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Nach «Rossfall»-Konkurs: Der Urnäscher Sennenball ist gerettet

Nach der «Rossfall»-Schliessung haben die Organisatoren eine Ersatzlokalität für den Traditionsanlass gefunden.
Alessia Pagani
Der handbemalte «Rossfall»-Saal fasst 250 Personen. Nun können darin keine Anlässe mehr stattfinden. (Bild: Mareycke Frehner 20. April 2016)

Der handbemalte «Rossfall»-Saal fasst 250 Personen. Nun können darin keine Anlässe mehr stattfinden. (Bild: Mareycke Frehner 20. April 2016)

Der Sennenball vom kommenden Montag ist gerettet. Nach der Schliessung des Urnäscher Gasthauses Rossfall am Mittwoch war nicht sicher, ob und wo der geplante Anlass stattfinden wird (siehe Ausgabe vom 20. Juli 2019). Nun bestätigt Hans Holderegger, dass mit dem «Säntisblick» in der Zürchersmühle eine Ersatzlokalität gefunden worden ist. «Es musste alles sehr schnell gehen, aber die Betreiber haben sofort Hand geboten.»

Holderegger ist Mitglied der Formation Echo vom Säntis, welche seit längerem für die musikalische Unterhaltung am Sennenball zuständig ist. Mit Emil Zähner organisiert die Gruppe seit rund zehn Jahren den traditionsreichen Anlass. Zuerst im «Sternen» im Tal, danach wechselten die Organisatoren ins «Chräzerli» und zuletzt in die «Passhöhe» auf der Schwägalp. Nun hätte der Ball erstmals nach längerem wieder im «Rossfall» stattfinden sollen – dort, wo er nach einem handgeschriebenen Brief um 1812 bereits stattgefunden hatte. Hans Holderegger weiss um die langjährige Tradition:

«Es wäre schön gewesen, hätte der Sennenball in diesem Jahr wieder im ‹Rossfall›-Saal stattfinden können. Er gehört einfach dorthin.»

Bau der Passstrasse 
als Wendepunkt

Die ehemals grosse Bedeutung des «Rossfalls» wird bei einem Blick in die Geschichte ersichtlich: Schon 1432 wurde der «Rossfall» schriftlich erwähnt, die erste Wirtschaftsbewilligung wurde im Jahr 1830 ausgestellt. Der «Rossfall» entwickelte sich schnell zum Zentrum des sennischen Lebens. Selbst stundenlange Märsche bis zum Gasthaus wurden nicht gescheut.

Die nahe Vergangenheit des «Rossfalls» war allerdings geprägt von Wirtewechseln und finanziellen Schwierigkeiten, wie der Urnäscher Historiker Hans Hürlemann sagt. Einst Treffpunkt für die Alpsennen des ganzen Alpgebiets hätte der Bau der Schwägalp­strasse die Ausgangslage auf den Kopf gestellt.

«Vorher war es ein abgelegenes Alpgebiet. Die Situation war mit dem Bau der Passstrasse nicht mehr die gleiche.»

Die Bedeutung des «Rossfalls» an einem wichtigen Alpfahrtsweg und als Treffpunkt der Sennen wurde nach und nach kleiner. Dass der geschichtsträchtige und ursprüngliche Saal nach einer Gasexplosion im Winter 1981 unter der Last des Schnees zusammenbrach, trug das seinige zur Ausgangslage bei. Zwar hatte es eine Genossenschaft mit der Aktion «Der Rossfall darf nicht sterben» geschafft, Gelder für eine Renovation des Hauses aufzubringen. «Die Initianten mussten merken, dass Nostalgie alleine einen Betrieb nicht aufrechterhalten kann» sagt Hans Hürlemann. Zudem seien bei der Sanierung Fehler gemacht worden. Hürlemann spricht unter anderem das Fehlen einer Belüftung an.

Der Genossenschaft blieb in der Folge trotz aller Bemühungen nichts anderes übrig, als das Haus weit unter Wert zu verkaufen und die Trägerschaft aufzulösen.

«Die nachfolgenden Pächter haben sich angestrengt, aber sie standen vor einer schwierigen Situation und haben das Gasthaus nicht mehr richtig zum Laufen gebracht.»

Mit der Schliessung des «Rossfalls» verliert Urnäsch einen weiteren Beherbergungs- und Gastrobetrieb. Bereits seit Längerem sind die Türen des «Engel» und des «Ochsen» im Dorfzentrum geschlossen. Wie es damit weitergeht, ist offen. Gemeindepräsident Peter Kürsteiner spricht von einer wenig erfreulichen Entwicklung:

«Das mit dem ‹Rossfall› ist für uns eine neue Hiobsbotschaft im Gastrobereich. Durch das veränderte Konsumverhalten wird es leider zunehmend schwieriger.»

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