SAK kommt Kundenwünschen näher

Die St. Gallisch-Appenzellischen Kraftwerke AG (SAK) haben in Alt St. Johann und Stein das Glasfaserkabel schon fast fertig eingezogen. Jetzt müssen sich die Hausbesitzer entscheiden, welche Leistungen sie benötigen. Dazu gibt es aus Sicht der Nutzer noch einige Fragen.

Beatrice Bollhalder
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Auch die Bewohner von Stein können dank des Glasfaseranschlusses künftig auf schnellere Leitungen zählen. (Bild: Beatrice Bollhalder)

Auch die Bewohner von Stein können dank des Glasfaseranschlusses künftig auf schnellere Leitungen zählen. (Bild: Beatrice Bollhalder)

OBERES TOGGENBURG. «Mit Lichtgeschwindigkeit in die Zukunft» versprach der Brief der SAK, mit der der Energiekonzern vor Jahresfrist um Kunden für sein neues Produkt warb. Nun ist es so weit, die Leitungen sind eingezogen. Die Hausbesitzer können aus verschiedenen Angeboten ein für sie optimales Paket schnüren. In Bezug auf die Nutzung von SAKnet gibt es noch einige Fragen, die das Toggenburger Tagblatt Lukas Mäder, dem stellvertretenden Vorsitzenden der Geschäftsleitung der SAK, vorgelegt hat.

Vor einem Jahr hat die SAK von sieben Serviceanbietern gesprochen. Damals zählte die SAK nicht dazu. Warum hat sie sich entschlossen, selber in diesem Markt mitzumischen?

Lukas Mäder: Die SAK ist ein etablierter Anbieter im Markt. Die Menschen vertrauen uns. Sie erwarten Zuverlässigkeit, Weitsicht und Sicherheit auf Basis eines partnerschaftlichen Miteinanders. Aus einer Kundenumfrage und in zahlreichen Gesprächen kristallisierte sich heraus, dass die Menschen unserer Region Internet, TV und Telefon direkt von der SAK beziehen möchten. Für uns bedeutet dieser Schritt, den Wünschen der Kunden näherzukommen. Wir möchten das über Jahrzehnte gewachsene Vertrauensverhältnis hochhalten und pflegen. Es begann mit Strom, aber heute lebt man in einer Zeit mit modernsten Technologie-, Kommunikations- und Unterhaltungsmöglichkeiten. Dieser Erweiterung der Grundversorgung räumen wir Platz ein.

Die Swisscom gehörte nicht zu den Anbietern? Hat sich das inzwischen geändert?

Mäder: In fünf Gemeinden, aber nicht im Toggenburg, konnte die SAK mit der Swisscom eine Zusammenarbeit vereinbaren.

Kann also jemand, der beispielsweise via Swisscom telefoniert, mailt oder fernsieht nur von der schnelleren Verbindung profitieren, wenn er zur SAK wechselt?

Mäder: Nein. Das SAKnet ist ein offenes Netz. Wir sind nach wie vor auf dem Glasfasernetz nicht der einzige Anbieter. Genau das zeichnet die neue Infrastruktur aus. Der Netzbetreiber hat nicht alle Macht. Er öffnet das Netz für das Kommunikations- und Unterhaltungsangebot verschiedener Anbieter. Kunden wählen das für sie passende Paket aus einer Vielzahl von Angeboten und Anbietern aus.

Muss alles gewechselt oder können auch einzelne Angebote genutzt werden?

Mäder: Bei der SAK haben die Kunden die Möglichkeit, eine Auswahl zu treffen. Sie können einfach einen Internetdienst bestellen. Und sie können diesen jeweils mit TV- und Telefondiensten ergänzen. Ganz wie es für sie passt.

Gibt es auch ein Handy-Angebot?

Mäder: Unser Angebot besteht aus SAK Internet, TV und Telefon. Mobile Telefonie ist nicht Bestandteil unseres Angebotes. Allerdings ist SAK TV als App auf mobilen Geräten wie Smartphone und Tablet verfügbar. SAK Telefon kann auch über das Smartphone genutzt werden. Dafür empfehlen wir dann aber eine Datenflatrate auf dem Mobiltelefon oder die Nutzung in einem WLAN-Netz.

Ist das SAKnet in Wildhaus schon in Betrieb?

Mäder: Wildhaus ist bereits seit 2012 mit dem Glasfasernetz SAKnet erschlossen. Die Erschliessung ist jedoch noch nicht abgeschlossen. Es kommen weitere Nutzungseinheiten dazu. Im Gebiet Wildhaus-Alt-St. Johann nutzen rund zehn Prozent der bereits erschlossenen Nutzungseinheiten Dienste über die Glasfaser. Zum Teil auch SAK Internet, TV und Telefon, das seit August 2014 verfügbar ist.

Sind die Nutzer zufrieden?

