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«Säntis» – der Stuhl fürs Leben

Er heisst «Säntis» und kommt aus Müllheim. Der Klassiker unter den Gartenstühlen ist etwa 60 Jahre alt. Die Firma Schaffner hat ihn jetzt neu aufgelegt. Die Spaghetti-Bespannung wird auch heute noch von Hand gewickelt.
Ida Sandl
Der Klassiker «Säntis» als Latten- und als Spaghetti-Stuhl: Samuel Schaffner und sein Onkel, Geschäftsleiter Martin Schaffner. (Bild: Reto Martin)

Der Klassiker «Säntis» als Latten- und als Spaghetti-Stuhl: Samuel Schaffner und sein Onkel, Geschäftsleiter Martin Schaffner. (Bild: Reto Martin)

SÄNTIS. So ganz frisch sieht er nicht mehr aus: Die Füsse sind angekratzt und das Holz auf den Armlehnen hat Risse. Ist auch kein Wunder. Dieser Gartenstuhl dürfte um die 50 Jahre alt sein. Doch sein Besitzer liebt ihn so sehr, dass er ihn neu bespannen lässt. Jetzt steht das gute Stück neben seinen nigelnagelneuen Kollegen in der grossen Werkhalle der Firma Schaffner in Müllheim. «Säntis», der Klassiker unter den Gartenstühlen. Stahlrohrgestell bespannt mit roten Plastikschnüren oder mit rot lackierten Holzlatten. Längst ein Stück Schweiz. Er gehört zu den Bergrestaurants wie die Schweizer Fahne oder das Znüni-Plättli.

Und er kommt aus dem Thurgau. Martin Schaffner, der heute die Firma führt, schmunzelt. «Erfunden haben wir ihn nicht.» Das sei vor 60 Jahren das gängige Design gewesen. Jeder Dorf-Schlosser habe Stühle in dieser Art gebaut. Annemarie und Peter Schaffner stellten zuerst Stahlrohrhocker mit Polstersitzen her, später kamen Gartenstühle dazu. Das war 1954.

Anfangs liessen sie die Stahlrohre in Triberg im Schwarzwald bearbeiten. Dann schweisste sie der Vater in der Waschküche selber zusammen. Bald interessierten sich Möbel Pfister und Globus für die Schaffnerschen Gartenmöbel. Es ging aufwärts, nicht nur wegen Gartenstuhl «Säntis», aber auch dank ihm. Der Klassiker wird immer noch produziert. Und zwar fast gleich wie vor 60 Jahren. Gefertigt werden die Gartenmöbel in Müllheim, fast alle Bestandteile stammen aus der Schweiz. Die Schaffner AG hat der Versuchung widerstanden, die Fertigung nach Asien oder Polen auszulagern.

Mit der Retro-Welle ist der «Säntis» trendig geworden. Seit ein paar Jahren sei die Serie wieder gefragt. Das hat die Firma ermutigt, eine hochwertige Variante zu entwickeln. «Rigi» ist «Säntis» reloaded. Der «Säntis» hat nicht nur Schweizer Bergrestaurants und Skibeizen erobert. In einem Café in San Francisco habe er einen «Säntis»-Stuhl entdeckt, erzählt Martin Schaffner. «Das hat mich sehr gefreut.»

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