REHETOBEL: Jung und Alt zieht zusammen

Am Mittwoch wurde das geplante Mehrgenerationenhaus vorgestellt. Werden keine Einsprachen erhoben, könnten bereits im Frühsommer 2018 die ersten Bewohnerinnen und Bewohner einziehen.

Sara Leu
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Viele Interessierte wollten sich in Rehetobel über das Bauprojekt informieren. (Bild: Sara Leu)

Viele Interessierte wollten sich in Rehetobel über das Bauprojekt informieren. (Bild: Sara Leu)

Sara Leu

sara.leu@appenzellerzeitung.ch

Die bisherige Gewerbeliegenschaft an der Kirchstrasse 2 in ­Rehetobel soll zum Mehrgenerationenhaus werden. Im letzten August konnte die Liegenschaft durch die Mehrgenerationen-Ost Baugenossenschaft erworben werden. Am Mittwoch stellten die Verantwortlichen den aktuellen Stand der Planungen vor. ­Viele Interessierte folgten der Einladung. Architekt Claus Peter Täterow führte aus, wie man zwei neue Hausteile bauen und verbinden will, ohne die alte Bausubstanz völlig zu verändern. Das Sockelgeschoss soll bestehen bleiben. Im Teil Richtung St. Gallerstrasse ist ein Café und Laden mit grossem Sitzplatz geplant. Interessenten, die in der Wohnwerkstatt gerne einen Laden eröffnen wollen, gibt es bereits.

Der bereits heute bestehende Veloladen «Vali’s Bike Shop» wird vom ersten Stock ins untere Hallengeschoss ziehen. In den beiden neuen Hausteilen werden zwölf Wohnungen gebaut. Sie sollen unterschiedlich gross werden. Das Sockelgeschoss will man im Rahmen einer Sanierung der Umgebung anpassen. Die zwei Hausteile werden mit einer Erschliessungszone miteinander verbunden. Grosse Glasflächen ermöglichen, dass das Sonnenlicht direkt in diese Begegnungszone strahlt. Holzlamellen sollen den Einblick erschweren und ­damit den Bewohnern eine gewisse Privatsphäre ermöglichen. «Schön wäre, wenn im Gemeinschaftsraum eine genutzte Begegnungs- und Spielfläche entstehen würde», sagt Täterow. Ein Anliegen an der Orientierungsversammlung waren die Parkplätze für die Bewohner und Café-Besucher. Der Bau einer Tiefgarage sei wegen Gebäudebestandes, der erhalten bleibt, gemäss Auskunft des Architekten nicht realisierbar. So wird es auf dem Gelände maximal 3 Parkplätze in der bereits bestehenden Garage geben und 2–3 Umschlagplätze für den Laden. Zusammen mit der Gemeinde wird bis zum Baubeginn die Lösung der Parkplatzprobleme angegangen, die auf Nachbarparzellen in Gemeindeeigentum lösbar scheinen. Empfohlen wird den zukünftigen Bewohnern die Nutzung des öffentlichen Verkehrs. Die Gemeinde sei sehr gut erschlossen, sagte Bauherr Bernhard Müller.

«Erhalten wir keine Einsprachen, können wir Anfang Herbst mit dem Bau beginnen», sagt Müller. Seiner Einschätzung nach herrscht grundsätzlich Zustimmung und Interesse im Dorf. Im Verlauf des nächsten Frühsommers ist es bei optimalem Ablauf für die ersten Bewohner möglich, in die Wohnungen einzuziehen. Einige Wohninteressenten gibt es bereits. Aktiv nach Bewohnern gesucht wird nach der Baubewilligung. Wer eine Wohnung mietet, ist automatisch Miteigentümer und Mitglied der Genossenschaft. Spätere Mitbewohner werden in der Gemeinschaft zusammen ausgesucht. Obwohl man in eigenen Wohnungen lebt, soll das Mehrgenerationenhaus ein Begegnungsort sein, in dem man gemeinsame Zeit verbringt und mitbestimmen kann. In einer der Wohnungen ist eine Wohngemeinschaft für Jung und Alt geplant. Auch Menschen mit einer körperlichen Behinderung sollen in diesem Mehrgenerationenhaus eine Bleibe finden können.

Hinweis

Mehr Informationen zur Wohnwerkstatt in Rehetobel finden Sie auf www.mgp-ost.ch.