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«Rothirsche fliehen ins Jagdbanngebiet»

Nachgefragt

Der Rothirsch wurde von Pro Natura zum Tier des Jahres 2017 erkoren. Die Population des «Königs der Wälder» nahm in den letzten Jahren stetig zu. Heute leben nach Pro Natura etwa 35000 Tiere in der Schweiz, dar­unter wurden rund 160 Tiere in Appenzell gezählt. Für die Bauern von Appenzell stellt der stetige Zuwachs ein Problem dar. Sepp Koch, Präsident des Bauernverbandes, erklärt im Interview wieso.

Macht sich der Zuwachs an Rothirschen auch in der Landwirtschaft bemerkbar?

Wenn die Rothirsche in Rudeln von zehn bis zwölf Tieren unterwegs sind, macht sich dies auf jeden Fall bemerkbar. Ein Rothirsch frisst am liebsten junges Weidegras und verzehrt etwa so viel wie ein zweijähriges Rind. Man trifft auch vermehrt auf Hirsche in Gebieten, wo es früher überhaupt keine gegeben hatte, wie zum Beispiel in der Hundwiler Höhe.

Welche Schäden werden durch die Rothirsche verursacht?

Es sind mehrheitlich Frassverluste auf den Wiesen und Weiden. Bei einem Rudel von zwölf Tieren konkurrieren sie direkt mit den Rindern. Sie fressen den Kühen das Gras weg.

Bei der Infoveranstaltung vom Projekt «Wald und Hirsch» kam Kritik auf bezüglich der Kommunikationspolitik der Behörden. Wo liegen die Probleme?

Bis vor ein paar Jahren war die Kommunikation eher schlecht. Der Schutz der Rothirsche war einfach zu hoch. Auf die Forderungen der Bauern, die Rothirsche im Jagdbanngebiet zu jagen, wurde nicht eingegangen. Hirsche sind sehr intelligente Tiere. Sie wissen, wohin sie fliehen müssen, um nicht gejagt zu werden. Dies bedeutet, dass am ersten Tag der Jagd noch Rothirsche geschossen werden. Aber schon am nächsten Tag sind diese bereits ins Jagdbanngebiet geflüchtet. Die Population müsste um rund einen Drittel reduziert werden. Auch wenn dieses Jahr die angestrebte Zahl von 80 Abschüssen eingehalten werden sollte, würde dies lediglich den durch den Nachwuchs entstandenen Zuwachs ausgleichen.

Gibt es Massnahmen, um die Kommunikation zu verbessern?

Die Kommunikation bewegt sich bereits in eine gute Richtung. Jetzt müssen die Taten folgen. Es wurden einige Ansätze zu möglichen Massnahmen im Konzept «Wald und Hirsch» vorgestellt. Wenn alle Parteien mithelfen, würde dies einiges zur Problemlösung beitragen. Wir als Bauern können verhältnismässig wenig dazu beitragen. Das Entfernen von Zäunen nach Alpabtrieb wäre beispielsweise sehr einfach umzusetzen. (jm)

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