Rochaden im Kirchenrat

Diakonie Die Evangelisch-reformierte Kirche beider Appenzell hat eine neue Kirchenrätin. Iris Bruderer-Oswald aus Reute übernimmt das Amt.

Karin Steffen
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«Das ist eine Sternstunde für Reute», freute sich Kirchgemeindepräsident Markus Bruderer in seiner Begrüssungsrede zur Amtseinsetzung von Iris Bruderer-Oswald, seiner Ehefrau. Am vergangenen Sonntagmorgen wurde mit Iris Bruderer erst die dritte Kirchenrätin aus Reute eingesetzt. Sie ersetzt Josua Bötschi aus Heiden und übernimmt das Ressort Diakonie und Gesellschaft. Zum festlichen Gottesdienst unter dem blauen Sternendach der Rüütiger Kirche fanden sich zahlreiche Gratulanten ein, Politiker aus Inner- und Ausserrhoden sowie aus benachbarten Kirchgemeinden.

Am Vorstellungsgespräch vor der Synode wählte Iris Bruderer das Bild der Dachkonstruktion einer Grubenmannkirche. Diese sollte ihre Vision für die Arbeit veranschaulichen. Sich darauf beziehend, überreichte ihr Heidi Steffen, Präsidentin der Synode, einen Knobelwürfel aus Holz mit den Worten: «Bei diesem Spielwürfel ist es das Mittelstück, welches alles zusammenhält. Ich wünsche dir ein starkes Vertrauen und den Glauben an das Mittelstück im Alltag. Ich wünsche dir Gottes Segen für deine neue Aufgabe.» Iris Bruderer, die das Amt seit dem 1. September innehat, fühlt sich im Gremium bereits getragen und freut sich sehr auf die Arbeit in der Diakonie, denn diese lebe von Zusammenarbeit.

Besser nur eine halbvolle Agenda

Josua Bötschi, seit 2009 verantwortlich für das Ressort Finanzen, verliess per Ende August den Kirchenrat. Sein Ressort übernahm Thomas Gugger aus Gais, welcher bis dahin für die Diakonie zuständig war. Gemäss Heidi Steffen müsse sich Bötschi nun der Herausforderung des eigenen Zeitmanagements stellen. Und auch Bötschi weiss: «Eine gefüllte Agenda bedeutet nicht zwangsläufig ein erfülltes Leben.» So wünsche er der neuen Kirchenrätin, Iris Bruderer, nur eine halbvolle Agenda. Er freue sich sehr auf die Zeit nach dem Kirchenrat und wisse die Zeit bestimmt sinnvoll zu nutzen.

Ein Gottesdienst ohne Segen?

Pfarrerin Martina Tapernoux-Tanner schockierte in ihrer Einleitung zur Predigt die Anwesenden mit der Ankündigung, aus Zeitgründen den Segen wegzulassen. «Doch was wäre eine Predigt, ein Gottesdienst, ohne Segen?», lautete die hypothetische Frage. Er gebe Ermutigung für den Alltag, Zuversicht und Vertrauen ins Leben, sagte die Gemeindepfarrerin. Sie wünschte Iris Bruderer und allen Kirchenräten, dass sie spüren, dass sie es in ihrem Amt mit gesegneten Menschen zu tun haben.

Den festlichen Gottesdienst begleitetem die Musikgesellschaft Reute und der Organist Werner Graf. Nach dem Gottesdienst lud die Kirchgemeinde Reute zum reichhaltigen Apéro in die Schützenstube.