Rehetobel vor kniffligem Schulentscheid

Ende November fällt der Gemeinderat den Entscheid über die Zukunft der Oberstufe. Am Dienstag informierte er die Bevölkerung.

Patrik Kobler
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REHETOBEL. Die Vertragsentwürfe liegen vor; noch ist aber kein Entscheid gefallen, ob die Rehetobler Oberstufenschülerinnen und -schüler ab 2014 weiterhin in Trogen oder neu in Heiden die Sekundarschule besuchen. Darüber informierten am Dienstagabend Gemeindepräsident Ueli Graf und Schulpräsident Peter Bischoff an der öffentlichen Versammlung. Diese war mit über 70 Personen überdurchschnittlich gut besucht. Unter den Anwesenden fanden sich auch Delegationen aus Trogen und Heiden ein.

Kriterienkatalog erarbeitet

Die Schulkommission will sich gemäss Peter Bischoff in den kommenden Tagen anhand eines Kriterienkatalogs für eine der beiden Schulen entscheiden und anschliessend dem Gemeinderat Bericht erstatten. «Wir haben grossen Respekt vor diesem Entscheid», sagte Bischoff. Die Unterschiede bei den Kosten oder Mitsprachemöglichkeiten seien nicht so gross. In Trogen beträgt das Schulgeld pro Schüler 17 750, in Heiden 16 800 Franken pro Jahr.

Die beiden Delegationen stellten den Anwesenden ihre Sekundarschulen vor. In Trogen würde Bewährtes fortgesetzt; seit Generationen besuchen die Rehetobler die Sekundarschule in der Mittelländer Gemeinde. Zurückzuführen sei dies auf «soziales Denken», führte Dorfchronist Arthur Sturzenegger aus. In den Krisenzeiten nach dem Ersten Weltkrieg fehlte Rehetobel das Geld für eine eigene Realschule. Trogen nahm die Vorderländer schliesslich auf. Heute würde ein Rückzug der Rehetobler die Sekundarschule Trogen «existenziell bedrohen», so Schulleiter Urs Breu. Deshalb würden die Rehetobler als Totengräber gebrandmarkt, störte sich eine Votantin. Peter Bischoff entgegnete: «Wir müssen für uns selber schauen.» Die Jugendlichen aus Wald und Trogen würden so oder so weiterhin zur Schule gehen.

Heidens Schulpräsidentin Judit Kantor führte aus, dass die Rehetobler Kinder auch in ihrer Gemeinde hoch willkommen seien. Die Schülerzahl ist rückläufig. Mit Rehetobel zusammen könnte im Jahr 2020 der heutige Stand gehalten werden. Aktuell besuchen 143 die Sek Heiden; in Trogen sind es 186. Heidens Schulleiter Hanspeter Hotz stellte das Angebot der Sekundarschule vor. Als pädagogische Rosine bezeichnete er den «LernRaum», in dem selbständiges Lernen gefördert wird.

Keine Konsultativabstimmung

Von den Anwesenden meldeten sich vorab die «Pro Trogen»-Stimmen zu Wort. Einzelne Votanten bekrittelten den mangelnden Einbezug der Bevölkerung in den Entscheid. So wurde der Wunsch laut, an der Versammlung eine Konsultativabstimmung durchzuführen. Ueli Graf kam diesem Wunsch nicht nach. Der Abend sei als Informationsveranstaltung deklariert worden, sagte er. «Trotzdem eine Abstimmung durchzuführen, wäre ungerecht jenen gegenüber, die heute abend nicht teilnehmen konnten.» Gestern abend fand jedoch ein Treffen mit Vertretern der Elternorganisation statt.

Den Entscheid über die Zukunft der Oberstufe fällt der Gemeinderat am 28. November.