Roman Kilchspergers Geheimbotschaft an die Appenzeller

Roman Kilchsperger trug während der Ausgabe des "Donnschtig-Jass" aus Weesen einen Chüeligurt. Für Redaktor Roger Fuchs steht fest, dass es sich um eine Geheimbotschaft handelt.

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Der Chüeligurt von Roman Kilchsperger muss als Gruss und Aufforderung an die Appenzeller gedeutet werden. Neben ihm Sänger Florian Silbereisen. (Bild: Printscreen SRF)

Der Chüeligurt von Roman Kilchsperger muss als Gruss und Aufforderung an die Appenzeller gedeutet werden. Neben ihm Sänger Florian Silbereisen. (Bild: Printscreen SRF)

Roger Fuchs
roger.fuchs@appenzellerzeitung.ch

Ich bin auf Entzug. Nein, nicht falsch verstehen. Ich bin weder süchtig nach Drogen, Alkohol oder dem Mobiltelefon. Trotzdem bin ich auf Entzug. Das ganze Appenzellerland ist auf Entzug. Erinnern Sie sich noch: 2011 Donnschtig-Jass aus Hundwil, 2013 Sommerspiele aus Herisau, 2015 Donnschtig-Jass aus Trogen, «SRF bi de Lüt» aus Appenzell, «2×Weihnachten» aus Herisau. Und seither: Grosse Live­flaute. Weit und breit kein Schweizer Radio und Fernsehen zu entdecken, geschweige denn ein entsprechendes Staraufgebot, welches jeweils gezielt für einzelne Sendungen anreist. Nicht, dass das SRF seine Livesendungen eingestellt hätte, doch die Musik spielt anderswo. Letzte Woche beispielsweise im st. gallischen Weesen, als beim ersten Donnschtig-Jass dieser Saison der in Deutschland bekannte Sänger und Moderator Florian Silbereisen mit Klubbb 3 zugegen war.

So ein Starbesuch wäre auch im Appenzellerland wieder einmal angebracht. Das weiss selbst Moderator Roman Kilchs­perger. Wer die Sendung aus Weesen verfolgt hat, dürfte gemerkt haben, dass es dem Plauderi keinesfalls wohl ist bei der Tatsache, das Appenzellerland schon seit längerem mangels Jassteams links liegen lassen zu müssen. Und so hielt er für die Appenzellerinnen und Appenzeller ein kleines Trostpflaster bereit. Die ganze Sendung über schickte er Grüsse ins Appenzellerland – entgegen seinem Naturell aber nicht mit Worten, sondern still und heimlich. Kilchs­perger trug zum Zeichen der Verbundenheit einen Chüeligurt. Seit Jahrzehnten werden solche in Appenzell hergestellt und sie sind ein Stück Schweizer Brauchtum. Die Messingbleche oder Neusilber-Beschläge stellen das Motiv eines Alpaufzugs mit Senn und Kühen dar.

Dieses Teil um Kilchspergers Lenden muss als Geheimbotschaft an das hiesige Volk verstanden werden. Schliesslich symbolisiert so ein Gürtel Kraft, Wahrheit und Treue. Roman Kilchsperger will den Appenzellern treu bleiben, wenn er nur könnte. Denn dazu sollten sich diese unbedingt angurten und im Schnellzugstempo neue Jassteams suchen, so dass spätestens 2019 wieder eine der Sendungen in dieser Region stattfinden kann. Jassschiri Dani Müller aus Speicher kann solches wohl nur unterstützen.

Klar ist: Eine Livesendung tut jeder Ortschaft gut. Endlich zeigt sich, wer aus der Bevölkerung selber gerne ein Star wäre. Stunden vorher reservieren sie die besten Plätze. Und die vielen Fernsehwagen führen vor Augen, wo Flächen brachliegen und neue Gemeindeparkplätze denkbar wären. Zudem präsentiert sich der Präsident der Gastgebergemeinde von der lockeren Seite und gibt sich bestimmt Mühe, nicht nur sich selbst, sondern die Region in den Fokus zu rücken.

Lieber Roman: Lass uns doch bitte deinen Chüeligurt inklusive Signierung zukommen, postalisch oder via Dani. Der Gürtel soll Mahnmal sein für die Appenzeller, dass sie sich zusammenreissen und ihre nächste Bewerbung für eine Livesendung noch heute einfädeln. Spätestens wenn du da bist, bring ich dir den Gurt zurück. Es sei denn, Reto Scherrer benötigt ihn dann für ein lustiges Spielchen.