Rilke zum ersten: Eine Rose im Buch

Die Handbuchbinderei büchi+schum stellt in der Bibliothek Herisau aus: «Die Weise von Liebe und Tod des Cornets Christoph Rilke» ist ein Jugendwerk des 24jährigen Rainer Maria Rilke – manche sagen eine Jugendsünde, geschrieben 1899 nach dem vorherrschenden Geschmack der Zeit, die den

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Die Handbuchbinderei büchi+schum stellt in der Bibliothek Herisau aus: «Die Weise von Liebe und Tod des Cornets Christoph Rilke» ist ein Jugendwerk des 24jährigen Rainer Maria Rilke – manche sagen eine Jugendsünde, geschrieben 1899 nach dem vorherrschenden Geschmack der Zeit, die den Soldatentod zum Heldentod verklärte. 1912 erschien die lyrische Romanze als erster Band der legendären Insel-Bücherei; es wurde ein Best- und Longseller und galt vom Ersten bis Ende des Zweiten Weltkriegs als Kultbuch. Heute wird «Der Cornet» kaum mehr gelesen, als Zeiterscheinung bleibt die Ballade aber aufschlussreich.

Die Handbuchbinderin Myrtha Schum hat mit viel handwerklichem Können aus der Textvorlage ein raffiniertes Buch mit Klappschachtel gemacht. Der Bucheinband ist aus Kalbspergament, das über ein Buntpapier gespannt ist. Die Rose auf Buchdeckel und Schachtel ist das inhaltliche Motiv, das in verschiedenen Techniken das ganze Buch prägt – und darüber hinaus als Symbol auf Rilkes Schaffen hinweist. Zu sehen in der Vitrine der Bibliothek Herisau bis Ende März 2011. (pd)

(www.biblioherisau.ch).

Rilke zum zweiten: Lesung und Theater

Eben dieses Cornet Rainer Maria Rilkes ist im Februar auch im Museum Herisau ein Thema: Am 18. des Monats findet eine Lesung daraus statt. Begleitet wird der Text von einer Geigen-Improvisation von Christina Dieterle. Die Lesung beginnt um ca. 21.15 Uhr – Diese ungefähre Zeitangabe deshalb, weil davor, ab 20 Uhr, Rilkes lyrisches Drama «Die weisse Fürstin» aufgeführt wird. Spiel: Nathalie Hubler (St. Gallen), Regie: Kathrin Bosshard. Das Zusammentreffen der Ausstellung in der Herisauer Bibliothek mit der Aufführung des Dramas und der Lesung aus dem Cornet ist nach Auskunft der beiden Verantwortlichen ein Zufall. (pd/red)

Wunderbar und zerbrechlich

Heute tritt in Teufen die Compagnia Due+Uno mit dem Programm «La Porta» auf. Darin dreht sich alles um die Türe – um das, was sich hinter ihr verbirgt und um das, was sich davor abspielt. Zwei der drei Clowns unterrichten an Dimitris Clownschule in Verscio; viele hochkarätige Preise haben sie solo und zu dritt bereits gewonnen. Die Compagnia Due+Uno wird die Zuschauerinnen und Zuschauer – auch die Kinder unter ihnen – in die wunderbare und zugleich zerbrechliche Welt der Clowns entführen. (pd/red)

Heute, 20 Uhr, Lindensaal Teufen.

Kunststück Frühstück

Am Sonntag wird in der Kunsthalle Ziegelhütte in Appenzell ausgiebig gebruncht. Das Motto: Kunststück – Frühstück. Nicola Fässler lädt nach dem Zmorge zu einer Bildbetrachtung der besonderen Art ein. Eine Reservation ist laut einer Mitteilung aus der Ziegelhütte erforderlich. (pd)

Brunch ab 11 Uhr; Reservation unter 071 788 18 60, weitere Informationen unter www. kunsthalleziegelhuette.ch.

Gantenbein – nur ein Spiel

In Max Frischs Roman «Mein Name sei Gantenbein» erfindet sich der Ich-Erzähler mit der Rolle des Herrn Gantenbein eine neue Identität. Er setzt eine verdunkelte Brille auf und lässt seine Mitmenschen im Glauben, er sei blind. Beim interaktiven Theaterspaziergang «PlayGantenbein!» des Theaters St. Gallen erhält der Besucher an der Theaterkasse einen MP3-Player: Angeleitet von Erzählerstimme und Navigation folgt der Spaziergänger auf dem Weg durch die Stadt den Gedankenspielen des Romanerzählers.

Der Audiowalk entstand nach einem Konzept und einem Drehbuch von Karin Bucher, Jens Lampater und Marcus Schäfer; Karin Bucher ist zusammen mit Peter Nolle auch für die Szenographie verantwortlich. (pd)

Start des Audiowalks ist am Donnerstag, 20. Januar; Rundgänge gibt es um 10.00, 10.45, 11.30, 16.00 und 16.45 Uhr; Anmeldung unter b.herrmann@theatersg.ch oder 071 242 05 13.

Wiborada in Speicher

Die Bibliothek Speicher-Trogen führt morgen einen Anlass zur St. Galler Heiligen Wiborada durch. Die Autorin Dagmar Schifferli liest aus ihrem historischen Roman «Wiborada»; im Anschluss daran findet ein Gespräch zwischen ihr und einer Namensvetterin der Heiligen, der Schwester Wiborada Elsener aus dem Kloster Ingenbohl, statt. Wiborada lebte im 10. Jahrhundert als Inklusin bei der Kirche St. Mangen. Das bedeutet nichts anderes, als dass sich Wiborada in einer Zelle einmauern liess und ein Leben in strenger Askese führte. Trotzdem hatte sie Kontakt zur Aussenwelt; immer wieder kamen Ratsuchende zu ihr. Auf ihren Rat hin konnte im Frühjahr 926 die Klosterbibliothek vor dem Überfall der Ungarn gerettet werden. – Wiborada selbst erschlugen die Ungarn. (pd/red)

Wiborada, Ratgeberin und Retterin der St. Galler Klosterbibliothek, Lesung und Gespräch morgen 15. Januar um 17 Uhr in der Bibliothek Speicher-Trogen, www.bibliost.ch.