«Risse wird es bald wieder geben»

Die Kirche in Libingen steckt mitten in der Innenrenovation. Die Kirche steht über ein Vierteljahrtausend in Libingen und wäre auch nicht gleich eingestürzt, dennoch war sie in einem renovationsbedürftigen Zustand. Die kleinen Risse in den Mauern werden wohl bald wiederkehren.

Matthias Giger
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LIBINGEN. Fast zwei Jahre liegen zwischen dem Beschluss über den Projektierungskredit von 128 000 Franken für die Renovation der 1751 eingeweihten Kirche in Libingen und dem Beginn der Renovationsarbeiten Mitte Januar diesen Jahres. «Zunächst galt es, die Finanzierung zu klären und einen Architekten zu finden. Danach hatten verschiedene Ingenieure Studien ausgearbeitet, damit ein Kostenvoranschlag erstellt werden konnte und das Geld gesprochen wurde», begründet Edwin Kuhn, Präsident des Kirchenverwaltungsrats Libingen. Den Löwenanteil der Renovationskosten von rund zwei Millionen Franken finanziert die Kantonalkirche. Da die Libinger Kirche St. Gallus unter Denkmalschutz steht, zahlt auch dieser einen Teil an die Kirchensanierung. Dafür müssten aber auch einige Dinge in der Kirche restauriert werden, beispielsweise die Doggen, wie die Seiten-Elemente der Kirchenbänke genannt werden oder Kirchenbilder, die aufgefrischt werden. Einen weiteren Teil zahlen die Bürgerinnen und Bürger der katholischen Kirchgemeinde Libingen via einer Spezialsteuer.

Bald wieder Risse

Im Januar sei die Kirche mitsamt Hochaltar und Bildern ausgeräumt worden, anschliessend sei der Boden heraus genommen worden und nach den Vorgaben der einschlägigen Normen isoliert worden, blickt Edwin Kuhn auf die bereits erledigten Renovationsarbeiten zurück. Unter dem Altar ist ein neuer Raum entstanden, in dem die neue Heizung und Lüftung Platz finden. Der Unterlagsboden sei auch schon wieder in der Kirche und vor den Ferien hätten die Bauarbeiter die Kirche eingerüstet. «Derzeit meisselt der Gipser den alten Belag herunter, damit der neue Überzug hält. Vor allem werden jetzt aber die Risse saniert», sagt Verwaltungsratspräsident Edwin Kuhn und meint: «Risse wird es in den Wänden der Kirche wahrscheinlich schon bald wieder haben.» Der Untergrund sei sehr lebendig, so Edwin Kuhn. Man habe sich auch mit Spezialisten beraten, ob sich etwas gegen dieses Problem machen lässt. «Sie meinten, man könnte dem mittels Pfählen entgegenwirken, dies sei aber sehr teuer und es gebe auch keine Garantie, dass es dann nicht mehr zur Rissbildung kommt», sagt er. Die Kirche habe bis jetzt über 250 Jahre gehalten und werde wegen einiger kleiner Risse nicht gleich einstürzen. Alle 40 bis 50 Jahre sei bei Kirchen in der Regel eine Innenrenovation nötig. Durch den Russ der Kerzen und Staub von der Lüftung werden die Wände über die Jahre dunkler. Die Sitzflächen der Kirchenbänke sind von Holzwürmern befallen und werden durch neue ersetzt.

Im Frühling abgeschlossen

Momentan würden die Kirchenfenster, die aus kleinen Sechseck-Scheiben bestehen, gereinigt und aussen isoliert (Foto). Die Messen finden im Mehrzweckgebäude in Libingen statt. Edwin Kuhn hofft aber, dass die Renovationsarbeiten bis zu Ostern abgeschlossen sein werden. «Bis Ende nächsten Frühling werden die Arbeiten aber sicher abgeschlossen sein. Der Unsicherheitsfaktor ist die Arbeit des Gipsers, die sich zeitlich nicht gut abschätzen lässt», sagt er.

Der gesamte Chorraum werde neu gestaltet mit einem neuen Taufstein und Altar. «Die Hoch- und Seitenaltäre sind aus Holz und waren in einem schlechten Zustand. Sie werden restauriert, erst vom Schreiner und danach von einem Künstler», erzählt der Präsident des Kirchenverwaltungsrats.

Vielleicht bald Wärmeverbund

Bei der neuen Heizung handle es sich wie bei der vorgängigen wieder um ein Umluftsystem. «Geheizt wird nach wie vor mit Öl, da der Brenner noch nicht so alt ist. In Libingen wird derzeit über einen Wärmeverbund nachgedacht. Wenn die Idee in die Tat umgesetzt wird, könnte auch die Kirche angeschlossen und die Ölheizung durch ein ökologischeres Heizungssystem ersetzt werden», blickt Edwin Kuhn voraus. Er betont, dass es sich dabei aber noch um Zukunftsmusik handle.

Für eine Renovation der St. Gallus Kirche in Libingen hat übrigens der Kräuterpfarrer Künzle in Belgien Geld gesammelt. Mit dem Teil, der vom gesammelten Geld übrig blieb, habe er die Lourdes Grotte in Libingen errichten lassen.