REUTE: Einblick in eine andere Welt

Das Alters- und Pflegeheim Watt öffnete am vergangenen Samstag seine Türen für die Öffentlichkeit. Die Besucher machten sich ein Bild über die neuen Angebote. Vorgestellt wurde unter anderem die Palliative Care.

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Besucher lassen sich unter der Anleitung von Regula Hutter (links) von der einfachen kinästhetischen Anwendung überzeugen. (Bild: PD)

Besucher lassen sich unter der Anleitung von Regula Hutter (links) von der einfachen kinästhetischen Anwendung überzeugen. (Bild: PD)

«Unser Tag der offenen Tür ist für mich ein Tag der Vernetzung», sagte der Heimleiter des Alters- und Pflegeheims (APH) Watt, Jakob Egli, am vergangenen Samstag. So konnten sich die Besucher nicht nur über das neue Gastronomieangebot und den Wäscheservice ein Bild machen. Auch das Hospiznetz und die Palliative Care des Appenzeller Vorderlandes informierten über ihre Arbeits- und Tätigkeitsbereiche.

Kinästhetik schont nicht nur den Rücken

Wie hilft man einem pflegebedürftigen Menschen nach einem Sturz wieder auf die Beine? Was auf den ersten Blick unmöglich erscheint, erweist sich unter der Anleitung von Pflegerin Regula Hutter als ganz einfach. Kinästhetik heisst das Konzept, welches im Watt Anwendung findet. Dabei wird der Pflegebedürftige durch Berührung und Bewegung optimal unterstützt und gefördert. Zudem schont Kinästhetik den Rücken der Pflegenden.

Dass es viele Gründe gibt, ins Watt zu kommen, wird an einer der Hausführungen mit Jakob Egli klar. «Natürlich ist unser Kerngeschäft der Betrieb des Alters- und Pflegeheims», erklärte der Heimleiter. Daneben lohne es sich jedoch auch die wechselnden Bilderausstellungen zu betrachten – aktuell stellt die Malerin Lilly Langenegger ihre Werke aus – oder die Kochkünste des Küchenchefs Danilo Fernandes zu testen. Letzterer schwärmt begeistert von der neu kreierten Abendkarte.

Als gehobene, gut bürgerliche Küche bezeichnet der junge Koch sein Angebot. Dieses bietet er Gästen gerne auf Voranmeldung an. Fernandes kreiert mit seinem Team auch Apéro-Caterings. Wichtige Informationen erfuhren die Besucher von der Palliative Care und vom Hospiznetz Vorderland. Einsatzleiterin Maya Schwalm betonte, dass das Hospiznetz nicht nur Institutionen wie das Watt unterstütze. Vielmehr entlaste das Hospiznetz Angehörige von schwerstkranken oder sterbenden Menschen, indem die Freiwilligen diese zu Hause besuchen und einfühlsam begleiten, einfach Zeit schenken. Die Palliative Care ihrerseits versucht, die Lebensqualität in der letzten Lebensphase so gut als möglich zu erhalten und Symptome oder psychische Probleme ganzheitlich zu lindern. Fragen zur Organisation beantworteten Maja Weder und Margarita Süess von der Kerngruppe.

Herzliche Atmosphäre

Informationen über die Ausbildungsmöglichkeiten zur Fachperson Gesundheit, der Kiosk für die Bewohner, sowie Kaffee und Kuchen aus der hochgelobten Watt-Küche rundeten das Angebot ab. Die Besucher genossen die warme und herzliche Atmosphäre im ganzen Haus. Spürbar war die hohe Motivation und Freude der Mitarbeiter. Diese zeigten sich dann auch sehr begeistert über den grossen Besucherandrang an diesem Tag der offenen Tür.

Karin Steffen

redaktion@appenzellerzeitung.ch