Rösli Meier-Bollhalder, Wolfhalden, 1940 bis 2015

Am 1. Juni nahmen Verwandte, Freunde und Stammgäste von Rösli Meier-Bollhalder Abschied. Während fast 50 Jahren war sie als Wirtin tätig, und seit 1978 führte die Verstorbene das Restaurant Eintracht in Wolfhalden.

Peter Eggenberger
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Rösli Meier-Bollhalder, geb. Bischofberger (Bild: pd)

Rösli Meier-Bollhalder, geb. Bischofberger (Bild: pd)

Am 1. Juni nahmen Verwandte, Freunde und Stammgäste von Rösli Meier-Bollhalder Abschied. Während fast 50 Jahren war sie als Wirtin tätig, und seit 1978 führte die Verstorbene das Restaurant Eintracht in Wolfhalden.

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Als Tochter der in der Landwirtschaft tätigen Eheleute Richard und Sophie Bischofberger erblickte Rösli am 14. März 1940 das Licht der Welt. Im Kreise ihrer sechs Geschwister erlebte sie in der oberen Eugst, Oberegg, und später im unweit entfernten Weiler Kuser ihre Jugendjahre. Die Schule besuchte sie im Schulhaus St. Anton. Anschliessend wurde die aufgeweckte Tochter von einer Familie in Diepoldsau in die Führung eines Haushalts eingeführt. Dann trat sie in den Dienst einer jüdischen Familie in Zürich. Ein erneuter Wechsel führte sie als Serviceangestellte in die Gastrobranche, die ihr schon bald zur Berufung wurde.

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Nach ihrer Heirat mit Hans Meier im Jahre 1969 bot sich dem Ehepaar die Gelegenheit, das historische Gasthaus Löwen am Kirchplatz von Wolfhalden pachtweise zu übernehmen. Nach dem 1972 erfolgten Verkauf der Liegenschaft übernahmen Meiers die Führung des Hotels-Restaurant Frohe Aussicht in Walzenhausen, was die Liebe zum Wirten im Appenzeller Vorderland endgültig festigte. Meiers griffen deshalb zu, als sich Ende 1978 die Möglichkeit zum Kauf der «Eintracht» unterhalb des Dorfkerns von Wolfhalden bot. 1980 wurden das Restaurant und die Küche umgebaut. Nach dem Tod von Hans Meier im Jahre 1985 wirtete Rösli weiter, und auch die Erziehung ihrer beiden Kinder Patricia und Jon (Jonny) lastete jetzt auf ihren Schultern.

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Als gemütliches Quartierrestaurant ohne jeglichen Schnickschnack war die «Eintracht» beliebter Ort der Einkehr, und besonders freute sich Rösli über den Besuch ihrer Geschwister samt Anhang und von Gästen aus ihrer alten Heimat Oberegg. 2013 verehelichte sie sich mit ihrem langjährigen Partner Ludwig Bollhalder, der ihr auch während der schweren Krebserkrankung ein treuer Begleiter war. Am 23. Mai schloss sich der Lebenskreis von Rösli Bollhalder, und ihrem innigen Wunsch folgend, führt Gatte Ludwig die «Eintracht» als einfache und gemütliche Wirtschaft in bisherigem Rahmen weiter.