Restaurant oder Mehrzweckgebäude

Libingen verfügt schon seit Urzeiten über zwei Dorfrestaurants, nämlich das «Rössli» und das «Schäfli». Früher wurden auf der Bühne im «Rössli» sogar Theater aufgeführt. Seit 1986 das Mehrzweckgebäude eingeweiht worden ist, spielen sich viele Anlässe in dessen Mauern ab.

Beatrice Bollhalder
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LIBINGEN. Im Dorf Libingen gibt es heute zwei Restaurants, in dem Wanderer, aber auch Geniesser gerne einkehren. Das eine, das «Rössli» lockt mit «Forelle in Butter gebraten» und köstlichen Broten und Backwaren aus der hauseigenen Bäckerei. Das «Schäfli» ist spezialisiert für Fondue Bourguignonne und Chinoise. Ausserdem kann die Bevölkerung alles nötige im Dorfladen einkaufen. Eine Poststelle oder eine Bank gibt es dagegen schon einige Jahre nicht mehr. Immerhin verfügt das 320-Seelen-Dorf aber noch über eine Schule, in der die Kinder vom Kindergarten bis zur vierten Klasse unterrichtet werden. Und natürlich gehören auch eine eigene Kirche und – zum grossen Stolz der Einheimischen – eine sehr schöne Lourdes-Grotte zu Libingen. Zahlreiche Vereine prägen das Leben im kleinen Dorf und kämpfen dafür, dass Libingen in vielen Bereichen eigenständig bleibt.

An einer Pilgerroute gelegen

Bereits zu Beginn des 19. Jahrhunderts werden im kleinen Dörfchen Libingen zwei Tavernen erwähnt. Diese sind als Hinweis darauf zu verstehen, dass das Dorf damals über bedeutenden Durchgangs- und insbesondere Pilgerverkehr verfügte. Die ältere Geschichte der Verkehrsverbindungen weiss von zwei Pilgerwegen zu berichten. Von sekundärer Bedeutung war jene vom Thurtal über Chrüzegg ins Goldingertal, dem Etappenziel Einsiedeln entgegen. Besondere Bedeutung hatte aber die Wegverbindung über Vettingen nach dem Chreuel im Chrüzegg-Gebiet. Dieser Weg wurde viel begangen. Gemäss einer erst vor kurzem gemachten Studie wurde vorgeschlagen, den Pilgerweg Mosnang-Libingen, eine Nebenroute des Jakobsweges, wieder aufzuwerten.

Während früher die «Gerigs» aus Hofen auf dem «Rössli» wirteten, wurde das «Schäfli» von den «Länzlingers» geführt. Seit langer Zeit sind die Familien Kessler (Schäfli) und Brändle (Rössli) die Inhaber und Wirte dieser beiden Restaurants. Noch in den Siebzigerjahren verfügten übrigens beide über eine Bäckerei. Auch in Vettingen war um die Wende vom 17. zum 18. Jahrhundert eine Gaststätte, nämlich der «Rebstock» bekannt. Dieses Wirtshaus dürfte ebenfalls auf den Pilgerverkehr hinweisen. Vor dem steilen Anstieg zum Helenachappeli liess man sich hier gerne stärken. Aber auch Richtung Kengelbach und Krinau konnte man sich in der Pintenschenke im Diezenberg bedienen lassen.

Ausgangspunkt für Wanderer

Libingen ist heute der Ausgangspunkt für zahlreiche Wandermöglichkeiten. Von hier aus stehen den Wanderern unzählige Varianten offen. Es kann also sein, dass sich eine Gruppe Menschen beim Wegweiser im Dorf Libingen trifft, und sich entscheiden muss, ob sie nun via Meiersalp dem Bergrücken entlang eine Bergbeizlitour über Schnebelhorn, Schindelberg, Chrüzegg, Schwämmli zum Aelpli oder umgekehrt unternehmen will. Die meisten Bergrestaurants können aber auch auf anderen Wegen angepeilt werden.

Gebäude für viele Zwecke

Wurden früher viele Versammlungen oder beispielsweise die Theateraufführungen in einem der Dorfrestaurants durchgeführt, steht heute oft das Mehrzweckgebäude im Mittelpunkt. Seien es Aufführungen der Schüler, des Theatervereins oder der Musikgesellschaft Libingen, das Mehrzweckgebäude ist meist bis auf den letzten Stuhl besetzt. Es war also keine schlechte Idee, ein solches Gebäude zu planen und zu bauen. Seit dem 13. Juli 1986 steht dieses Gebäude bei Jung und Alt im Mittelpunkt.

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