Rollkoffer sind fehl am Platz

Nachgefragt

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Ein Videoclip der jungen Wirtsleute Anita und Daniel Fritsche vom Berggasthaus Forelle sorgt für Furore. 45000-mal wurde der Clip im Facebook aufgerufen. Das Wirtepaar gibt den Zuschauern in 50 Sekunden in breitem Appenzellerdialekt wertvolle Tipps für den Auf- und Abstieg zu ihrem beim Seealpsee gelegenen Gasthaus.

Knapp 45000 Aufrufe – was löst das bei Ihnen aus?

Ich bin überrascht. Ich mache solche Videos eigentlich nicht gerne. Ich sehe mich selbst nicht gerne am Bildschirm. Das ist immer ein komisches Gefühl. Dass es nun auf solche Reaktionen stösst, erfreut mich aber.

Wo sehen Sie die Gründe für den Hype?

Ich habe keine Ahnung. Wir drehten das Filmchen eigentlich für unsere Kunden. Sie sollen wissen, welche Ausrüstung es braucht, um zu uns zu gelangen.

Gibt es also tatsächlich Leute, die mit Rollkoffer und Absatzschuhen anreisen?

Ja, das gibt es. Im Winter kam ein chinesisches Pärchen mit einem Kinderwagen. Sie haben den Auf- und Abstieg trotz Schnee gemeistert. Ich würde das dennoch nicht so machen. Deshalb war es an der Zeit, den Kunden zu zeigen, dass der Aufstieg mit Kinderwagen, Rollkoffer und High Heels nicht optimal ist.

Wer hatte die Idee, dieses Video zu drehen?

Die Idee kam vom Marketingmanager Michael Koller, der zuständig ist für den Webauftritt und die Werbung. Er meinte, dass die Leute gerne solche Kurzfilme schauen. So drehten wir den Film für unsere neue Homepage, die bald aufgeschaltet wird.

Was erhoffen Sie sich vom Hype? Ist das Werbung für Sie?

Eigentlich wollten wir nur darauf aufmerksam machen, dass man die richtige Ausrüstung dabeihaben sollte. Man braucht ja nichts Verrücktes, Turnschuhe reichen völlig aus. Aber mit so vielen Aufrufen ist es für uns natürlich auch Werbung.

Kann man sich demnächst auf weitere Videos von euch freuen?

Nein, geplant sind keine. Das war wirklich etwas Einmaliges. Aber wer weiss, vielleicht haben wir wieder einmal eine gute Idee und drehen ein weiters Video. (ele)