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REZENSION: Konzerterfolg junger Schweizer Solistinnen

Die Preisträgerinnen des Jugendwettbewerbs des St. Galler Kammerorchesters – Raffaela Fürer (Harfe), Minna Schmid (Violine) und Sophie Bright (Posaune) – boten bei einem Konzert in Rehetobel begeisternde Leistungsbeweise.

Das St. Galler Kammerorchester unter Leitung seines Dirigenten Mathias Kleiböhmer stellte beim Abo-Konzert im Rahmen der traditionellen Veranstaltungsreihe «Konzerte in Rehetobel» in der reformierten Kirche drei jugendliche Instrumental-Solistinnen vor. Sie waren Preisträgerinnen beim Jugendwettbewerb des St. Galler Orchesters. Am Wettbewerb hatten sich etwa zwei Dutzend junge Musiker und Musikerinnen beteiligt. Den sehr talentierten und souverän auswendig spielenden Instrumentalistinnen wurde in Rehetobel eine ideale Möglichkeit geboten, mit dem Kammerorchester vor Publikum öffentlich aufzutreten und Konzerterfahrung zu sammeln. Die fünfzehnjährige Harfinistin Raffaela Fürer aus Gossau, die dreizehnjährige Violinistin Minna Schmid aus Flims und die gleichaltrige Posaunistin Sophie Bright aus Romanshorn nützten diese Gelegenheit optimal, ihr respektables Können unter Konzertbedingungen zu zeigen und begeisterten Beifall zu ernten. Das abwechslungsreiche, von Musizierfreude und Wohlklang geprägte Programm umfasste nicht nur attraktive Solovorträge mit Orchester, sondern auch die vier Sätze der romantischen Streicher-Sinfonie Nr. VII in d-Moll von Felix Mendelssohn (1809 – 1847).

Bunter Melodienreigen

Dabei erfreute neben den hochtalentierten Solistinnen auch das gut 20 Mitglieder zählende Kammerorchester unter dem temperamentvollen Dirigat von Mathias Kleiböhmer durch nuanciertes Ausdrucksvermögen, Klangschönheit und Spielkultur. Sehr beeindruckend die einfühlsame Begleitung der Solistinnen durch das von Konzertmeisterin Eveleen Olsen sorgsam geführte homogene Streicherensemble!

Das Konzert eröffnete die Harfensolistin Raffaela Fürer mit dem reizvollen Vortrag des gefälligen Rondos aus dem beliebten Harfenkonzert des Haydn-Freundes und Hofkomponisten Carl Ditters von Dittersdorf (1739 – 1799). Die Zuhörer waren von den klanglichen Nuancen, dem Liebreiz der Harfen-Register, den silberhellen Arpeggien und den feinen Dialogen mit den Streichern entzückt. Zwei melodiöse Sätze der romantischen Mendelssohn-Streichersinfonie – ein expressives «Allegro» und ein klangschönes «Andante»- leiteten über zu den zündenden «Zigeunerweisen» des Spaniers Pablo de Sarasate (1844 – 1908). Beim fesselnden Vortrag dieses virtuosen viersätzigen Violin-Solostücks – eines brillanten ungarischen Csárdás – bewies die selbstbewusst spielende Minna Schmid erstaunliches virtuoses Können. Sie meisterte die technischen und rhythmischen Finessen und die rasanten Tempi bewundernswert sicher und liess dabei auch die farbenreiche Melodik effektvoll erblühen. Stimmungsvolle höfische Unterhaltungsmusik präsentierte das Orchester mit dem fröhlichen «Menuetto» und dem fugierten rasanten Finalsatz der Mendelssohn-Sinfonie. Zeitgenössische elegische Klänge hörten wir beim anspruchsvollen dreisätzigen Concertino für Posaune und Streichorchester, op. 45, Nr. 7 des Schweden Lars-Erik Larsson (1908 – 1986). Hier konnte die sehr talentierte Posaunistin Sophie Bright ihre hohen musikalischen und spieltechnischen Qualitäten wirkungsvoll zeigen. Bei der kantablen «Aria» demonstrierte sie unter anderem ihre klangvolle Tongebung, die Beherrschung eines grossen Tonumfanges und eine subtile Spielkultur. Auch im bewegten und besonders rhythmisch diffizilen Finalsatz beeindruckten die Soli und das nahtlose Zusammenspiel mit dem Orchester. Mit dem Leonard-Bernstein-Titel «Elegy for Mippy» als Zugabe beschloss die Solo-Posaunistin unter stürmischem Beifall den bunten Melodienreigen.

Ferdinand Ortner

redaktion

@appenzellerzeitung.ch

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