«s' Sonntigsgwändli» für Kühe

Schönheit erreiche man nicht am Tag vor der Viehschau. «Eine schöne Kuh braucht Arbeit und gute Pflege während des ganzen Jahres», sagt Josua Looser. Natürlich gebe es vor der Viehschau Vorbereitungen, die sonst nicht gemacht würden, wie beispielsweise das Rasieren des Euters.

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Für Niklaus Looser hat sich die Arbeit gelohnt. Er und sein Sohn Niklaus junior präsentieren sich stolz mit ihrer frisch gekürten Miss OB Hacona. (Bilder: Urs M. Hemm)

Für Niklaus Looser hat sich die Arbeit gelohnt. Er und sein Sohn Niklaus junior präsentieren sich stolz mit ihrer frisch gekürten Miss OB Hacona. (Bilder: Urs M. Hemm)

Schönheit erreiche man nicht am Tag vor der Viehschau. «Eine schöne Kuh braucht Arbeit und gute Pflege während des ganzen Jahres», sagt Josua Looser. Natürlich gebe es vor der Viehschau Vorbereitungen, die sonst nicht gemacht würden, wie beispielsweise das Rasieren des Euters. «Ich vergleiche es manchmal ein wenig mit uns Menschen. Wenn wir zur Arbeit gehen, sind wir auch geduscht und gepflegt. Wenn wir aber am Abend ausgehen oder am Sonntag in die Kirche gehen, darf es auch mal eleganter sein», erläutert er. Gepflegt seien die Kühe das ganze Jahr hindurch, für die Viehschau stecke er sie quasi ins «Sonntigsgwändli». «Wenn das Euter schön ausrasiert ist, macht es einfach einen sauberen Eindruck. Und der erste Eindruck der Experten ist – wie überall – bei der Bewertung wichtig», so Josua Looser. Für grössere, nationale Viehschauen sei es auch üblich, das ganze Fell zu rasieren, weil es durch die Rasur einen speziellen Glanz erhalte, schildert er. Derweil trimmt sein Bruder Niklaus Looser den Schwanzbesen. «Damit die Besen so schön wachsen, müssen sie regelmässig gebürstet und ab und zu zurückgeschnitten werden», erklärt er.

Wäsche von Kopf bis Fuss

Nach der Rasur werden die Tiere gründlich gewaschen. «Nachdem ich den gröbsten Schmutz und den Schweiss mit dem Hochdruckreiniger abgespritzt habe, seife ich die Kühe gründlich ein», schildert Josua Looser. Für das Einseifen benutze er – obwohl die Kühe eine dicke Haut hätten – eine verhältnismässig weiche Bürste. Dabei lässt Josua Looser nichts aus. Rücken, Flanke, Schwanz und Euter sowie die Beine bis hin zu den Hörnern und den Ohren. Alles wird sorgfältig mit Seife abgebürstet. «Die Seife lasse ich dann ein paar Minuten einwirken, bevor ich die Kühe wieder abspritze, damit sich Fett und Dreck gut lösen», sagt er. Nachdem die Kühe in der frischen Abendluft ein wenig trocknen konnten, bringen Niklaus und Josua Looser die Tiere in den Stall. Dort haben sie den Boden bereits mit extra viel Streu ausgelegt, damit die Tiere über Nacht nicht mehr allzu dreckig werden.

Gepflegter Schwanzbesen

Am Morgen der Viehschau beginnen die beiden schon früh um sechs Uhr mit den letzten Vorbereitungen. Zuerst werden die Kühe – falls nötig – noch einmal mit Wasser und Seife gewaschen. Dann beginnt Josua Looser die Hörner der Kühe mit Melkfett einzureiben. «Einen direkten Nutzen hat das Einfetten eigentlich nicht», sagt er. Es bringe die Farbschattierungen der Hörner besser zur Geltung und verleihe ihnen einen matten Glanz. Am anderen Ende der Kuh macht sich Niklaus mit einer groben Bürste am Schwanzbesen des Tieres zu schaffen. «Mit dem Ausbürsten entferne ich nicht nur Streu und anderen Dreck, die Besen wirken nach dem Bürsten voller, luftiger und gepflegter», erklärt Niklaus Looser. Ein Resultat, das wiederum einen Effekt auf den Gesamteindruck eines Tieres habe.

In der Hand der Experten

Als Letztes vor dem Abmarsch in Richtung Markthalle Wattwil halftert Josua die Kühe an und befestigt die Abteilungstafeln, damit sie auf dem Platz am richtigen Ort festgebunden werden. «Früher wurde Kühen mit Hörnern ein so genanntes Hornseil angelegt, das um die Hörner der Kuh gebunden wurde. Das wird heute vom Tierschutz nicht mehr gerne gesehen. Darum benutzen wir für unsere Tiere Strickhalfter, die aus einem Nasen- und einem Kopfband bestehen», erläutert Josua Looser. Auf dem Platz wird noch einmal geputzt, dann liegt es in der Hand der Experten. «Ich hoffe schon, dass eine saubere Kuh den Blick eines Experten eher auf sich zieht, damit er sie sich dann für eine Bewertung genauer an- sieht», sagt Niklaus Looser.

Urs M. Hemm

Eine sorgfältige Rasur ist wichtig für den ersten Eindruck.

Eine sorgfältige Rasur ist wichtig für den ersten Eindruck.

«Gute Pflege ist das ganze Jahr hindurch wichtig», sagt Josua Looser.

«Gute Pflege ist das ganze Jahr hindurch wichtig», sagt Josua Looser.

Melkfett verleiht den Hörnern einen schönen Glanz.

Melkfett verleiht den Hörnern einen schönen Glanz.

Früh am Morgen bürstet Niklaus Looser die Schwanzbesen aus.

Früh am Morgen bürstet Niklaus Looser die Schwanzbesen aus.

Auch sauber gebundene Halfter zählen zu den Äusserlichkeiten.

Auch sauber gebundene Halfter zählen zu den Äusserlichkeiten.

Auf dem Platz in Wattwil werden die Tiere noch einmal gewaschen.

Auf dem Platz in Wattwil werden die Tiere noch einmal gewaschen.

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