzen werden, uns ihre Ideen und Anliegen beisteuern; denn sie wissen am besten, was sie brauchen», sagte Schmidli.

Aus diesem Grund wurde eine Teilprojektgruppe – als Bindeglied zwischen der Baukommission und den Nutzern der MZA – ins Leben gerufen. Sie besteht aus 22 Vertretern verschiedenster Interessensgruppen. Im Rahmen zwei parallel stattfindender Veranstaltungen am kommenden Mittwoch, 23. Januar, können sämtliche Anliegen zur MZA-Sanierung deponiert werden: Für die Nutzer der MZA wird in der Aula des Schulhauses Sommertal ein Workshop veranstaltet, für die restliche Bevölkerung besteht im Rahmen eines Tages der offenen Tür die Möglichkeit, ihre Ideen einzubringen. Im Falle, dass das Vorprojekt bei der Volksabstimmung am 20. Oktober angenommen werden sollte, wäre der Baubeginn voraussichtlich im September 2020. Die Bauzeit würde ungefähr ein Jahr betragen.