Richtige Mischung bringt Erfolg

Das Team Toggenburg mit Andreas Kolp, Valentin Koller und Markus Bösch steht am Ende seiner ersten Rennsaison im Europacup. Heute und morgen folgt der Höhepunkt für die Hornschlittenrennfahrer: Die Europameisterschaft in Slowenien.

Sabine Schmid
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Das Team Toggenburg vom Hornschlittenclub Alt St. Johann mit (v.l) Steuermann Andreas Kolp, Bremser Valentin Koller und Anschieber Markus Bösch. (Bild: Sabine Schmid)

Das Team Toggenburg vom Hornschlittenclub Alt St. Johann mit (v.l) Steuermann Andreas Kolp, Bremser Valentin Koller und Anschieber Markus Bösch. (Bild: Sabine Schmid)

Wattwil. Jeder im Team hat seinen Platz. Steuermann Andreas Kolp sitzt ganz vorne auf dem Hornschlitten. Er lenkt das Gefährt die eisige Piste hinunter, sucht dabei die ideale Linie und gibt den Mitfahrern kurze Kommandos, um zu bremsen oder um das Gewicht zu verlagern. In der Mitte sitzt Valentin Koller, der Bremser. Er zieht an den Hebeln und löst den Mechanismus aus, der eiserne Spitzen in den Untergrund rammt. Die hinterste Position auf dem 3er-Rennschlitten hat Markus Bösch inne. Er schiebt am Start den Hornschlitten an und versucht, während der Fahrt mit Gewichtsverlagerung das Tempo hoch zu halten. «Wir müssen ein eingespieltes Team sein», sagen die Drei einstimmig. «Dieses Zusammenspiel braucht es, damit wir schnell sind».

Erfahrung fehlt noch

Die drei Mitglieder des Hornschlittenclubs Alt St. Johann sind in dieser Besetzung und unter dem Namen Team Toggenburg im ersten Winter im Europacup dabei. Sie absolvierten vor Saisonbeginn gerade einmal sieben Trainingsfahrten in Südtirol. Die Schweizer seien leicht benachteiligt, weil sie keine Trainingsstrecken haben. Deshalb sind die Streckenbesichtigung und der Trainingslauf vor den beiden Wertungsläufen umso wichtiger. Dass das Manko an Trainingsstrecken mit Erfahrung wettgemacht werden kann, zeigt das Team des HSC Henau, das den Europacup auf dem zweiten Rang abgeschlossen hat. Ganz nach vorne reichte es den Toggenburgern noch nicht. Den Europacup schlossen Andreas Kolp, Valentin Koller und Markus Bösch auf den sechsten Platz ab. Am Europacup-Finalrennen in Umhausen (Österreich) lag das Team nach dem ersten Lauf auf dem dritten Rang, knapp hinter den führenden Henauern. Im zweiten Lauf lag das Team bis zur zweiten Zwischenzeit in Führung. Dann touchierte der Schlitten die Bande und der Traum vom ersten Podestplatz war ausgeträumt. Es gab den fünften Schlussrang.

Von einer Medaille träumen

Gleich nach der Rückkehr ins Toggenburg begannen für die drei Hornschlittenrennfahrer die Vorbereitungen auf die Europameisterschaft, die an diesem Wochenende in Slowenien ausgetragen wird. Nach jedem Rennen werden die Kanten geschliffen und poliert. Auch dabei ist Erfahrung wichtig, denn je nach Streckenführung und Temperatur des Eises verwenden die Hornschlittenteams andere Kufen. Die Erwartungen vom Team Toggenburg an den Europameisterschaften sind hoch. «Nach unseren letzten Rennläufen ist es möglich, dass wir eine Medaille gewinnen», sagt Andreas Kolp. Er ist sich aber bewusst, dass er und sein Team drei fehlerfreie Läufe absolvieren müssen. Zumal das Feld nahe beisammen ist. Danach sind die Hornschlittenfahrer – sie werden finanziell unterstützt durch private Gönner eines 50er-Clubs, den Hornschlittenclub Alt St. Johann und durch einen Garagisten, der ihnen kostenlos einen Bus zur Verfügung stellt – froh, wenn die intensive Saison vorbei ist.

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