Rolf Huber geht nach Oberriet

Am 1. Januar 2011 wird Rolf Huber, noch Gemeindepräsident von Nesslau-Krummenau, neuer Gemeindepräsident in Oberriet. Die Ortsparteien SVP, FDP, CVP und SP haben eine überparteiliche Findungskommission gebildet, um einen Nachfolger oder eine Nachfolgerin zu suchen.

Matthias Giger
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Nesslau-Krummenau. Die Bevölkerung von Oberriet hat den Gemeindepräsidenten von Nesslau-Krummenau und gebürtigen Oberrieter Rolf Huber am Sonntag mit einem glanzvollen Resultat (fast 70 Prozent der Stimmen) zu ihrem neuen Gemeindepräsidenten gewählt. Seine Stelle in Oberriet tritt er am 1. Januar 2011 an.

Auch wenn kaum jemand – der parteilose Rolf Huber eingeschlossen – mit der Wahl im ersten Wahlgang gerechnet hat, haben sich die vier Ortsparteien in Nesslau-Krummenau (SVP,

FDP, CVP, SP) auch für diesen Fall vorbereitet: «Wir haben eine Findungskommission gebildet und werden nach geeigneten Kandidatinnen und Kandidaten suchen», sagt Urs Frei, Präsident der FDP Nesslau. Die Findungskommission habe von der Gemeinde eine Beschreibung der Stelle verlangt. «Sobald wir den Beschrieb erhalten, beginnen wir mit der Suche», sagt Urs Frei. Es sei natürlich schade, wenn ein so erfahrener Gemeindepräsident gehe.

Andererseits könne ein Wechsel im Gemeindepräsidium im Zusammenhang der möglichen Fusion mit Stein (definitiver Entscheid im Herbst 2011) auch eine Chance sein, so Urs Frei.

Der erste Wahlgang für das Gemeindepräsidium von Nesslau-Krummenau findet am 13. Februar 2011 statt. Der allfällige zweite Wahlgang ist auf den 3. April 2011 angesetzt. Die Eingabefrist für die Bewerbungen läuft bis Mitte Dezember.

Stellvertreter übernehmen

Bis die Bevölkerung von Nesslau-Krummenau einen Nachfolger oder eine Nachfolgerin gewählt hat, übernimmt der Vize-Präsident das Amt. Die Gemeinde Nesslau-Krummenau hat deren zwei. «Ob dies Gemeinderat Jakob Wickli, Gemeinderätin Vreni Baumann oder beide zusammen sein werden, schauen wir an der nächsten Gemeinderatssitzung an», sagt Rolf Huber.

Seine Wahl sei noch frisch, meint er. Zudem habe er wirklich nicht damit gerechnet, dass er bereits im ersten Wahlgang gewählt wird. Im Moment regieren noch die Emotionen. «Ich erhalte viele Gratulationen aus der Bevölkerung von Oberriet», sagt er. Die Freude sei gross, was sich auch am deutlichen Resultat seiner Wahl gezeigt habe.

Mit seiner Familie habe er noch nicht sprechen können. Seine Frau und Kinder waren nicht an der Wahlveranstaltung und er sei erst spät nach Hause gekommen.

«Ein Wohnortswechsel ist ein Prozess, bei dem es einiges mit der Familie zu besprechen gibt», sagt er. Zu Beginn werde er sicher noch pendeln.

Noch möglichst viel schaffen

Vordringlich seien aber die Geschäfte der Gemeinde Nesslau-Krummenau. Der Rest, wie die Suche nach einem Wohnsitz in Oberriet laufe nebenbei. Er wolle noch so viel als möglich erledigen, besonders jene Geschäfte, hinter denen viele Gedankengänge und Know-how stecken. «Dass es mir aber gelingt keine Pendenzen zu hinterlassen, ist eine Illusion», so Rolf Huber.

Nach der ersten Amtshandlung an seinem neuen Arbeitsplatz gefragt, meint Rolf Huber: «Zuerst werde ich das Personal begrüssen». Die alte Garde der Gemeindemitarbeiter kenne er noch aus seiner Lehrzeit auf der Gemeindeverwaltung von Oberriet. Es seien aber auch viele neue Gesichter darunter. «Immerhin bin ich nun seit 21 Jahren weg gewesen», sagt er.

Angst vor unangenehmen Geschäften habe er keine: «Die kann es in jeder Gemeinde geben. Ausserdem ist man als Gemeindepräsident ja kein Einzelkämpfer, sondern arbeitet mit dem Ratskollegen und der Verwaltung zusammen».