SANIERUNG: Bahnübergänge in Arbeit

Das Streckennetz der Appenzeller Bahnen weist eine grosse Zahl ungesicherter Bahnübergänge auf. Diese müssen den Sicherheitsvorschriften angepasst werden.

Andy Lehmann
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Auch dieser Bahnübergang in Speicher muss saniert werden. (Bild: Alessia Pagani)

Auch dieser Bahnübergang in Speicher muss saniert werden. (Bild: Alessia Pagani)

Andy Lehmann

andreas.lehmann

@appenzellerzeitung.ch

Das Bundesamt für Verkehr (BAV) schrieb vor, dass bis Ende 2014 alle ungesicherten Bahnübergänge saniert werden müssen, um die geforderten Sicherheitsvorschriften zu erfüllen. «Im Jahr 2003 wies das Netz der Appenzeller Bahnen noch 539 Bahnübergänge auf, davon wurden bis heute 153 aufgehoben. Die andern müssen seither auf den neusten Stand gebracht werden», sagt Sabrina Huber, stellvertretende Mediensprecherin der Appenzeller Bahnen AG.

Um einen Bahnübergang sanieren zu können, müssen bestimmte Voraussetzungen erfüllt sein. Dabei folgen die Appenzeller Bahnen einem Drei-Punkte-Plan. Zuerst muss das Projekt ausgearbeitet werden. In einem zweiten Schritt muss das Plangenehmigungsverfahren (Baubewilligung ) beim BAV eingeleitet werden. Wenn keine Einsprachen eingereicht werden und das BAV die Bewilligung erteilt, haben die Appenzeller Bahnen 12 Monate Zeit, das Projekt zu realisieren.

«Bei der Projekterstellung sprechen wir vom Lossystem. Das heisst: Auf einem Streckenabschnitt befinden sich mehrere Bahnübergänge, diese werden zusammengefasst und als ein Projekt, oder eben ‹Los›, geplant. Wenn nun gegen einen dieser Bahnübergänge das Einsprachenrecht genutzt wird, steht das ganze Los still, bis eine Einigung erzielt wurde», sagt Sabrina Huber. Obwohl dadurch gewisse Verzögerungen entstehen, sei dies aus planungstechnischer Sicht die effizienteste Lösung, ­ so Huber. Die Sanierung eines Bahnübergangs setzt grosse logistische Prozesse in Gang. Die Materialbeschaffung und -bereitstellung läuft, sobald die Baubewilligung beim BAV eingereicht wurde. Im Weiteren muss die Arbeitseinteilung geplant werden. Schlechte Witterungsbedingungen wie Schnee und Eis können die Bauarbeiten ebenfalls verzögern.

Zwei Drittel der Projekte sind fertiggestellt

«Von den ehemals 386 Bahnübergängen, welche sanierungsbedürftig waren, konnten 251 fertiggestellt werden. Von den verbleibenden 135 sind 53 im Bau, bei 46 läuft das Plangenehmigungsverfahren beim BAV. Sieben sind in der Planphase, zehn wurden im Winter bewilligt, und gegen dreizehn laufen derzeit Einsprachen. Die verbleibenden sechs werden im Zuge des Ruckhaldetunnels 2018 komplett aufgehoben», sagt Sabrina Huber.

Die Bahnübergänge an den Zugstrecken Rorschach–Heiden und Rheineck–Walzenhausen sind fertig saniert. Somit sind die Arbeiten nun an den Strecken St. Gallen–Trogen, St. Gallen–Appenzell, Altstätten–Gais und Gossau bis Wasserauen noch im Bau oder in Planung. Gemäss Sabrina Huber werden die Kosten für das gesamte Sanierungspaket zu je einem Drittel vom Kanton, involvierten Gemeinden und den Appenzeller Bahnen getragen. «Bis wann das Grossprojekt abgeschlossen ist, hängt von vielen Faktoren ab. Sicher ist, dass nach dem Erteilen der Bewilligung durch das BAV die Bauarbeiten umgehend aufgenommen werden – bei entsprechenden Wetterverhältnissen», sagt Huber. -