SÄNTIS: Freie Sicht vom Wetterberg

Seit einigen Tagen liefert eine neue Webcam gestochen scharfe Bilder vom Säntisgipfel und dem Panorama. Was einfach tönt, erfordert ausserordentliche Aufwände. Viel Geld und eine moderne Technologie sind nötig.

Bruno Eisenhut
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Rundumsicht in gestochen scharfer Bildqualität. Die neue Webcam auf dem Säntis macht es möglich. (Bilder: PD)

Rundumsicht in gestochen scharfer Bildqualität. Die neue Webcam auf dem Säntis macht es möglich. (Bilder: PD)

Bruno Eisenhut

bruno.eisenhut@appenzellerzeitung.ch

Den Sonnenaufgang auf dem Säntis miterleben, hautnah dabei sein, wenn ein Gewitter über den Alpstein zieht oder kurz nachschauen, ob auf dem Gipfel Neuschnee liegt – diese und andere Wetterkapriolen auf dem Säntisgipfel können dank Bildern einer Kamera ganz einfach von der heimischen Stube aus mitverfolgt werden. Dem Internet sei Dank. Sogenannte Webcams liefern ­Bilder in Echtzeit. Was also im Internet zu sehen ist, wird ohne oder nur in geringer zeitlicher Verzögerung übermittelt.

Dieser Tage wurde auf dem Säntis eine neue Webcam installiert. Sie verfüge über eine höhere Auflösung, sagt Bruno Vattioni, Geschäftsführer der Säntis-Schwebebahn AG. Dies ermöglicht schärfere Bilder und beim Zoom sind auch Details aus der Ferne zu erkennen. Bisher waren vier Kameras installiert, von denen jede einen Winkel von 90 Grad abdeckte. Zusammengefügt ergab dies zwar einen Rundumblick, «diese Technologie ist aber veraltet und konnte auf anderen Internetseiten nicht mehr wunschgemäss eingebunden werden», so Vattioni.

Für den Geschäftsführer kommt die Anschaffung allerdings früher als erhofft. Gerne hätte er die neue Webcam erst ­installieren lassen, wenn auch die Internetverbindung erneuert worden ist. Dieser Anschluss bereitet der Säntis-Schwebebahn AG nämlich immer wieder Kopf­zerbrechen. Da die Schwägalp nicht an einem Glasfasernetz ­angeschlossen ist, werden die Daten via Gipfel über den Sendemast exportiert. «Diese Leitung verkommt zum Nadelöhr, weil die Datenmenge sehr hoch ist», so Vattioni. Hingewiesen sei beispielsweise auf die Daten des Kassensystems oder das Ticketing der Bahn.

Rund 1,1 Millionen Zugriffe

In den vergangenen Jahren hat die Säntis-Schwebebahn AG viel Geld in die Erschliessung der Schwägalp mit Glasfaser investiert. Ein rund 500 Meter langes Stück Leitungsrohr fehlt aber noch, um die zwölf Kilometer lange Distanz von Urnäsch auf die Schwägalp mit Glasfaser auszustatten. «Dafür müssen wir nochmals rund 160 000 Franken investieren», so Bruno Vattioni. Allerdings sei dies eine unumgängliche Ausgabe, eine Investition in die Zukunft quasi.

Rund 1,1 Millionen Zugriffe werden auf der Säntis-Webcam pro Jahr registriert. Viele von den Webcam-Besuchern würden täglich das Wetter verfolgen, ist der Geschäftsführer überzeugt. Mit der neuen Bildqualität werden es womöglich noch mehr. Diese vielen Besuche auf unserer Homepage ermöglichen uns ein besseres Marketing, ist Bruno Vattioni überzeugt.