Respekt für John Wayne

Jakob Egli, der Vater des Referendums gegen das Finanzhaushaltsgesetz, musste gestern wenig überraschend eine deutliche Niederlage einstecken. Zu dicht stand die Phalanx der Gegnerschaft bestehend aus fast dem kompletten Kantonsrat, vielen Gemeindepräsidenten sowie der Regierung.

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Jakob Egli, der Vater des Referendums gegen das Finanzhaushaltsgesetz, musste gestern wenig überraschend eine deutliche Niederlage einstecken. Zu dicht stand die Phalanx der Gegnerschaft bestehend aus fast dem kompletten Kantonsrat, vielen Gemeindepräsidenten sowie der Regierung. Das Volk hatte wenig Gehör für Eglis überspitzte, zum Teil gar abstruse, verschwörungstheoretische Argumente gegen das neue Rechnungslegungsmodell HRM2. Auch wirkte die Geiselnahme seiner Gemeinde Wald, der er als Gemeindepräsident vorsteht, absonderlich. Er vermischte nicht zum erstenmal seine persönliche mit der offiziellen gemeinderätlichen Sicht. Er gab seinen Rücktritt bekannt, weil er sich im Kampf gegen HRM2 von den Kollegen im Gemeinderat im Stich gelassen sah. Er kreierte dabei das Ausserrhoder Bonmot des Jahres. Er sagte, er habe sich wie John Wayne alleine in der Wüste ohne Pferd gefühlt. Dabei dürfte er eher ein Don Quijote gewesen sein.

Trotz der Kapriolen, der Verschwörungstheorien und der dauernden Beleidigung Griechenlands hat Jakob Egli Respekt verdient. Er hat gekämpft, alle Register gezogen und trotz geringer Aussicht auf Erfolg nie aufgegeben. In Zeiten abnehmender politischer Kampfbereitschaft – die SVP AR verzichtete freiwillig auf ein Referendum! – ist eine solche Haltung nicht hoch genug einzuschätzen. Nur noch wenige stehen im ergebnisorientierten 21. Jahrhundert für Ideale ein, wenn die Aussicht auf Erfolg gering ist. Jakob Egli sei der mögliche Rücktritt vom Rücktritt verziehen. Wald darf stolz auf seinen Gemeindepräsidenten sein.

David Scarano

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