Saison-Neustart im Europacup

Der Appenzeller Olympia-Silber-Bob mit Beat Hefti und Alex Baumann startet zum Abenteuer «Medaille an der Europameisterschaft in St. Moritz».

Urs Huwyler
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BOB. Die bisherige Saison können Beat Hefti und Alex Baumann abhaken. Der Anschieber musste wegen eines Bandscheibenvorfalls Forfait erklären, der Pilot ohne jede Erfahrung im Weltcup gegen talentierte Piloten starten.

Junge fördern

Die teaminterne Förderung dürfte sich mittelfristig auszahlen, doch aktuell sind Sandro Ferrari (Ränge 11 und 17) und André Höpli (Rang 18) noch nicht so weit, um eine Top- 10-Klassierung erreichen zu können – besonders, wenn dem Steuermann zusätzlich Fahrfehler unterlaufen.

Beat Hefti entschied sich trotz der Dreifachbelastung Fahrer/Coach/Mechaniker, keinen erprobten Athleten aus einem andern Schlitten zu mieten. «Es geht auch um die Glaubwürdigkeit. Seit Jahren reden wir über den fehlenden Nachwuchs. Die Jungen sollen spüren, dass wir auf sie bauen und nicht zurückkrebsen, sobald etwas nicht nach Programm läuft», begründet der Appenzeller den Entscheid, das langfristige Förderprojekt dem kurzfristigen Erfolg vorzuziehen.

Start im Europacup

Ab Januar 2016 soll wieder die Stammbesetzung unterwegs sein. Gemeinsame Trainings auf der Anschiebebahn in Andermatt stimmen das Duo zuversichtlich. «Die Tests verliefen zwar noch nicht ganz nach meinem Geschmack, aber ich kam voll aus dem Training heraus. Anschieben konnte ich schmerzfrei. Nun schalte ich eine Erholungswoche ein», erläutert Alex Baumann. Er hatte sich während der letzten Wochen in Magglingen einem gezielten Aufbautraining unterzogen.

Statt bei den Weltcups in Lake Placid, USA, und Whistler, Kanada, starten Hefti und Baumann im Europacup. Königssee am 8. Januar und Igls am 14. Januar dienen ihnen als Vorbereitung auf den Heim-Weltcup und die integrierte Europameisterschaft in St. Moritz. Am 6. Februar möchte der Appenzeller-Silber-Bob als Titelträger von 2014 aufs Podest donnern. «Eine Medaille muss unser Ziel sein», stimmen die Olympia-Zweiten überein.

Ergebnisse müssen her

Die Deutschland-Tournée im Weltcup (Altenberg, Winterberg, Königssee) hat gezeigt, dass der Lette Oskars Melbardis und der Deutsche Francesco Friedrich am Start schwer zu biegen sein werden. «Wir müssen in Topform sein, um ganz vorne mithalten zu können», weiss Beat Hefti. «Jünger werden wir nicht. Wir haben uns das Ziel Olympische Spiele 2018 gesetzt. Jetzt hatten wir etwas Gegenwind, doch verrückt machen lassen dürfen wir uns deswegen nicht.»

In der zweiten Saisonhälfte müssen wegen des Rankings, der Kaderzugehörigkeit und den Sponsoren Ergebnisse her. Sollte der Fall eintreten, dass Alex Baumann nicht voll Schub geben kann, müsste wohl temporär ein Mann aus einem Vierer-Schlitten «eingekauft» werden. «Dies wäre denkbar. Die eine oder andere Alternative gäbe es», sagt Beat Hefti. «Doch ich gehe davon aus, Alex und ich werden es durchziehen und für den Saisonhöhepunkt bereit sein.»

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