Säckelmeister-Kandidat stellt sich vor

Am Montag stellte sich der Innerrhoder Säckelmeister-Kandidat Thomas Rechsteiner dem Frauenforum vor. Er sprach so, wie man sich das von einem Finanzminister erwartet.

David Scarano
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Appenzell. Bis am Montag war erst eine Säckelmeister-Kandidatur bekannt. Das Einer-Ticket blieb auch nach der Veranstaltung des Frauenforums Appenzell bestehen. Präsidentin Rahel Mazen-auer bestätigte die schon Ende Februar gemachte Aussage: «Es fand sich keine Kandidatin.»

Keine Empfehlung

Der bislang einzige Säckelmeister-Anwärter, Thomas Rechsteiner, stellte sich am Landsgemeinde- und Bezirksgemeindeforum rund zwei Dutzend Frauen vor. Eine Wahlempfehlung gab es aber keine: Das Frauenforum nominiert traditionell nur Frauen.

Der 40jährige Versicherungsfachmann und Finanzplaner gab sich am Montagabend so, wie man das von einem möglichen Innerrhoder Finanzdirektor erwartet. Wichtig sei, die Eigenständigkeit des Kantons zu bewahren, sagte er beispielsweise. Die Steuereinnahmen gelte es zu halten oder wenn möglich zu steigern, mit den Ausgaben müsse zudem kostenbewusst umgegangen werden. Das Vermögen des Kantons dürfe nicht mit unüberlegten Investitionen aufs Spiel gesetzt werden, der Kanton könne sich keine Schulden leisten.

Einsetzen will er sich für attraktive Rahmenbedingungen für Familien. Wichtig sind ihm auch die Themen Bildung und Gesundheit. In diesem Zusammenhang äusserte sich Thomas Rechsteiner ebenfalls zu den anstehenden Projekten. Oberste Priorität hat für ihn das neue Alters- und Pflegeheim. Er sprach sich gegen ein überrissenes Spitalprojekt aus, das heisst, man müsse nicht alles anbieten, doch die Grundversorgung gewährleisten.

Die Meinung einer Votantin, Innerrhoden habe in den letzten Jahren zu wenig investiert und nur gespart, teilte er nicht. Er verwies auf die im Vergleich zu anderen Kantonen erstaunlich hohen Eigenfinanzierungsgrade der letzten Rechnungen. Er sprach hingegen von einem Investitionsrückstau. Bei den Projekten machte er sich für eine Etappierung stark, und es gelte zu entscheiden, welche existenziell sind und welche nicht. Über die Zukunft des Bürgerheims sagte er, man könne dies mit dem frei werdenden Kloster verbinden. «Warum bringen wir die Menschen nicht ins Zentrum?», so Rechsteiner.

Bei der Strukturreform wollte er sich nicht festlegen. Es gebe Aufgaben, bei denen es sinnvoll sei, dass die Bezirke diese gemeinsam bewältigen. Doch die Hierarchie müsse gewährleistet sein. Es müsse von den Bezirken kommen, nicht vom Kanton. Über seine Motivation, als Säckelmeister zu kandidieren, sagte er unter anderem, er wolle seine Kompetenzen in der Finanzplanung, in der Mitarbeiterführung sowie in der Entscheidungsfindung einbringen.

Lastenausgleich und Co.

Für seine Ausführungen erhielt Thomas Rechsteiner am Ende Applaus und Blumen. Es waren nicht die einzigen Wertschätzungsbekundungen an diesem Abend. Frau Statthalter Antonia Fässler stellte nach seiner Vorstellung die Geschäfte der Landsgemeinde vor. Dies waren der Rahmenkredit für das neue Alters- und Pflegeheim, das neue Geodatengesetz , die Verfassungsänderung bezüglich Sitzverteilung im Grossen Rat sowie den Kultur-Lastenausgleich mit St. Gallen.

Zum ersten Mal wurde am gleichen Abend auch über die Bezirksgemeinden berichtet. In allen Bezirken stehen Steuersenkungen an, dies im Zusammenhang mit der Entflechtung der Finanzströme. In Appenzell sollen sie um 8 Prozentpunkte, in Schwende um 7, in Rüte um 10, in Schlatt-Haslen um 12 sowie in Goten um 6 Prozentpunkte gesenkt werden. Auch stehen am 8. Mai diverse Personenwahlen an.

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