Mäder: Gemäss einer Umfrage haben die Kunden im Bereich Internet und Telefonie keine Wünsche offen. Im Bereich TV möchten sie zusätzlich beispielsweise eine Filmbibliothek oder ein stufenloses Vorwärts- und Rückwärtsspulen bei Aufnahmen und Wiederholung anstelle eines Spulens in 30-Sekunden- oder fünf-Minuten-Sprüngen. Wir haben diese Feedbacks in die Entwicklungsplanung aufgenommen und werden uns immer wieder von neuem als guter Partner beweisen müssen.

In Alt St. Johann und Stein werden in den nächsten Monaten die Glasfaserleitungen in Betrieb genommen. Bis zur Glasfaserdose im Haus entstehen dem Hausbesitzer keine Kosten, oder?

Mäder: Die SAK übernimmt in der Bauzone die Kosten für die Erschliessung bis zur Glasfaserdose. In Randgebieten beteiligt sich der Eigentümer an den Kosten.

Was muss er anschliessend unternehmen, um eine schnellere Verbindung zu erhalten?

Mäder: Hauseigentümervertrag und Glasfaserdose verpflichten niemanden dazu, Glasfaserdienste zu beziehen. Wer jedoch die schnelle Verbindung nutzen möchte, sucht sich aus dem vorhandenen Angebot das passende aus und bestellt es. Wer bereits Dienste ausserhalb des Glasfasernetzes genutzt hat und diese dann künftig nicht mehr nutzen möchte, kündigt sie beim entsprechenden Anbieter.

Wie kann man Kosten sparen?

Mäder: Hier können wir von SAK Internet, TV und Telefon sprechen. Je nachdem, ob der Kunde nur einen Dienst beziehen möchte, zwei Dienste oder auch drei, verändern sich die Preise. Auch die gewählte Leistungsstärke des Dienstes beeinflusst den Preis. Der Internetdienst umfasst immer symmetrische Bandbreiten. Das heisst, wenn ein Kunde eine 20 Mbit-Leitung bestellt, dann erhält er diese Geschwindigkeit sowohl beim Abrufen von Daten aus dem Internet als auch beim Senden von Daten. Wer zusätzlich zum SAK Internet noch SAK TV und SAK Telefon beziehen will, hat ebenfalls verschiedene Optionen. Wer mehrere Dienste bezieht, erhält Rabatt.

Welchen Vorteil hat jemand, der das Angebot der SAK wählt?

Mäder: Die Umfrage hat ergeben, dass unser Angebot als einfach und günstig, speditiv und schnell verfügbar beurteilt wird. Auch die problemlose Nutzung und die 1a-Qualität sowie die sehr gute Suchfunktion wurden genannt. Unter anderem sind aber auch das direkte Servicetelefon zu kompetenten Mitarbeitern ohne Warteschleifen oder die Stabilität der Internetverbindung ein Grund, SAKnet als Anbieter zu wählen.

Wie können Mieter in diesen Genuss kommen?

Mäder: Sofern der Hauseigentümer der Glasfasererschliessung zugestimmt hat, erhalten alle Mieter eines Gebäudes von uns eine entsprechende Information, dass sie nun Glasfaserdienste beziehen können. Ab diesem Zeitpunkt können sie jederzeit Dienste auf der Glasfaser bestellen. Jede Wohnung wird dann eine Nutzungseinheit. Die Mieter haben die freie Wahl, ob, ab wann und bei wem sie Glasfaserdienste beziehen möchten.

Heute bietet die SAK in den Bauzonen das SAKnet an. Der Strom wird aber bis zum letzten Hof geliefert. Was ist das Problem, auch das Glasfaserkabel in die Stromleitung zu integrieren?

Mäder: SAKnet wird nicht nur in Bauzonen angeboten. Es ist aber so, dass sich die Eigentümer in den Randgebieten an den Erschliessungskosten beteiligen müssen. Zudem sind die baulichen Verhältnisse je nach Alter des Stromnetzes eine echte Herausforderung. Deshalb lässt sich nicht einfach sagen, wenn Strom da ist, kann das Glasfaserkabel mal schnell eingezogen werden.

Wer in einem Einfamilienhaus einen Zweitfernseher hat, muss die «fünf Kühe» wählen, oder?

Mäder: Ja, genau. So können wir sicherstellen, dass getätigte Aufnahmen und Wiederholung auf allen vorhandenen Boxen zur Verfügung stehen.

Wie steht es, wenn es eine Zweitwohnung im Haus gibt?

Mäder: Hier müsste das Haus als Mehrfamilienhaus betrachtet und erschlossen werden. Das heisst, das Haus erhält zwei Nutzungseinheiten. Die Zweitwohnung wird separat mit Glasfaser erschlossen. Dann kann jede Nutzungseinheit unabhängig voneinander einen eigenen Glasfaserdienst wählen.

Die SAK bietet übrigens Beratungsgespräche an, bei dem die jeweilige Situation persönlich besprochen werden kann.

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