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SÄNTIS: 215mal den Gipfel erreicht

Roberto Maschio ist ein leidenschaftlicher Gipfelstürmer. Jedes Wochenende ist er in den Bergen unterwegs, meistens im Alpstein. Nebst schönen Ereignissen erlebte der 50-Jährige einen grossen Schreckensmoment.
Ronja Zeller
Nach dem Erklimmen eines Berges gibt es immer ein Gipfel-Foto. (Bild: rz)

Nach dem Erklimmen eines Berges gibt es immer ein Gipfel-Foto. (Bild: rz)

SÄNTIS. Im Jahre 1996, vor genau 20 Jahren, hat Roberto Maschio seine heutige Leidenschaft, das Wandern in den Bergen, entdeckt. Ein Freund hat ihn eines Tages zu einer Tour eingeladen. Nach diesem Tag hat das Wanderfieber ihn nicht mehr losgelassen. Der gelernte Elektriker, der seit 15 Jahren bei den SBB arbeitet, hatte davor keinen Sport betrieben. Heute vergeht kein Wochenende, an dem Maschio nicht in den Bergen unterwegs ist. Zu 95 Prozent absolviert er die Wandertouren alleine. «Dann kann ich mein Tempo selber bestimmen und mich austoben», sagt Maschio. Den Säntis das 1. Mal erklommen hat er im Oktober 1996. Nach 20 Jahren hat er nun den Gipfel 215mal erreicht. Das bei verschiedensten Wetterlagen; bei Sonne, Regen, Nebel oder Böen. Meistens nimmt er die schnellste Route Schwägalp–Tierwies–Säntis in Angriff, aber auch die anderen Wege sind ihm nicht fremd. Mittlerweile ist der Säntis für ihn zum Lieblings- und Trainingsberg geworden. Nachdem er im Alpstein Wandern «gelernt» hat und nun die Gefahren viel besser einschätzen kann, hat er begonnen andere Berge zu besteigen. Aber trotzdem schätzt er den Alpstein sehr: «Hier findet man viele Schönheiten auf engem Raum, das macht den Alpstein aus.»

Jauchzen auf dem Mont Blanc

Ein Ziel jedes Gipfelstürmers ist, einen 4000er-Berg zu besteigen. Diese Touren werden meistens in Gruppen bestritten und dauern je nach Schwierigkeit des Berges um die zwölf Stunden. Roberto Maschios erster 4000er-Berg war der Mont Blanc. Der Berg liegt zwischen Frankreich und Italien und ist 4809 Meter hoch. Er ist der höchste Berg der Alpenkette. Als Maschio nach dieser langen Laufzeit endlich oben angekommen war, begann er zu schluchzen. Der Tourenführer fragte ihn, ob alles in Ordnung sei. Er antwortet nur, dass er gerade so glücklich sei, und fiel dem Bergführer in die Arme. «Genau wegen solcher Momente ist diese Leidenschaft einzigartig», sagt Maschio. Mittlerweile ist der Bergsteiger auf 721 verschiedenen Gipfeln gestanden. Der kleinste Berg war der 719 Meter hohe Heidenkopf bei Fläsch und der höchste war der Mont Blanc. Insgesamt hat er bis jetzt 1492mal einen Gipfel erreicht, darunter 215mal die Säntis-Spitze.

Das Gipfelbuch im Internet

Ein Ritual, dass zu jeder Tour gehört, ist das Gipfelbuch im Internet. Auf dieser Webseite findet man zahlreiche Informationen über verschiedene Wanderwege. Zudem haben Nutzer die Chance, ihre eigenen Touren zu dokumentieren. Genau das macht Roberto Maschio nach jedem Wandertag. Dabei gibt er an, wann er gestartet ist, wie die Wettervorhersage aussah und wie die Wetterverhältnisse waren. Zudem macht er auf jeder Bergtour Fotos, welche er dann auf die Seite stellt. Der Eintrag kann dann mit Sternchen bewertet werden. Maschios Dokumentation wurden bis zu 4000mal angeschaut. Er hat bis jetzt 657 Einträge verfasst.

Dem Tod ins Auge geschaut

Im November 1998 erlebte Roberto Maschio, wie es sich anfühlt, dem Tod ganz nah zu sein. Er war mit einem Freund auf den Gipfel des Säntis unterwegs. Sie hatten sich für die Tour von Wasserauen aus entschieden. Die Verhältnisse waren eher schwierig, es lag viel Schnee. Vor dem Gletscher Blauer Schnee trennten sich die beiden, da Maschio Steigeisen mit hatte, sein Freund jedoch nicht. Oben auf dem Säntis angekommenn wartete der damals 32-Jährige auf seinen Freund. Der kam jedoch nicht, und Handys trug man zu dieser Zeit auch nicht immer bei sich. So entschied Maschio, seinem Freund entgegenzulaufen. Der Schnee war beim Abstieg eisig und glatt, und da passierte es – er rutschte aus. Mit seinem Eispickel konnte er sich gerade noch reflexartig vor der Felsspalte retten. «In diesen Sekunden schossen mir Bilder von meinem Leben durch den Kopf. Wie ein Film, der rückwärts gespult wird. Etwa bei meinem 12. Lebensjahr stoppte der Film, und da wusste ich, dass ich das Ganze überleben werde», beschreibt Maschio das Erlebte. Der Eispickel rettete ihm das Leben. Für ihn ist das Erlebnis abgeschlossen. Er lebe mit dem, was war, und nicht mit dem, was gewesen sein könnte.

Bei gutem Wetter auch mal ein Selfie auf dem Säntisgipfel. (Bild: pd)

Bei gutem Wetter auch mal ein Selfie auf dem Säntisgipfel. (Bild: pd)

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