Rücktritt nach perfekter Saison

Der Unihockeyspieler Daniel Kläger, der aus Mosnang stammt, beendet mit dem Cupsieg und Vizemeistertitel seine Karriere bei Alligator Malans. Vorläufig wird er bei keinem Club spielen und sich weiterbilden – und ein Leben ohne Unihockey aufgleisen.

Urs Huwyler
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Daniel Kläger (rechts) gehörte zu den kampfstärksten Verteidigern in der NLA. (Bild: pd)

Daniel Kläger (rechts) gehörte zu den kampfstärksten Verteidigern in der NLA. (Bild: pd)

UNIHOCKEY. Vor 7624 Zuschauern gab Daniel Kläger (Mosnang) im Meisterschaftsfinal zwischen Malans und Wiler-Ersigen anderthalb Minuten vor Schluss den Pass zum 4:6. 32 Sekunden vor Ende der Partie schoss er das 5:6. Das war's in doppelter Hinsicht. Es blieb bei diesem Resultat und für den 32jährigen Toggenburger war es der letzte Match als Alligator. «Schon vor den Playoffs habe ich mich zum Rücktritt entschieden. Einerseits fühle ich mich ausgebrannt, andererseits lässt es sich mit Unihockey nicht leben. Ich setze auf die berufliche Ausbildung, besuche eine Abendhandelsschule in Chur. Alles zusammen wird zu viel», begründet der kampfstarke Verteidiger seinen Abschied vom Spitzensport.

Beruf vor Sport

Aus sportlicher Sicht kommt das Karrierenende überraschend. Den jungen Malansern trauten vor Saisonbeginn nur wenige einen Spitzenplatz zu. Mit dem Cupsieg und dem Vizetitel übertrafen sie die eigenen Erwartungen. Daniel Kläger spielte vielleicht die beste Saison bei Malans (11 Skorerpunkte in den Playoffs). Beim neuen Trainer Daniel Hahne wurden die Karten neu gemischt und der Turbo durfte auch offensiv Akzente setzen, kam im Powerplay zum Einsatz, musste nicht ausschliesslich nach hinten absichern. «Es passte alles, war eine perfekte Saison, doch jetzt erhalte ich die Chance, mich beruflich weiterzuentwickeln», sagt der gelernte Dachdecker, der im Betrieb die Lehrlinge betreut.

Die Doppelbelastung Beruf-Sport kostete Energie und einen grossen Teil der Freizeit. «Auf die Dauer», blickt er auf die letzten Jahre zurück, «geht es an die Substanz, ganztags und teilweise auswärts zu arbeiten und fast jeden Abend trainieren zu müssen.» Das Beispiel von Berufsmann Kläger zeigt allerdings, dass Erfolge durch eine geschickte Organisation und mit Disziplin, Ehrgeiz und Willen auch mit einer Lehre möglich sind. Der Toggenburger in der Fremde war bei Malans der einzige Spieler, der in sämtlichen Partien zum Einsatz kam. Von 2005 bis 2010 und ab 2013 stand er bei den Bündnern unter Vertrag. Einmal Meister (2006) und zweimal Cupsieger (2006/14) gehörten zu den grossen Erfolgen des fünffachen Internationalen (als Stürmer). Am vergangenen Samstag lief der Allrounder Kläger an der Hulftegg-Stafette die elftbeste Zeit von der Passhöhe nach Mühlrüti und anschliessend wurde er am Malanser Saisonschlussfest mit Standing Ovations verabschiedet. Zwei Tage später besuchte der Sport-Rentner (trotz Muskelkater) das letzte Training und bekam die Wertschätzung auch von Spielern anderer Vereine per SMS zu spüren. Zwischen den Jahren bei Waldkirch-St. Gallen (WaSa) und der Rückkehr nach Malans spielte Kläger als Legionär in Finnland bei Josba Joensuu und erfüllte sich mit diesem Einsatz einen Unihockey-Traum.

Bischof und Kläger

Rückblickend war 2012 das intensivste Jahr. «Ich habe in jeder Beziehung enorm viel gelernt, obwohl wir gegen den Abstieg spielten. Allgemein bin ich ruhiger geworden, und ich habe erlebt, wie schwierig es ist, sich in einem fremden Land als Ausländer durchzusetzen. Vielleicht hätte ich früher und zwei Jahre in Finnland spielen sollen.» Ob er sich endgültig vom Unihockey verabschiedet, wird sich zeigen. Malans wird ihn im Auge behalten, im Club behalten wollen. Eine Funktion im Verein, Trainer oder NLA-Spieler auf Abruf sind Optionen.

«Momentan möchte ich Abstand haben, mich nicht verpflichten, sondern das Leben ohne Unihockey aufgleisen», betont Daniel Kläger, der auch andernorts ein Thema ist. Herisau wird vom Mosliger Nachbar Roman Bischof trainiert und der Bruder Bruno Kläger gehört dem Vorstand als Sportchef an, spielt in der zweiten Mannschaft, die von Mirco Bischof trainiert wird. Ivo Bischof trainiert zudem das U18-Team bei WaSa und spielt als erfahrener NLA-Crack in der 3. Liga.

Wer weiss, vielleicht bilden die zusammen aufgewachsenen Kläger- und Bischof-Brothers irgendwann irgendwo einen gemeinsamen Block. Davon wurde nämlich in der Vergangenheit auch schon gesprochen.

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