Reiche Morgenwanderung

NSV Bütschwil-Ganterschwil

Daniel Scherrer
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Ein einfaches Nest mit einem Ei eines Mauerseglers. (Bild: PD)

Ein einfaches Nest mit einem Ei eines Mauerseglers. (Bild: PD)

Der Natur- und Vogelschutz­verein Bütschwil-Ganterschwil führte am Auffahrtsmorgen seine traditionelle Wanderung durch. Um 6.30 Uhr konnte Vereinspräsident Erwin Breitenmoser 28 Teilnehmer und Teilnehmerinnen begrüssen. Speziell willkommen geheissen wurde Wanderleiter Peter Dörig aus Wattwil. Die Wanderung führte bei angenehmer Witterung in die Zuckenmatt, und von dort via Chromen, Taa, Zwiselen, Lindenboden und Chratztobel nach Libingen. Peter Dörig überzeugte mit seinem Wissen über Vögel, Pflanzen und Insekten. Er erwähnte, dass Vögel echte Frühaufsteher seien und die spezielle Stimmung am frühen Morgen immer wieder ein Genuss sei. Bereits im Oberdorf waren Vogelgesänge hörbar, und es konnten zahlreiche Vögel geortet werden, so zum Beispiel ein Mäusebussard, ein Hausrotschwanz, eine Sumpfmeise und ein Wintergoldhähnchen.

Beim Dorfausgang konnte eine vielfältige Magerwiese bestaunt werden. Peter Dörig betonte, dass die Artenvielfalt auch im Siedlungsraum und im Hausgarten gefördert werden sollte. Rasenflächen seien zwar beliebt, aber eine schöne Magerwiese biete viel mehr wertvollen Lebensraum. Mit weiteren Kleinstrukturen wie einheimischen Heckenpflanzen, Ast- und Steinhaufen, Bäumen oder kleinen Weihern könne der Natur mit einfachen Mitteln Platz gegeben werden. Im weiteren Verlauf der Wanderung wurde in einem Nistkasten das Gelege einer Kohlmeise gezeigt. Kohlmeisen sind Höhlenbrüter und legen normalerweise acht bis zehn Eier pro Brut. Das Nest wird aus Moos, Tierhaaren und Wolle geformt. Sehr aktiv war die Mehlschwalbenkolonie in Chromen. Die Kunstnester wurden von den Eltern pausenlos angeflogen, um den hungrigen Nachwuchs zu füttern. Als in einem Waldabschnitt ein altes Nest einer Singdrossel gefunden wurde, präsentierte uns Peter Dörig aus dem Rucksack heraus seine Sammlung weiterer Vogelnester. Später konnte bei der Taamühle das kunstvoll erbaute Nest eines Zaunkönigs bewundert werden.

Pflanzenvielfalt im Chratztobel

Während des Ab- und Aufstiegs im waldigen Chratztobel stand dann eher die Pflanzenwelt im Vordergrund. Nebst Sträuchern und Heckenpflanzen wurden auch zahlreiche Blumen bestimmt, so zum Beispiel der Türkenbund, das Salomonssiegel, die vierblättrige Einbeere, die Büschel-Glockenblume oder der echte Baldrian. Exkursionsleiter Peter Dörig informierte aber auch über Schmetterlinge und weitere Insekten. So zeigte er die schwarz-rot gezeichnete Blutzikade und die bräunlich gefärbte Schaumzikade, beides pflanzensaftsaugende Insekten. Zum Abschluss wurde die Wanderschar in Libingen im «Rössli» mit einem feinen Brunch belohnt.

Daniel Scherrer