Samariter feiern ihr Jubiläumsjahr

Der Schweizerische Samariterbund feiert dieses Jahr sein 125jähriges Bestehen. Der Kantonalverband beider Appenzell ist wesentlich jünger, liess es sich aber an der DV nicht nehmen, auch etwas mitzufeiern.

Hanspeter Strebel
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Samaritertreue (von links): Claudia Göldi (Wolfhalden), Ursula Inauen, Annelies Dähler, Maria Schlatter (alle Weissbad-Brülisau) erhielten die Dunant-Medaille. Hinten Verbandspräsident Thomas Brocker. Abwesend war Preisträgerin Katharina Inauen (Weissbad-Brülisau). (Bild: Karin Steffen)

Samaritertreue (von links): Claudia Göldi (Wolfhalden), Ursula Inauen, Annelies Dähler, Maria Schlatter (alle Weissbad-Brülisau) erhielten die Dunant-Medaille. Hinten Verbandspräsident Thomas Brocker. Abwesend war Preisträgerin Katharina Inauen (Weissbad-Brülisau). (Bild: Karin Steffen)

HEIDEN. Gleich zu Beginn der Delegiertenversammlung im Kursaal Heiden liess es sich Verbandspräsident Thomas Brocker nicht nehmen, den Teilnehmenden zum Geburtstag zu gratulieren. Die Zentralpräsidentin Monika Dusong war extra aus Neuenburg angereist, um die appenzellischen Samariterinnen und Samariter auf die Jubiläumsaktivitäten aufmerksam zu machen, vorab aber, um ihnen für ihren Einsatz im Dienste der Gesellschaft zu danken. «Ihr leistet Gewaltiges für unser Land und dürft deswegen ruhig etwas mehr Selbstbewusstsein zeigen», sagte die frühere Politikerin. 500 Vollzeitstellen wären nötig, um die Freiwilligenarbeit zu kompensieren, rechnete die Samariterbunds-Präsidentin vor.

Die Wertschätzung für die Samariterarbeit zeigte auch der Aufmarsch der Gäste aus dem Gesundheitsbereich des Kantons, dem Bevölkerungsschutz, der Polizei und der Feuerwehr, die wie auch die Nachbarverbände ihre Vertretungen geschickt hatten. Die offiziellen Grüsse des Standortkantons überbrachte Amtsleiter Reto Fausch vom Ausserrhoder Gesundheitsdepartement.

5500 Einsatzstunden

Umstrittene Geschäfte hatten die 55 stimmberechtigten Delegierten aus allen gut zwei Dutzend Vereinen der beiden Kantone nicht zu erledigen. Es ging mehr um Informationen und um das gegenseitige Kennenlernen, wozu auch der Apéritif und das Nachtessen samt Unterhaltungsprogramm beitrugen.

In den mündlichen Ergänzungen zum Jahresbericht bezifferte Präsident Thomas Brocker die Zahl der geleisteten Einsatzstunden auf 5500, von denen über 1000 Appenzellerinnen und Appenzeller profitiert hatten.

Die von Kassierin Maurizia Inauen vorgelegte Jahresrechnung schloss mit einem kleinen Verlust ab. Das Reinvermögen beträgt noch 80 000 Franken. Die Finanzlage erlaubte es, den Mitgliederbeitrag auf dem bisherigen Niveau zu belassen. Das Budget 2013 geht erneut von einem kleineren Verlust von 3000 Franken aus. Da sich die Helpgroup Appenzellerland Gais mangels Interesse der Jugendlichen auflöste, wurde deren Vermögen von 2000 Franken in einen separaten Fonds zur Jugendförderung eingelegt.

Zu wählen gab es nur einen Ersatz für Conny Sturzenegger, Schwellbrunn, in der Geschäftsprüfungskommission. An ihre Stelle wurde Marlene Kellenberger, Rehetobel, gewählt.

Kein «Sami-Award»

Als nächster Versammlungsort wurde Schwellbrunn bestimmt. Der «Sami-Award» wurde für einmal nicht verliehen. Man mache eine Pause, sagte Thomas Brocker, da sich kein Kandidat aufgedrängt habe.

Business-Kurse und E-Learning

Kernpunkt der Informationen war die Zusammenarbeitsvereinbarung mit dem Kantonalverband St. Gallen im Bereich der Firmenkurse («business samariter»), die kurz vor dem Abschluss steht. Man wird auf April ein Kurssekretariat einrichten, das mit Daniela Indermaur, Teufen, besetzt ist. Zielgruppe sind grössere und mittlere Firmen. Bereits Kunden sind zum Beispiel Aldi Schweiz oder die Appenzeller Bahnen.

Verstärkt wird beim Kursangebot auf das E-Learning gesetzt, wobei sich der Verbandspräsident bewusst ist, das es im Appenzellerland wohl noch einige Anlaufschwierigkeiten geben werde. Auch der Refresher-Kurs wird elektronisch angeboten. Davon verspricht man sich laut Zentralpräsidentin Dusong mehr als von politischem Druck für ein periodisches Obligatorium, dem mit Sicherheit Widerstand erwachsen würde, sagte sie auf ein Votum aus der Versammlung.

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