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REHETOBEL: Kammermusik par excellence

Das Solisten-Trio 5 mit Andrea Bischoff (Oboe), Stojan Krkuleski (Klarinette) und Till Schneider (Fagott) sowie die St. Galler Pianistin Claudia Heé begeisterten mit kammermusikalischen Kostbarkeiten.
Ferdinand Ortner
Das Trio 5 aus Luzern und die St. Galler Pianistin Claudia Heé bewiesen in Rehetobel hohes Niveau. (Bild: Ferdinand Ortner)

Das Trio 5 aus Luzern und die St. Galler Pianistin Claudia Heé bewiesen in Rehetobel hohes Niveau. (Bild: Ferdinand Ortner)

Ferdinand Ortner

redaktion@appenzellerzeitung.ch

Das Schweizer Bläser-Trio 5 gestaltete am Sonntagabend gemeinsam mit der Pianistin Claudia Heé in der reformierten ­Kirche Rehetobel ein Kam­mer­musikkonzert, dessen erstklassiges internationales Programm mit delikaten Werken für Holzblasinstrumente und Klavier die Zuhörer gefangennahm und wiederholt zu spontanem Beifall animierte. Schwerpunkte des abwechslungsreichen Konzerts waren vor allem Instrumentaltrios aus Klassik und Romantik und von auch weniger bekannten Komponisten um die Wende vom

19. zum 20. Jahrhundert.

Die ambitioniert musizierenden Künstlerinnen und Künstler Andrea Bischoff (Oboe), Stojan Krkuleski (Klarinette), Till Schneider (Fagott) und Claudia Heé (Klavier) konnten nicht nur mit nuancenreichem und ausdrucksstarkem Ensemblespiel brillieren, sondern setzten auch subtile solistische Akzente. Wunderschön die Klang- und Vortragskultur und die makellose Virtuosität! Besonders erfreulich war auch, wie die Künstlerinnen und Künstler musikalisch mitein­ander harmonierten, wie sie die heiklen Blasinstrumente klanglich aufeinander abstimmten und wie gekonnt auch die versierte Pianistin die farbigen Kompositionen aufleuchten liess. Die Oboistin und der Klarinettist –beide Solisten des Luzerner Sinfonieorchesters – sowie der Solofagottist faszinierten die aufmerksamen Zuhörer mit wunderschöner Tongebung, hoher Phrasierungskunst und spieltechnischer Perfektion.

Für eine schwungvolle Eröffnung des Abends sorgte das erfrischende dreisätzige Trio für Oboe, Fagott und Klavier des französischen Neoklassizisten Francis Poulenc (1899–1963) – formklare, ironisch-geistreiche Musik. Beim «Adagio» und «Allegro» für Oboe und Klavier von Robert Schumann (1810–1856) – entzückenden romantischen Gustostücken – liess die Oboistin die weit ausschwingenden Kantilenen mit Feingefühl erblühen. Auch bei den zwei Sätzen des Beethoven-Duos Nr. 3 für Klarinette und Fagott konnte das spontan applaudierende Publikum ein apartes höfisches Opus mit exzellenten Solisten geniessen. Bei Mozarts galantem Bas­setthörner-Trio KV 229 – für Oboe, Klarinette und Fagott effektvoll arrangiert – gefielen von den fünf unterhaltsamen Divertimenti besonders das einleitende fröhliche «Allegro», das innige «Adagio» und das tänzerische Rondo-Finale.

Emotionale Klangwelten

In spätromantische Klangwelten entführte das emotionale Trio für Oboe, Klarinette und Klavier von Paul Gilson (1865–1942), der als Vater der belgischen Blasmusik und dort auch als Begründer der romantischen symphonischen Musiktradition gilt. Die gefühlsbetonten, farbenreichen Sätze –ein klangvolles Allegro, ein melancholisches Andante und ein expressives Presto – waren echte Highlights.

Mit der «Sonatina» des ungarisch-schweizerischen Komponisten Sando Veress (1907–1992) präsentierte das Bläsertrio zum Schluss des Konzertes ein neuzeitliches, rhythmisch geprägtes und kontrapunktisch eigenständiges Opus.

Hohe musikalische Anforderungen

Die Interpretation der drei diffizilen, düster–elegischen Sätze stellte an das Trio 5 hohe musikalische und virtuose Anforderungen, welche die Bläsersolisten souverän meisterten. Für den langandauernden stürmischen Beifall bedankten sie sich mit der Zugabe eines stimmungsvollen Trios des Franzosen Jacques Ibert (1890–1962).

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