Rollenspiele mit Playmobilfiguren

3633 Stunden haben die Logopädinnen des Logopädischen Dienstes Unteres Toggenburg im letzten Jahr in die Therapie auffälliger Kinder investiert. Das entspricht dem mehrjährigen Mittel. Ein Anstieg zeichnet sich jedoch ab.

Andrea Häusler
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KIRCHBERG. Grund für den erwarteten Anstieg an Therapiestunden sei der Ruf nach vermehrter Integration auffälliger Kinder in die Regelklassen gemäss dem kantonalen Sonderpädagogikkonzept. Neben den Schulgemeinden werde auch der Logopädische Dienst Unteres Toggenburg (LoDUTo)auf diese Forderung reagieren müssen, sagte dessen Verwaltungsratspräsident und Dienststellenleiter Alfons Schönenberger an der Delegiertenversammlung vom Montag in Kirchberg. Für ihn ist es die zweitletzte DV als Vorsitzender. Mit dem Schulratspräsidium wird er, im Februar 2015, auch das Amt des LoDUTo-Präsidenten niederlegen.

Höhere Stundenansätze

Die Delegierten der sieben Verbandsschulgemeinden (Kirchberg, Bütschwil-Ganterschwil, Oberstufe BuGaLu, Mosnang, Gähwil, Lütisburg und Jonschwil) genehmigten den Jahresbericht sowie die Rechnung mit einem Aufwandüberschuss von 6981 Franken. Der Verlust wird dadurch relativiert, dass vom Ertrag bereits der Aufwandüberschuss von knapp 10 000 Franken aus dem Jahr 2012 abgezogen worden war.

Für das laufende Jahr sind höhere Personalkosten aufgrund des Stufenanstiegs bei den Salären der Logopädinnen budgetiert. Entsprechend wurden die Fixkosten pro Schüler auf 52 Franken (bisher 50 Franken) und die Ansätze je Therapiestunde auf 138 Franken (134.50 Franken) erhöht. Der Stundenansatz für das Kinderdörfli sowie das KJPZ Ganterschwil bleiben auf 182 Franken. Die Delegierten genehmigten das Budget, das mit Aufwendungen und Erträgen von gut 664 800 Franken rechnet. Speziell begrüsste Alfons Schönenberger die neue Logopädin Isabel Müller. Sie ersetzt Marina Raschle, die auf Ende des Schuljahres 2012/13 aus dem Dienst ausgeschieden ist.

Orientierung im Raum

Wie zieht man eine Strumpfhose so an, dass der Fersenspickel nicht auf dem Rist liegt? Wie lässt sich verhindern, dass die Vorderseite eines Shirts nach dem Anziehen nicht auf dem Rücken ist? Derlei «einfache» Aufgaben können Kinder vor Probleme stellen; Kinder, deren Körperschema – die innere «Landkarte» – unzureichend entwickelt ist. Heidi Schiess, Logopädin und Primarlehrerin, vermittelte im Anschluss an die Delegiertenversammlung anhand von Spielszenen einen Einblick in die Welt von Kindern, die logopädische Therapien in Anspruch nehmen. Dies unter Einbezug der Logopädinnen, aber auch der Vertreter der Schulleitungen und Lehrpersonen im Publikum.

Raumorientierung lautete ein weiteres Stichwort – die Fähigkeit, die Lage von zwei oder drei Gegenständen in Bezug zu sich selbst und in Bezug zueinander wahrzunehmen. Was damit gemeint ist, wurde der Versammlung anhand von Playmobilfiguren und der Aufgabe aufgezeigt, diese nach verschiedenen Vorgaben einander zuzuordnen. Wer bringt wen oder was zu wem? Therapien seien nur eine Massnahme, um Defizite im Bereich der Raumorientierung auszugleichen. Genauso wertvoll seien Strategiespiele, Rollenspiele oder Sportarten wie beispielsweise Fussball, sagte Schiess.

Voraussetzung für Mathematik

Sich im Raum orientieren, in der Betrachtung die Perspektiven wechseln zu können, ist laut Heidi Schiess eine zentrale Voraussetzung dafür, dass ein Schulkind später Satzaufgaben in Mathematik lösen, Buchstaben oder Wörter in die richtige Reihenfolge bringen sowie den Inhalt von Aufgaben verstehen und umsetzen kann.

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