Rennt eine Liga hinter Zürchern?

EISHOCKEY. Der SC Herisau eröffnet heute Samstag mit dem Heimspiel gegen Chur (20 Uhr) die 1.-Liga-Saison: Der Ausblick auf ein Gerüst und eine grenzwertige Belastung, auf Partnerspieler und Playoff-Gedanken.

Lukas Pfiffner
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Einer von drei neuen SCH-Torhütern: Mauro Flüeler im Testspiel gegen Rheintal. (Bild: pd)

Einer von drei neuen SCH-Torhütern: Mauro Flüeler im Testspiel gegen Rheintal. (Bild: pd)

«Wir haben uns die Playoffs als Ziel gesetzt, die meisten anderen Teams aber wohl auch.» SCH-Trainer Roger Nater erwartet drei Mannschaften leistungsmässig voraus und erwähnt Dübendorf, Bülach und Winterthur. Die übrigen Teams werden sich dahinter ein enges «Rennen» liefern, vermutet Nater. In jedem Mannschaftsteil hat der SC Herisau im Vergleich mit der Saison 2011/12 wichtige Spieler abgegeben. Die Ausserrhoder haben unter anderen Torhüter Fabio Haller zu ersetzen; der mit einer B-Lizenz ausgestattete Klotener Elitejunior zeigte in der vergangenen Meisterschaft starke Leistungen. Zum bisherigen Sergio Marti ist Mauro Flüeler (vom Visper Nachwuchs) gekommen. Nater: «Zwei Goalies, die immer da sind, brauchen wir für einen vernünftigen Trainingsbetrieb.» An die Mehrheit der Qualifikationsrunden wird aber wohl einer aus dem Zuger Elitejunioren-Duo Kevin Huber/Gian-Luca Hauser anreisen.

Ambühl aus Davos

Bei den Feldspielern kommt man ebenfalls nicht um das Thema Partnerspieler herum. Kevin Rohner vom NLB-Verein Thurgau spielte in der vergangenen Saison mit einer B-Lizenz regelmässig für die Ausserrhoder (und war mit zwölf Toren und elf Assists der drittbeste Skorer des Teams). Nater geht nicht davon aus, dass Rohner demnächst erneut beim SCH spielt: «Er hat die Saison mit Thurgau sehr gut begonnen und ist dort kaum überzählig.» Am Schluss der Vorbereitung kam mit Andreas Ambühl ein Stürmer der Elitejunioren des HC Davos mit Herisau zum Einsatz; mit ihm plant Nater auch für die Meisterschaft. «Er wird vermutlich einmal pro Woche mit uns trainieren.» Kehrt auch Naters Sohn Jens, der wie Ambühl dem grossen Elitejunioren-Kader der Bündner angehört und Jahrgang 1995 hat, sporadisch zum Stammverein zurück? «Im Moment ist das nicht vorgesehen.»

Drei Paare, vier Trios

Die Vorbereitungsvergleiche mit Gleichklassigen lagen zwischen einem 2:8 bei Zunzgen-Sissach und einem 7:0 gegen Aarau. Es sei wie immer in dieser Phase viel gepröbelt und Personal verschoben worden, blickt Nater zurück. «Entsprechend wenig Wert ist den Resultaten beizumessen.» Das letzte Testspiel endete am Mittwoch in Uzwil mit einem 5:2-Sieg. Auf drei Verteidigerpaare und vier Angriffslinien laufen die Eindrücke und Pläne des Trainers hinaus. Im Vergleich zur vergangenen Saison ist Fabio Schumacher nicht mehr sein Spieler, sondern Trainerassistent (und vollamtlicher Nachwuchs-Chef des Vereins). Stefan Allenspach komplettiert den technischen Staff. «Das passt», sagt Nater. «Allenspach war zu Aktivzeiten Torhüter, Schumacher Verteidiger und ich Stürmer. Wir ergänzen uns gut.» Das Gerüst des Teams bestehe aus bisherigen Leistungsträgern, wie Patrick Ammann, Yves Diacon und Luca Homberger, die als Captain respektive Assistenzcaptains bestimmt sind. Der SCH stellt die billigere Mannschaft als 2011/12. «Nach dem Abgang namhafter Routiniers ist klar, dass andere Spieler mehr Verantwortung tragen müssen. Das können sie.»

Fünf Spiele mehr

Wichtig werde sein, positiv in die Saison zu kommen, ergänzt Nater. «Das beste Beispiel ist der FC St. Gallen.» Wie zuletzt führt der Weg in die Playoffs entweder über eine Qualifikationsrangierung 1 bis 6 oder über die Zwischenrunde der Siebt- bis Zwölftplazierten. Diese wird wie die «obere Masterround» neu in Hin- und Rückrunde ausgetragen, was fünf zusätzliche Spiele ergibt. «Grenzwertig» nennt Roger Nater diese Belastung. «Wir bewegen uns im Amateursport.» Damit, dass einmal ein Spieler an einer der zahlreichen Partien unter der Woche aus beruflichen Gründen nicht dabei sein könne, müsse er leben. Montag, Mittwoch und Freitag sind die regulären Trainingsabende, wobei mittwochs teilweise Auswärtsspiele stattfinden. «Zusätzlich besteht ein Eis-Termin am Samstagmorgen. Es kann aber sein, dass jenes Training auch einmal als freiwillig erklärt wird.»