Rettungswesen gestern und heute

Am Samstag wurde im Toggenburger Museum in Lichtensteig die Sonderausstellung «100 Jahre Bergrettung Wildhaus-Amden» eröffnet. Bilder und Dokumente zeigen den starken Wandel den die Bergrettung erfahren hat.

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Lichtensteig. Im Kellergeschoss des Toggenburger Museums in Lichtensteig zeigen historische Aufnahmen und aktuelle Fotos anschaulich, wie sich der Rettungsdienst der SAC Bergrettungs-Kolonne in den letzten 100 Jahren gewandelt hat. An der Vernissage der Ausstellung «100 Jahre Bergrettung Wildhaus-Amden» vom Samstag gab Peter Diener junior, Rettungschef der SAC-Sektion Toggenburg einen eindrücklichen Einblick in die Geschichte und die Arbeit der Bergretter. Auf grossen Stellwänden dokumentieren Bilder, was sich im Rettungswesen verändert hat, seit die Begehung der Berge von der Bevölkerung entdeckt wurde. Ausgestellt sind auch Dokumente und vor allem viele Gerätschaften, welche durch ihre Weiterentwicklung das Rettungswesen revolutioniert haben.

Bergrettung ohne Technik

Zu Zeiten, als sich noch niemand etwas unter mobiler Kommunikation vorzustellen vermochte, wiesen in den Dörfern des Toggenburgs Plakate darauf hin, wohin man sich wenden konnte, wenn ein Bergunfall geschehen war. Waren die Retter erst einmal informiert, machten sie sich zu Fuss auf die Suche nach den Verunfallten. Peter Diener erklärte, dass die Verunfallten bis zu den Anfängen der Helikopter-Rettung in die Dörfer zu den Ärzten gebracht wurden. So war es nicht selten, dass Patienten oft tagelang ausharren mussten, bis sie in ärztliche Obhut kamen. Erst mit dem Einsatz des Helikopters wurden die Ärzte zu den Patienten gebracht. Heute spielt der Faktor Zeit im Rettungswesen eine ganz andere Rolle. Peter Diener, der nicht nur als Obmann der Rettungskolonne Wildhaus-Amden, sondern auch als Rettungsspezialist mit dem Helikopter des SAC im Einsatz ist, zeigte den Ablauf bei Helikoptereinsatz auf.

Einsatz in Minutenschnelle

Wenn ihn die Alarmierung über das Notrufsystem erreicht, bleiben ganze sieben Minuten Zeit, bis der Helikopter vor seinem Haus in Wildhaus absetzt. Diese Zeit muss er nutzen, um sich zu erkundigen, was passiert ist, sich entsprechend einzukleiden und Tee für den Verunfallten einzupacken. Der Notfall-Rucksack sei immer gepackt und griffbereit, sagte er. Bergretter kommen aber heute nicht nur bei der Bergung von verunfallten Berggängern zum Einsatz. Sie werden zur Rettung in Schluchten, aus Seilbahnen, bei Lawinenabgängen, oder für die Bergung von Eiskletterern und von Gleitschirmfliegern, die sich in Seilen oder Bäumen verfangen haben, gerufen. Wichtige Partner sind trotz moderner technischer Hilfsmittel heute noch die Hundeführer, die bei der Lawinenrettung, aber auch bei der Personensuche im Gelände unentbehrlich sind.

Die Ausstellung im Toggenburger Museum ist bis 30. Oktober, jeweils samstags und sonntags von 13 bis 17 Uhr geöffnet.

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