Hotelprojekt in Rehetobel: Nun kommt der «Gupf» für jedermann

Die Bauarbeiten am neuen Hotel-Restaurant Dorfhus Gupf schreiten voran. Bald soll ein neues Angebot Besucher aus nah und fern anlocken.

Karin Erni
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Das in warmen Farben gehaltene Dorfhus Gupf soll mit einer besonderen Fassadenmalerei geschmückt werden. (Visualisierung: PD)

Das in warmen Farben gehaltene Dorfhus Gupf soll mit einer besonderen Fassadenmalerei geschmückt werden. (Visualisierung: PD)

Kürzlich wurde im Rehetobler Dorfzentrum eine besondere Aufrichte gefeiert. «Der Rohbau des Dorfhus Gupf ist abgeschlossen, nun beginnen die Innenausbauarbeiten», sagt Bauherr Migg Eberle. Der gebürtige Rheintaler hat vor 30 Jahren den 1980 abgebrannten «Gupf» übernommen, stilgerecht wieder aufgebaut und mit der Verpflichtung von Top-Köchen zu einer der ersten Adressen für Gourmets in der Ostschweiz gemacht. Walter Klose steht seit über 20 Jahren am Herd des «Gupf» und figuriert als «Aufsteiger des Jahres 2019» im Gault-Millau-Führer mit 18 Punkten.

Zwischen Kirche und Rehetobler Gemeindehaus baut Eberle derzeit ein Hotel-Restaurant. Aber nicht irgendeines. Wer den «Gupf»-Besitzer kennt, weiss, dass es etwas Besonderes werden wird. Der 83-Jährige ist noch immer voller Tatendrang und Ideen. Mit Inbrunst kümmert er sich um jedes Detail.

«Wir wollen ein einfaches, gemütliches Restaurant schaffen, das sieben Tage in der Woche geöffnet hat und wo alle – Jung und Alt, Reich und Arm – gerne einkehren.»

Warum sie das tun sollen? «Zum Beispiel, weil es hier das beste Güggeli weit und breit geben wird», sagt Eberle.

Tiergerecht erzeugtes Fleisch vom eigenen Hof

Um das erklärte Leibgericht des Patrons perfekt zubereiten zu können, wird extra ein spezieller Grill aus Amerika importiert. Auch sonst spielt Fleisch eine wichtige Rolle in der Küche. Es stammt von artgerecht gehaltenen Schweinen und Rindern der eigenen Landwirtschaft auf dem Gupf. So wird es auch Hamburger geben. Diese sind aber samt einer feinen Sauce in ein gutes Brötchen gebettet. Auch Vegetarier und Fischliebhaber sollen auf ihre Kosten kommen, verspricht Eberle. «Wir haben keine grosse Speisekarte, es gibt, was frisch ist.» Die Gesamtverantwortung für den Betrieb hat Kay Mauretter. Er hat die Kochlehre im «Aglio e Olio» in Speicher und anschliessend die Hotelfachhochschule in Zürich absolviert.

Die Anlage verfügt über 20 Hotelzimmer und Suiten. Das Raumangebot ist vielseitig und umfasst nebst einem Bankettsaal für 60 Personen mehrere Stuben. Eine Besonderheit stellt die «Magnothek» dar, eine Vinothek, die sich ganz dem Genuss von Weinen in grossen Flaschen verschrieben hat. Sie sind sowohl im Restaurant, als auch über die Gasse erhältlich. Im kleinen Hofladen werden diverse selbst hergestellte Produkte angeboten.

Originelle Fassadenmalerei

Eberles Ehefrau Sila erklärt die besondere Bemalung der in warmem Rot gehaltenen Holzfassade. «Alpaufzüge gibt es schon genügend im Appenzellerland. Wir haben uns daher für ein individuelles Motiv entschieden. Was aussen drauf ist, soll auch innen drin sein.» Die Malerei zeigt eine ausgelassene Wirtshausszene mit Essen, Trinken, Musik und Tanz. Dazwischen ranken sich Wildrosen. «Ihre Hagebutten, oder Täghüfeli wie sie im Appenzellerland heissen, sind unser Markenzeichen.» Dieses will sie auch als Ornament auf der Tischwäsche weiterziehen.

Er könnte das Geld einfacher in Zürich oder St.Gallen verdienen, sagt Eberle. Aber das Dorf liege ihm am Herzen. Die Leute hätten ihn für verrückt erklärt, als er den «Gupf» gekauft habe. «Heute ist es ein hochprofitables Unternehmen. Das soll auch das Dorfhaus werden. Es muss rentabel sein, sonst nützt es nichts.» Nun muss der Nimmermüde weiter, der nächste Termin ruft. «Wir sind im Timing, aber wir brauchen noch jeden einzelnen Bautag, damit wir im Mai eröffnen können.»