Reute will den grossen Lupf bewältigen

Die Übernahme des Heims Sonnenschein stellt die Gemeinde vor Herausforderungen.

Karin Erni
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An der Orientierungsversammlung in Reute war der Voranschlag 2020 traktandiert. Dabei zeigte sich, dass das seit Sommer gemeindeeigene Alters- und Pflegeheim Sonnenschein die Rechnung in verschiedenster Weise beeinflusst.  Für die kleine Gemeinde ist die Übernahme ein grosser Brocken.

«Der Gemeindehaushalt hat sich auf einen Schlag von 4,5 auf 7 Millionen Franken erhöht»

so Gemeindepräsident Ernst Pletscher. Dennoch konnte er am Montagabend ein relativ ausgeglichenes Budget präsentieren. Bei Erträgen von knapp 6,9 Millionen Franken resultiert ein Minus von gut 130000 Franken. Dies könne die Gemeinde dank Eigenkapital in der Höhe von über 2,5 Millionen Franken gut tragen. Die Investitionsrechnung geht von Nettoinvestitionen von 121000 Franken aus. Aus dem Finanzausgleich erhält die Gemeinde voraussichtlich wie im letzten Jahr 340000 Franken. Der Steuerfuss verbleibt bei 3,9 Einheiten.

Zu Voten führte an der Versammlung einzig das neue Entschädigungsreglement. Neu sollen Gemeinderäte und Kommissionsmitglieder – mit Ausnahme des Ressort Soziales – besser entlöhnt werden und eine pauschale Spesenentschädigung erhalten. Daraus resultiert für die Gemeinde ein Mehraufwand von 17000 Franken. Pletscher erklärte, die Geschwindigkeit der Veränderungen und die Komplexität der Geschäfte würden stetig zunehmen. Zudem sei es ohnehin schon sehr schwierig, genügend Freiwillige für diese Ämter zu finden. Falls jemand der Meinung sei, die Gemeinderäte verdienten zu viel, gäbe es alle paar Jahre Gelegenheit, sich für das Amt zur Verfügung zu stellen, fügte er mit scherzhaftem Unterton hinzu.

2021 soll gemäss Investitionsplan ein investitionsfreies Jahr werden. Danach soll die Sanierung der Rietstrasse in Angriff genommen werden. Diese wird in zwei Etappen erfolgen.

Gemeinderatskandidat wurde gefunden

Zum Schluss des Abends präsentierte sich ein Kandidat für den offenen Sitz im Gemeinderat. Michael Schaufuss wohnt mit seiner Familie seit 2012 in Schachen. Er verfügt über ein Studium in Medizin und Wirtschaftsinformatik. Er ist als selbständiger Medizininformatiker tätig.

Am 24. November befinden die Rütiger Stimmbürger somit über den Voranschlag 2020 und die Wahl von Michael Schaufuss in den Gemeinderat.