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SÄNTIS: Trotz allem die Nähe suchen

Die drei Referate am diesjährigen «Kulturfenster» gingen auf die Veränderungen in der Gesellschaft im Bereich der Kommunikation und der Technik ein: «omesäge, schwätze, vezelle».
Lukas Pfiffner
Irene Rempfler und Maria Haltmann lockern das Programm mit Ratzliedli auf, am Akkordeon begleitet von Daniel Bösch. (Bilder: PF)

Irene Rempfler und Maria Haltmann lockern das Programm mit Ratzliedli auf, am Akkordeon begleitet von Daniel Bösch. (Bilder: PF)

Lukas Pfiffner

lukas.pfiffner@appenzellerzeitung.ch

Das Wetter war am Samstag ein wesentlicher Faktor des «Kulturfensters» auf dem Säntis. Schon in der Begrüssung deutete Präsident Daniel Bösch an, dass das Programm gestrafft werde. Die Präsentationen der drei Referenten aus dem Bereich Kommunikation erfolgten alle vor dem Mittagessen. «Die Winde werden gemäss Aussagen von Meteo Schweiz am Nachmittag zunehmen, und wir wollen Sie gesund hinunterbringen», meinte Hans Höhener. Der ehemalige Verwaltungsratspräsident der Säntisbahn und aktuelle Vizepräsident von «Kultur am Säntis» führte als Moderator durch das Programm «omesäge, schwätze, vezelle».

Die gut 100 Teilnehmer erhielten – etwas kürzer als vorgesehen – fundierte Informationen. Historiker Hans Büchler ging auf die Vielfalt der Kommunikation ein. «Die grundlegende Form war und ist der direkte Kontakt von Mensch zu Mensch.» Er unterstrich die Bedeutung von einstigen Lesegesellschaften und ähnlichen Gruppierungen in der Informationsvermittlung und zur Besprechung politischer Vorlagen. «In den Streusiedlungen waren Briefträger und Hausierer die wichtigsten Überbringer von Neuigkeiten.»

Unverwüstliche Briefkästen, pensionierte Poströsser

Patrik Kobler, Redaktionsleiter der «Appenzeller Zeitung», ging auf die Veränderungen in der Presse ein. Die Werbeerträge und Abonnentenzahlen sinken. Man habe die Eigenständigkeit durch die Kooperation mit dem Tagblatt-Verlag und mit der Übernahme durch die Gruppe der NZZ-Medien verloren. «Aber wir geben täglich vier bis sieben Seiten über das Appenzellerland heraus. Wir wollen und müssen dem Regionalen Sorge tragen.» Es gelte, die kleineren Ressourcen gezielt einzusetzen. Bleibt die Redaktion in Herisau? Es gebe bis jetzt keine anderen Signale. Auch bestehe keine Zensur aus Zürich.

Marcel Stillhard, Leiter Post Verkaufsgebiet Winterthur – Schaffhausen, erzählte von mondänen Postgebäuden, unverwüstlichen Briefkästen, von sortierenden Frauen, die in der Vor-Postleitzahl-Zeit «wissen mussten, wo Diepoldsau liegt und wo Oberriet». Er berichtete von pensionierten Poströssern und aktuellen Herausforderungen. «Die Schliessung von Poststellen beschäftigt uns stark.» Aber die Verlagerung von eigenen Zugangsmöglichkeiten zu Partnerangeboten etwa in Geschäften sei billiger. «Wer nicht mit der Zeit geht, geht mit der Zeit.» Will heissen: wer sich nicht anzupassen vermag, verschwindet.

Es wurde ausführlich die technische und gesellschaftliche Entwicklung angesprochen. «Der Mensch sucht wohl trotzdem immer wieder die Nähe; er will mit anderen zusammenkommen», sagte Hans Höhener. Musikalische und sprachliche Einschübe lockerten das Programm auf. Urs Grob spielte Melodien auf dem Hackbrett. Irene Rempfler und Maria Haltmann sangen Ratzlieder, begleitet von Daniel Bösch. Und Bertolt Specker trug Sagen rund um den Säntis vor.

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