Ruedi Ulmann und Fefi Sutter gehören beide dem Gewerbe und der CVP an. Nun aber sind sie Konkurrenten.Bild: Roger Fuchs

Roger Fuchs
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Ruedi Ulmann und Fefi Sutter gehören beide dem Gewerbe und der CVP an. Nun aber sind sie Konkurrenten. (Bild: Roger Fuchs)

Ruedi Ulmann und Fefi Sutter gehören beide dem Gewerbe und der CVP an. Nun aber sind sie Konkurrenten. (Bild: Roger Fuchs)

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@appenzellerzeitung.ch

Fefi Sutter, warum sollen ausgerechnet Sie Bauherr von Innerrhoden werden?

Mit meiner über 30-jährigen Erfahrung in den verschiedenen Sparten des Baugewerbes kann ich die künftigen Bauprojekte leiten und mein umfangreiches Wissen direkt einbringen. Ich bin damit ein idealer Ansprechpartner für die Standeskommission, aber auch die Verwaltung des Kantons. Meine politischen Kenntnisse sind für die Ausübung des Amtes ein wichtiges Fundament.

Was sind Ihre Vorzüge im Vergleich zum Gegenkandidaten?

Mit meiner grossen, breit abgestützten Führungserfahrung in der Bauwirtschaft bin ich fachlich gerüstet. Aber auch meine Kenntnisse des dualen Bildungssystems, die ich als ehemaliger Kursleiter der Maurerlehre erworben habe, sind Vorzüge. Als ehemaliger Kassier und interimsmässiger Leiter der «stääg» habe ich auch einen Einblick in das Behinderten- und Sozialwesen erhalten.

Wie sind Sie politisch einzuordnen?

Ich bin CVP-Mitglied und kann mich mit dem liberalen Flügel dieser Partei anfreunden. Als Vertreter des Gewerbes stehe ich für eine gut funktionierende Wirtschaft ein. Nur so können wir unseren Wohlstand erhalten. Ich bin Gegner von noch mehr Regelungen. Wir schränken uns immer mehr ein und das gefährdet letztlich unsere Arbeitsplätze. Wichtiger Pfeiler für unseren Erfolg ist ein flexibles und gut funktionierendes Bildungssystem. Dieses soll aber nicht an der Maturitätsquote gemessen werden.

Wie wird man nach einer allfälligen Wahl in Innerrhoden merken, dass ein Bauherr Fefi Sutter am Ruder ist?

Als Mitglied der Standeskommission werde ich sicherlich die Entscheide des Gremiums mitgestalten und auch mittragen. Ich sehe das Baudepartement als unterstützendes Bindeglied für alle anderen Departemente. Ich trete ein für ein ganzheitliches Denken mit entsprechendem Weitblick in Sachen Bauten. Die Bevölkerung soll über anstehende Projekte laufend und umfassend informiert werden.

Was für einen Chef bekommen die Mitarbeitenden des Departements mit Ihnen?

Mein Führungsstil ist auf fördern und fordern aufgebaut. Ich lasse meinen Mitarbeitern viele Freiheiten mit entsprechenden Kompetenzen. Nur so kann ich mein Team motivieren. Dies zeichnet sich dann in einer hohen Leistungsbereitschaft aus.

Für welche Hallenbadvariante sind Sie persönlich?

Ich bevorzuge die grössere Variante. Auch hier lohnt es sich, den Zeithorizont zu erweitern. Die kommenden Generationen werden das Schwimm- und das Saunaangebot noch vermehrt nutzen. Dann hilft der Wellnessteil, die Kosten des unrentablen Schwimmbereichs zu tragen.

Wie ist Ihre Haltung zur Initiative von Rolf Inauen betreffend Auflösung und Kantonalisierung der Bezirke des inneren Landesteils?

Solange die Bezirke in der jetzigen Form funktionieren, sehe ich keinen Handlungsbedarf. Vor allem dürfen wir nicht eine zweite Verwaltung aufbauen. Das kann sich unser kleiner Kanton finanziell nicht leisten.

Wie stehen Sie zur Entschädigung von Ehrenämtern wie Bezirksräten oder Schulrat?

Die Entschädigungen sind seit jeher tief angesetzt und ich habe damit kein Problem. In Innerrhoden soll nicht die Entschädigung Ausschlag für eine Kandidatur sein. Wenn ein Amt aber zu einer massiven Lohneinbusse führt, soll dies ausgeglichen werden.

Was ist Ihre Vision für Innerrhoden in den nächsten zehn Jahren?

Appenzell ist weiterhin ein eigenständiger Kanton mit gesunden Finanzen. Schulden können wir uns nicht leisten. Die Wohnqualität ist auch dank dem guten Umfeld sehr hoch. Es siedeln sich Firmen mit Spezialprodukten an, die sich auf die zuverlässigen und loyalen Mitarbeiter verlassen können. Wir fördern das duale Bildungssystem und sind für Einwohner und Firmen ein verlässlicher Partner.

Es handelt sich beim Bauherrenamt um ein Halbamt. Wie werden Sie Ihre restliche Zeit ausfüllen?

Ich werde mein Pensum bei der Altrimo AG entsprechend kürzen. Mein Team, die Geschäftsleitung und der Verwaltungsrat sind involviert.